Ein gestohlener handelsüblicher Staubsauger wirbelte in der vergangenen Woche unnötigen Staub und einen alten Aids-Mythos wieder auf.
Die Meldung der Bremer Polizei vom 4. November klang bedrohlich: „Bei einem Fahrzeugaufbruch in der vergangenen Nacht in der Friedhofstraße fiel dem Täter eine Laptop-Tasche in die Hände, in der sich ein handelsüblicher Handstaubsauger befand. Dieser Handstaubsauger wurde zum Aussaugen medizinischer Geräte verwand. Er ist nach Aussage des Besitzers hochtoxisch (u.a. HI-Viren) und darf aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr nicht mit bloßen Händen angefasst werden", hieß es im Polizeibericht.
Man bat um Mithilfe bei der Suche, und bereits am Morgen nach dem Diebstahl konnte das Gerät in einem nahegelegenen Vorort gesichtet und gesichert werden. So weit, so gut. Doch mittlerweile war genug Zeit vergangen, in der die Medien die Meldung aufgreifen und verbreiten konnten. Eine Regionalzeitung und diverse Onlineportale berichteten vom mysteriösem Aids-Staubsauger, der angeblich so gefährlich sei.
Doch entweder hatte der Bestohlene verkehrte Angaben über die Gefahr gemacht, oder aber bei der Formulierung der Diebstahlsmeldung ist der Pressestelle die Fantasie durchgegangen. Weder dort, noch bei den Medien stellte man sich die richtigen kritischen Fragen. Zum Beispiel, wie man denn mit einem „handelsüblichen" Staubsauger HI-Viren einsaugt und wieso die in dem Gerät aktiv bleiben können, wo doch dieses Virus nur wenige Minuten überlebt, ist es mit Sauerstoff in Berührung gekommen? Nicht zuletzt: Eingesaugtes Material befindet sich in der Regel im Gerät, nicht außen. Muss man erst unsafen Sex mit dem Sauger haben oder wieso kann man sich bereits durch Berührung infizieren?
Möglicherweise muss die Bremer Aids-Hilfe demnächst der Polizeipressestelle oder dem Staubsaugerbesitzer einen Besuch für eine Fortbildung abstatten.


























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