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Wer sich nicht nur für seine Lust interessiert, sondern auch für seine Gesundheit, bei dem taucht in Sachen Sex sicher mal die eine oder andere Frage auf. Die häufigsten Fragen und die Antworten darauf findet ihr hier:
Nicht ohne Grund spricht man in der HIV-Prävention von „Safer Sex“ und nicht von „Safe Sex“: „Safer Sex“ heißt wörtlich übersetzt „sichererer Sex“. Gemeint ist, dass er sicherer ist als ungeschützter Sex (Sex ohne Kondom), aber nicht 100%ig sicher, weil es ein Restrisiko gibt.
Für Männer, die Sex mit Männern haben, heißt Safer Sex:
• Beim Ficken Kondome und ausreichend fettfreies Gleitmittel benutzen.
• Beim Blasen raus, bevor’s kommt.
• Beim Fisten Handschuhe benutzen.
• Kein Blut oder Sperma auf Schleimhäute oder offene Hautstellen kommen lassen.
Restrisiken bestehen vor allem durch Kondom-Anwendungsfehler, Materialfehler und sogenannte kleine Risiken beim Sex, die durch das Kondom nicht abgedeckt werden oder bei denen in der Regel kein Kondom verwendet wird (z. B. Oralverkehr, Blutkontakte).
Typische Anwendungsfehler sind:
• Beschädigung des Kondoms beim Aufreißen der Verpackung
• Verwendung abgelaufener oder durch Hitze beschädigter Gummis
• Kondom wird beim Rausziehen nicht festgehalten und verschwindet im Hintern
• Gleitmittel wird auf den Schwanz gegeben (Link Video Ritex), erst dann wird das Gummi übergezogen (das Gummi kann dann reißen).
Übrigens: Die Restrisiken häufen sich mit der Zeit bzw. mit der Zahl der Sexpartner und Sexkontakte an – man nennt das „akkumulieren“.
Willst du mehr über dein persönliches Risiko erfahren? Dann mach doch mal unsere Risikoanalyse! Und wenn du dir unsicher bist, ob du ein Risiko hattest, lass dich zum HIV-Test beraten – der schafft Klarheit.
Solange nicht in den Mund abgespritzt wird, ist das HIV-Risiko beim Blasen vernachlässigbar gering. Die Mundschleimhaut ist widerstandsfähiger gegen HIV als andere Schleimhäute, der Lusttropfen enthält nur eine kleine Virusmenge, und der Speichel „spült“ Erreger von der Schleimhaut ab und wirkt verdünnend. Ein Risiko besteht aber, wenn man Sperma in den Mund bekommt – auch wenn das Risiko sehr viel kleiner ist als beim Abspritzen im Arsch. Daher gilt weiterhin: Raus bevor’s kommt!
Erhöht ist das HIV-Risiko beim Blasen, wenn man eine sexuell übertragbare Krankheit wie Syphilis, Tripper oder Herpes hat: Die dadurch verursachten Entzündungen, Geschwüre und Schleimhautverletzungen am oder im Mund (die man häufig gar nicht bemerkt) oder am Schwanz stellen Eintritts- oder Austrittspforten für HIV dar.
Andere sexuell übertragbare Krankheiten wie eben z.B. Syphilis, Tripper, Herpes oder Hepatitis B können beim Blasen dagegen sehr leicht übertragen werden, und zwar auch dann, wenn nicht im Mund abgespritzt wird. Wenn du mit mehr als 10 verschiedenen Partnern im Jahr Sex hast, solltest du dich daher regelmäßig auf STDs untersuchen lassen — am besten mindestens einmal jährlich. Zum Arzt solltest du auch gehen, wenn du Geschwüre im Mund oder andere Symptome bemerkst – denke bei Halsschmerzen z.B. auch mal an einen Rachen-Tripper, der sich so äußern kann. Gegen Hepatitis B solltest du geimpft sein.
Diese Frage taucht immer wieder auf, meistens im Zusammenhang mit dem Blasen. Die Antwort dazu lautet: Eine HIV-Übertragung über den Lusttropfen ist beim Blasen äußerst unwahrscheinlich, weil die Virusmenge in aller Regel sehr gering ist und der Lusttropfen durch den Speichel im Mund des Bläsers außerdem noch verdünnt wird. Anders aussehen kann es bei stark blutenden oder eitrigen Wunden (zum Beispiel durch eine Zahnerkrankung) und bei Geschwüren in der Mundhöhle (etwa durch eine sexuell übertragbare Erkrankung). In so einem sehr seltenen Fall kann HIV nämlich durch diese Verletzungen eindringen, wobei dann unter Umständen auch schon die geringe Menge im Lusttropfen für eine Ansteckung ausreichen kann. Im Zweifelsfall sollte man dann lieber ganz aufs Blasen verzichten oder ein Kondom verwenden, bis diese vollständig abgeheilt sind. Leichtes Zahnfleischbluten, beispielsweise nach heftigem Zähneputzen, ist in der Regel unbedenklich, da sich solche Wunden innerhalb kürzester Zeit schließen. Dennoch ist es nicht ratsam, sich eine Stunde vor oder nach dem Blowjob die Zähne zu schrubben!
Wer nun aber denkt: „Im Lusttropfen sind wenige Viren, dann kann ich ja auch mal kurz Analverkehr ohne Abspritzen haben“, liegt falsch: Zu einer HIV-Übertragung kann es auch ohne Sperma kommen, nämlich durch Kontakt zwischen den Schleimhäuten des Penis und des Enddarms: In der Schleimhaut befinden sich CD4-Zellen, die zu den Zielzellen von HIV gehören, und sog. Langerhans-Zellen, die HIV auch direkt aufnehmen und z. B. an CD4-Zellen weitergeben können. Beide Zellarten können sowohl in die Schleimhaut einwandern (und dort HIV aufnehmen) als auch wieder aus der Schleimhaut herauswandern und so zu einer Infektion führen, indem die Viren schließlich ins Blutsystem gelangen und im ganzen Körper verteilt werden.
Bei Syphilis und Co. sieht es ganz anders aus: Hier reichen unter Umständen schon geringste Mengen der Erreger aus, um sich zu infizieren. Wer öfter Sex mit wechselnden Partnern hat, sollte sich daher regelmäßig auf STDs untersuchen lassen: Rechtzeitig erkannt, lassen sie sich gut und effektiv behandeln.
Kondome schützen vor HIV und senken das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Erregern/Krankheiten wie Syphilis, Tripper (Gonorrhö) oder Hepatitis B.
- Kondome in geprüfter Qualität mit dem CE-Kennzeichen bzw. dem Aufdruck DIN EN ISO 4074:2002 verwenden (erhältlich z. B. in Supermärkten, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Kondomläden, Sexshops oder aus Automaten) und beim Kauf auf das Haltbarkeitsdatum und eine unbeschädigte Verpackung achten. Bei Fernreisen empfiehlt sich die Mitnahme eines Vorrats; in manchen Ländern entsprechen die dort erhältlichen Kondome nicht immer den EU-Qualitätsstandards.
- Kondome vor direkter Sonneneinstrahlung, Hitze und Kälte sowie vor Reibung, Druck und spitzen oder scharfen Gegenständen schützen (sie also z. B. möglichst nicht im Auto, im Portemonnaie oder in der Hosentasche aufbewahren).
- Die Verpackung nicht mit Messer, Schere oder anderen scharfkantigen Gegenständen öffnen. Vorsicht ist auch bei scharfen Fingernägeln oder scharfkantigem Schmuck geboten.
- Kondom erst überziehen, wenn der Penis steif ist. Die Vorhaut zurückziehen, den Gummi mit dem Ring nach außen auf die Eichel setzen, mit den Fingern das Reservoir an der Spitze des Kondoms zusammendrücken, um die Luft zu entfernen, und Kondom mit der anderen Hand vollständig bis zum Ende abrollen.
- Keinesfalls zwei Kondome übereinander ziehen - sie scheuern gegeneinander und können so leicht reißen und abrutschen. Wer mag, kann extra reißfeste Kondome verwenden.
- Vor allem beim Analverkehr und bei trockener Scheide ausreichend fettfreies (wasserlöslich oder auf Silikonbasis) für diesen Zweck bestimmtes Gleitmittel verwenden. Niemals fetthaltige Mittel wie z. B. Bodylotion, Massageöl oder Vaseline benutzen - sie lassen das Kondom sehr leicht reißen und machen es durchlässig für Viren! Gleiches gilt auch für bestimmte Vaginalzäpfchen und Salben - unbedingt die Packungsbeilage beachten!
- Vorsicht: Starke Haarstoppeln nach Intimrasuren können dem Kondom schaden, ebenso Sandkörnchen (z. B. am Strand).
- Hin und wieder kurz mit der Hand überprüfen, ob das Kondom noch richtig sitzt.
- Penis und Kondom zusammen aus der Vagina oder dem Anus herausziehen, solange der Penis noch steif ist, damit der Gummi nicht abrutscht. Dabei das Kondom am Gummiring festhalten.
- Samenflüssigkeit nicht in den Mund, in andere Körperöffnungen oder auf offene Hautstellen des Partners oder der Partnerin gelangen lassen.
- Kondome immer nur einmal verwenden!
- Kondome nach Gebrauch Kondome in den Mülleimer werfen, nicht in die Toilette.
Die richtige Wahl bei Gleitmittel sind fettfreie auf Wasser- oder Silikonbasis. Da solche Gleitmittel beim Gebrauch schnell trocknen, solltest du sie ruhig reichlich verwenden. Für die gute Hausfrau ist anzumerken, dass sich wasserlösliche Gleitmittel leichter aus Textilien entfernen lassen als silikonhaltige.
Auf Wachs oder Fett basierende Mittel (z. B. Vaseline, Crisco, Handcremesoder Speiseöle) greifen dagegen Gummi an und machen es porös. Verwendest du solche Gleitmittel, können mikroskopisch kleine Risse im Kondom entstehen, die es für Krankheitserreger durchlässig machen. Beim heftigen Ficken erhöht sich zudem die Gefahr, dass das Gummi reißt.
„Sperma ist ekelhaft“, heißt es in einem bekannten Hit. Das sehen viele allerdings anders. Beim Sex das Sperma des anderen abzubekommen, ist häufig der Höhepunkt einer wilden Spielerei – und auf gesunder Haut auch unbedenklich, was HIV angeht (andere Erreger von sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs) können allerdings per Schmierinfektion übertragen werden). Mehr dazu unter "Gesundheit".
Auf Schleimhaut und offene Stellen sollte man Sperma (und Blut) dagegen nicht kommen lassen – hier besteht das Risiko einer Ansteckung mit HIV und anderen STDs. Deshalb beim Analverkehr Gummis verwenden, nicht in den Mund des Partners abspritzen bzw. kein Sperma aufnehmen und auch nicht mit fremdem Sperma wichsen.
Falls doch mal Sperma in den Mund gelangt: ausspucken, den Mund ohne Druck mit Wasser spülen, anschließend, falls vorhanden, mit alkoholhaltigem Getränk (möglichst 40% ig) nachspülen. Bei Sperma im Auge gilt: Es brennt zwar, aber das HIV-Infektionsrisiko ist sehr gering – dennoch am besten direkt mit klarem Wasser ausspülen. Und sollte doch einmal Sperma in den Arsch gelangen – die bundesweite Telefonberatung der Aidshilfen berät dich unter 0180-33-19411 gern und kann dir gegebenenfalls eine Stelle nennen, die als Notfallmaßnahme eine PEP anbieten kann.
Der Begriff „Bareback" bedeutet ursprünglich einfach „auf dem nackten Rücken" (des Pferdes), also „Reiten ohne Sattel". In die schwule Szene kam er, nachdem HIV-positive Männer in den USA Sexpartys organisierten, bei denen sie miteinander ungeschützten Sex haben konnten. Mit der Zeit fanden diese Partys immer mehr Liebhaber, auch bei ungetesteten und HIV-negativen Männern. Durch Presseberichte und durchs Weitererzählen wurde den Bareback-Partys besondere Aufmerksamkeit zuteil.
Bareback wurde so zum Modebegriff für Analverkehr ohne Kondom. Genau genommen beschreibt er jedoch nicht das gelegentliche Weglassen eines Kondoms, sondern die bewusste Entscheidung, generell auf Safer Sex zu verzichten.
Wichtig ist, dass du über die möglichen Folgen informiert bist: Ohne Kondom zu ficken oder gefickt zu werden, erhöht erheblich dein HIV-Ansteckungsrisiko. Ebenso steigt die Gefahr, dich mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) wie Tripper und Syphilis anzustecken oder sie weiterzugeben. Wenn du HIV-positiv bist, bist du anfälliger für STIs, die Krankheiten können schneller und schwerer verlaufen. STIs wiederum erhöhen das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere, und bei Negativen erhöhen sie das Risiko einer Ansteckung mit HIV.
Die Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen (EKAF) hat Anfang 2008 mit der Einschätzung für Wirbel gesorgt, dass medikamentös erfolgreich behandelte HIV-Positive unter bestimmten Bedingungen sexuell nicht infektiös sind. Die DAH hat sich im Wesentlichen dieser Position angeschlossen und sagt Folgendes:
Eine stabile und erfolgreiche HIV-Therapie senkt die HIV-Konzentration in den Körperflüssigkeiten und Schleimhäuten und damit das Ansteckungsrisiko für andere: Bei sexuellen Kontakten ohne Kondom ist eine HIV-Übertragung unwahrscheinlich, wenn die Viruslast des HIV-positiven Partners seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze liegt, die antiretroviralen Medikamente konsequent eingenommen werden und bei den Sexualpartner(inne)n keine Schleimhautdefekte z. B. als Folge sexuell übertragbarer Infektionen vorliegen. Bei zusätzlicher Anwendung von Kondomen nähert sich das Restrisiko gegen Null. Überprüfbar sind diese Bedingungen allerdings in der Regel nur in Partnerschaften und bei enger ärztlicher Begleitung. Beim Sex mit Gelegenheitspartnern empfiehlt sich weiterhin die Verwendung von Kondomen.
Taucht in Partnerschaften zwischen HIV-Positiven mit nicht nachweisbarer Viruslast und HIV-Negativen oder Ungetesteten die Frage „Kondomverzicht – ja oder nein?“ auf, empfiehlt die DAH folgendes Vorgehen:
- die Beschäftigung mit den dazu vorliegenden Informationen (Unterstützung und Beratung dazu bieten z. B. die Aidshilfen, behandelnde Ärztinnen und Ärzte und Mitarbeiter/innen weiterer Beratungsstellen), sodass die Grundlagen für eine informierte Entscheidung gegeben sind,
- die Kommunikation über diese Informationen,
- eine gemeinsame Entscheidung, mit der beide gut leben können,
- sowie in der Folge die regelmäßige Einnahme der HIV-Medikamente und den regelmäßigen Besuch beim Arzt/bei der Ärztin, um die Wirksamkeit der Medikamente und die Abwesenheit von Schleimhautdefekten zu überprüfen.
HIV-Positiven mit sexuellen Gelegenheitskontakten neben ihrem festen Partner empfehlen wir eine regelmäßige Kontrolle auf sexuell übertragbare Krankheiten, da diese häufig ohne auffällige Symptome verlaufen (bzw. da Symptome häufig nicht bemerkt werden) und oft nur durch ärztliche Untersuchungen bzw. im Labor festgestellt werden können.
Schutz vor unliebsamen Erlebnissen bei Dates über das Internet bietet dir in erster Linie die nötige Portion Vorsicht. An wen du beim Chatten geraten bist, lässt sich mit einiger Erfahrung und Umsicht oftmals rechtzeitig erkennen. Du solltest aber nie vergessen, dass du dich letztlich mit einem völlig unbekannten Menschen treffen wirst. Im Internet fehlen viele Merkmale, die man bei einem Offline-Kennenlernen automatisch mit einbezieht, denn im Netz kannst du dein Gegenüber meist nicht anhand von Körpersprache, Tonfall, Blicken oder Gesten einschätzen.
Bei jedem Chatten solltest du dich daher stets aufs Neue entscheiden, auf was du dich einlassen willst. Gerade wenn du jemanden zu dir nach Hause einladen möchtest. Ist es der schnelle Fick wirklich wert, dass du Handy-Nummer und Adresse herausgibst? Ein gewisses Misstrauen ist auch beim Versenden von Bildern angebracht - verschick am besten nur solche Pics, die dir später nicht peinlich sein könnten.
Lass dich zu nichts überreden oder drängen. Gönne dir das Selbstbewusstsein und mach nur das, was du auch wirklich möchtest. Schon der geringste Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Chatpartners sollte genügen, von einem realen Treffen abzusehen.
Und wenn es am Ende zum Livedate kommt: Kondome schützen euch vor einer Ansteckung mit HIV und verringern das Risiko einer Übertragung von STIs.
Mehr Infos zum Safer Surfen findest du auch auf www.maneo.de
Es ist passiert. Das Kondom ist geplatzt, oder im hemmungslosen Fickspektakel habt ihr auf Schutz verzichtet…
Wenn dabei ein relevantes HIV-Infektionsrisiko bestanden hat (Infos dazu gibt’s hier weiter unten), steht als Notfallmaßnahme eine HIV-Post-Expositions-Prophylaxe (HIV-PEP) zur Verfügung. Das ist eine vierwöchige HIV-Therapie mit antiretroviralen Medikamenten. Sie sollen verhindern, dass sich HIV nach einer Übertragung so stark vermehrt, dass sich die Viren im Körper „einnisten“ und du chronisch infiziert bist.
Wichtig ist:
- Eine PEP soll so schnell wie möglich begonnen werden – innerhalb von 24 Stunden nach dem Risikokontakt. Noch mal: Je früher, desto besser!
- Die PEP ist keine „Pille danach“, auf die du zählen kannst. Sie wird nur im wirklichen „Notfall“ und nach ärztlicher Beratung vergeben.
- Über mehrere Wochen muss ein Pillencocktail mit Nebenwirkungen eingenommen werden.
- Ob die PEP hilft, ist nicht hundertprozentig sicher, man schätzt die Schutzwirkung grob auf 80 %.
- Die Krankenkassen müssen die Kosten für die Anti-HIV-Medikamente in Höhe von ca. 800–1.500 Euro nur übernehmen, wenn ein klares bzw. erhebliches Risiko einer HIV-Übertragung vorliegt.
Wann bestand ein klares bzw. erhebliches Risiko einer HIV-Übertragung?
Ein klares bzw. erhebliches Risiko bestand, wenn alle folgenden Bedingungen zutreffen:
- Du hattest ungeschützten Analverkehr (Analverkehr ohne Kondom), oder euch ist beim Ficken das Kondom geplatzt oder im Darm abgerutscht.
- Dein Partner ist mit Sicherheit HIV-positiv oder dein Partner ist mit hoher Wahrscheinlichkeit HIV-positiv. Hoch ist diese Wahrscheinlichkeit bei anonymem Sex an einem Ort, an dem sich wahrscheinlich viele HIV-Positive aufhalten – z. B. im Darkroom, in einer Schwulensauna, im Pornokino, auf einer Fist-Party, einer Fetisch-Party oder auf einer anderen Sex-Party.
- a) Es ist nicht bekannt, ob der HIV-positive Sexpartner eine Therapie macht oder
- b) Der HIV-positive Sexpartner macht keine HIV-Therapie oder
- c) Der HIV-positive Partner macht eine Therapie, aber seine Viruslast liegt nicht stabil unter der Nachweisgrenze.
Was tun, wenn ein klares bzw. erhebliches Risiko einer HIV-Übertragung bestand?
Am besten ist es, wenn du dich schon vor dem Fall des Falles einmal in einer ruhigen Minute informierst. Zum Beispiel unter www.hivreport.de: Links oben auf der Startseite findest du einen Link zu ausführlichen Informationen über die HIV-PEP und zu Adressen von Kliniken, an die du dich im Fall des Falles wenden kannst. Beratung und Informationen zur PEP bietet auch die Online-Beratung der Aidshilfen unter www.aidshilfe-beratung.de.
Wenn der „Sex-Unfall“ mit HIV-Risiko schon passiert ist, wende dich umgehend – auch nachts! – an eine der unter www.hivreport.de genannten Kliniken und frag dort am besten nach dem diensthabenden Internisten.
Wenn möglich, sollte dich dein Sexpartner begleiten:
- Wenn er nicht weiß, ob er HIV-positiv ist, aber positiv sein könnte, kann man im Krankenhaus in 15 Minuten einen HIV-Test bei ihm machen. Wenn der anschlägt, kannst du mit der PEP beginnen.
- Wenn er weiß, dass er HIV-positiv ist, kommt es unter anderem auch auf seine Viruslast an. Bei erfolgreicher, stabiler Therapie (Viruslast seit mindestens 6 Monaten unter der Nachweisgrenze) wird man im Allgemeinen keine PEP empfehlen.
- Wird eine PEP empfohlen, kann dein Partner Infos über seine Therapiegeschichte und die Medikamente geben, die er nimmt/genommen hat: Das ist wichtig für die Auswahl der Medikamente, die du bekommst.
Im Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin wird gemeinsam festgestellt, welches Risiko bestand. Rede offen und ehrlich darüber – Ärzte verkraften das. Je nach Einschätzung der Situation wird der Arzt/die Ärztin dann gegebenenfalls eine HIV-PEP vorschlagen, und die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

























