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Wissenswertes zum HIV-Test
Spricht man vom HIV-Test, so ist fast immer der Test auf HIV-spezifische Antikörper gemeint. Deshalb wird
der HIV-Test auch oft als HIV-Antikörpertest bezeichnet. Der HIV-Test ist ein indirekter Nachweis des HI-Virus.
Ein direkter Virusnachweis ist zwar auch möglich, wird aber aufgrund der hohen Kosten als Testverfahren
nur selten angewendet.
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In unserem Testkalender findest du Beratungs-
und Testangebote in ganz Deutschland!
Eine besondere Herausforderung bei HIV-Tests ist die so genannte "diagnostische Lücke". Damit ist die Zeit bezeichnet, die der Körper benötigt, um nach einer Infektion nachweisbare Antikörper zu bilden. Um nach einem Risikokontakt HIV Antikörper messen zu können muss also ein gewisser Zeitraum vergangen sein: ein erster HIV-Test ist heute schon zwei bis drei Wochen nach einem Risikokontakt möglich. Die derzeit verwendeten Tests können eine HIV-Infektion sechs Wochen nach der Infektion zu etwa 80% und ab der 12. Woche zu annähernd 100% erkennen; nur in sehr seltenen Fällen sind Antikörper erst später nachweisbar. Wer eine Infektion sicher ausschließen möchte sollte deshalb den Test frühestens 12 Wochen nach dem Risikokontakt durchführen lassen. An dem Zeitrahmen ändert auch der Schnelltest nichts!
Wer befürchtet, sich mit HIV infiziert zu haben, sollte sich beraten lassen. Die Mitarbeiter/innen von Aidshilfen, Gesundheitsämtern und der Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben viel Erfahrung in der Beratung zum HIV-Test und nehme sich im persönlichen Gespräch (auf Wunsch anonym und/oder telefonisch) gern die Zeit, die jemand für seine Entscheidungsfindung braucht. Sie wissen auch, wo man Tests durchführen lassen kann.
Grundsätzlich gilt: Gesundheitsämter bieten den HIV-Test meist kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr an. Der große Vorteil ist, dass man den Test hier anonym - also ohne Namensnennung - durchführt. Erfolgt der Test in einer ärztlichen Praxis, wird er namentlich durchgeführt, das heißt, der Name und das Testergebnis kommen in die Akten.
Stellt sich bei der Beratung heraus, dass tatsächlich ein HIV-Risiko bestanden hat, kann ein HIV-Test Gewissheit verschaffen. In der Beratung sollte man sich auch über mögliche soziale und rechtliche Nachteile informieren, die mit dem Test bzw. mit einem positiven Ergebnis verbunden sein können. Ob jemand einen HIV-Test machen lässt, ist seine freie Entscheidung. Der HIV-Test darf nicht ohne Wissen und Einverständnis des zu Testenden erfolgen, niemand darf einen anderen zu einem Test zwingen.
Der HIV-Schnelltest ist wie der „klassische" HIV-Test ein Antikörpertest. Auch HIV Schnelltests sind erst ab 12 Wochen nach einer Risikosituation endgültig aussagekräftig.
Vorteil von HIV Schnelltests ist, dass der Test mit wenig Blut aus dem Finger bereits nach ca. 30 Minuten einen Befund vorweist. Nachteil der HIV Schnelltests ist, dass so genannte "reaktive" Testergebnisse zustande kommen können: Schnelltests sind hoch sensibel eingestellt und können deshalb auch dann reagieren, wenn gar kein HIV vorliegt (reaktives Testergebnis). Bei einem reaktiven Testergebnis weiß man also nicht eindeutig, ob wirklich eine Infektion mit dem HI-Virus vorliegt. Um mit Sicherheit HIV feststellen zu können müssen deshalb alle reaktiven Testergebnisse durchgeführter Schnelltests mit dem „klassischen" HIV Antikörpertest bestätigt werden. Dazu wird Blut aus der Vene entnommen und zum Untersuchen in ein Labor geschickt. Der Befund liegt dann spätestens eine Woche später vor und wird persönlich mitgeteilt.
Gesundheitsämter sowie manche Aidshilfen und Präventionsprojekte bieten die Möglichkeit, sich anonym auf HIV-Antikörper und andere sexuell übertragbare Krankheiten testen zu lassen. Das heißt, du bekommst eine Nummer oder ein Pseudonym zugewiesen und deine Ergebnisse werden nicht personenbezogen ausgewertet. Die Daten werden lediglich unter dem „Decknamen“ gespeichert, und du kannst jederzeit einen – wieder anonymen – Kontroll- oder Folgetest machen lassen.
Gehst du für die Tests zum Arzt, ist dies in der Regel nicht anonym. Deine Krankenkasse registriert dein Ergebnis, verbunden mit deiner Person. Mit einem aktenkundigen positiven HIV-Testergebnis kannst du dir z. B. den Weg in Zusatzversicherungen oder Lebens- sowie Berufsunfähigkeitsversicherungen verbauen bzw. diese evtl. nur mit saftigem Aufschlag oder Ausschluss der Infektion als Versicherungsfall abschließen.Die Angst vor einem HIV-Test kann verschiedene Ursachen haben. Einmal ist da natürlich die Panik vor einem positiven Testergebnis. Eine Rolle spielen kann aber auch die Sorge, durch ein negatives Ergebnis gewissermaßen dazu „verpflichtet" zu werden, künftig aufzupassen. Ebenso spielt die Wahrnehmung der eigenen Sexualität und des eigenen Handelns eine nicht unwesentliche Rolle dabei, ob man das Thema Test an sich ranlässt: Wer sich über sein eigenes Risiko etwas vormacht, verdrängt damit auch den Weg zum Test.
Wenn man den eigenen HIV-Status nicht kennt, schützt einen das zwar erst einmal davor, sich mit der Krankheit und ihren möglichen Folgen auseinandersetzen zu müssen. „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", denken manche - und wollen sich um Verantwortung für sich selbst und andere keine Gedanken machen. Das ist aber nicht wirklich entlastend. Denn die Angst ist trotzdem vorhanden und kommt bei jeder neuen Risikosituation wieder hoch.
Außerdem schadet man sich im Zweifel nur selbst. Denn nur, wenn man bei einer Infektion rechtzeitig mit einer Behandlung beginnt, kann man die medizinischen Möglichkeiten optimal nutzen und Folgeschäden vermeiden. Ein Großteil der von Aids betroffenen Menschen in Deutschland erfährt aber erst beim Ausbruch der Krankheit von der Infektion. Und davor sollte man eigentlich mehr Angst haben...
Der Bilanztest wird von frisch verliebten Paaren genutzt, die in ihrer Beziehung auf das Kondom verzichten möchten und vorher Klarheit über ihren HIV-Status wollen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass beide vor dem Test drei Monate Safer Sex machen, damit das Testergebnis wirklich sicher ist. In einer monogamen Beziehung steht nach einem negativen Ergebnis dem kondomlosen Sex nichts im Wege. In einer offenen Partnerschaft gelingt diese Strategie nur, wenn beim Sex mit Dritten konsequent Safer Sex gemacht wird.
So manch Überängstlicher hat sich schon den Spaß am Sex verdorben, weil er hinter jeder Nummer eine Gefahr lauern sieht. Regelmäßige HIV-Tests machen Sinn, wenn du auch regelmäßig riskante Sexkontakte hast. Hier hilft die frühe Erkennung einer Infektion, frühzeitig eine Therapie zu starten. Doch vieles im Leben ist oft weniger gefährlich, als man glaubt. So kannst du dich zum Beispiel über Speichel, Schweiß oder Urin nicht mit HIV infizieren. Auch bei Aufnahme des „Lusttropfens" ist das Risiko vernachlässigbar gering, und Sperma auf einer weitgehend gesunden Haut kann dir ebenfalls nicht gefährlich werden.
Etwas Vorsicht schadet sicher nie, Angst verdirbt dir aber nur die Lust. Mit „Kondome beim Ficken" und „Kein Abspritzen im Mund" bist du gut gegen HIV abgesichert. Lass dich bei häufig wechselnden Sexpartnern dann lieber regelmäßig z. B. auf Syphilis und Chlamydien testen. Und gegen Hepatitis solltest du geimpft sein.
Dient der regelmäßige HIV-Test dazu, dich in deinem riskanten Verhalten zu beruhigen, kann das schnell nach hinten losgehen. Denn nur, weil bis jetzt alles gut gegangen ist, muss das nicht so bleiben. Informier dich lieber über die möglichen Folgen und wäge dann ab, welche Risiken du eingehen willst und welche nicht. Der Test ist dafür kein Ersatz.
Das Bild der HIV-Erkrankung hat sich in den letzten Jahren verändert. Der medizinische Fortschritt ermöglicht es vielen HIV-Positiven - zumindest in den reicheren Ländern -, viele Jahre oder Jahrzehnte mit dem Virus zu leben. Aber nach wie vor erleben viele das positive HIV-Testergebnis als tiefen Einschnitt. Ängste kommen auf: vor Krankheit und einem möglicherweise frühen Tod, die Sorge, HIV an andere weitergeben zu können, Angst vor den Reaktionen von Partnerinnen und Partnern, Freundinnen und Freunden, Angehörigen und Kolleginnen oder Kollegen.
Mit einem positiven Testergebnis und dem Leben mit HIV geht jeder anders um. Hilfreich kann Unterstützung des sozialen Umfelds, von anderen HIV-Positiven, vom behandelnden Arzt/von der behandelnden Ärztin oder von Aidshilfe-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern sein. Letztere beraten auch zu allen Fragen rund um das Leben mit HIV, stellen den Kontakt zu Selbsthilfegruppen her und bieten bzw. vermitteln bei Bedarf professionelle Unterstützung.
Auch wenn die HIV-Erkrankung nicht heilbar ist: Inzwischen gibt es zahlreiche antiretrovirale Medikamente, die mit großem Erfolg gegen HIV eingesetzt werden. Und es gibt viele Erfahrungen, dass auch mit HIV ein gutes und erfülltes Leben möglich ist. Die HIV-Erkrankung ist also kein Grund, zu resignieren und auf Zukunftsplanung zu verzichten.
HIV-positiv zu sein heißt allerdings auch, für andere Menschen potenziell ansteckend zu sein - vor allem in der akuten Phase der Infektion und wenn man keine wirksame antiretrovirale Therapie macht. Schutz bieten Safer Sex und Safer Use. Damit schützen HIV-Positive auch sich selbst vor Ansteckung mit weiteren HIV-Stämmen, was die Behandlungsmöglichkeiten einschränken könnte. Zum anderen mindern sie so auch das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell/durch Blut übertragbaren Krankheiten wie Hepatitis (gegen Hepatitis A und B sind Impfungen zu empfehlen), Syphilis und Tripper, die das Risiko einer HIV-Übertragung erhöhen und außerdem ihr Immunsystem zusätzlich belasten und die Behandlung komplizierter machen können.
Mehr zum „HIV-Test“ findest du in dieser Boschüre (PDF).

























