Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) lehnt die angekündigten Zusatzbeiträge der Kassen ab. Sie würden HIV-Patienten zu stark belasten.
Damit stellt sie sich an die Seite des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, der die Zusatzbeiträge als unsozial und ungerecht kritisiert hat. Viele Menschen bezögen beispielsweise als Folge einer chronischen Erkrankung niedrige Einkommen - darunter tausende Menschen mit HIV und Aids. Die DAH unterstützt daher die Vorschläge des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, die solidarische Finanzierung wiederherzustellen, in der sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen lohnabhängigen Beitrag teilen. Außerdem müsse die die Versicherungspflichtgrenze angehoben werden, um ein Abwandern von Gesunden aus der Solidargemeinschaft in die private Krankenversicherung zu verhindern.
"Wir fordern die gesetzlichen Krankenkassen auf, Niedrigeinkommensbezieher unverzüglich von der geplanten Zuzahlung zu befreien. Alles andere würde unzumutbare Härten bedeuten: einerseits wegen der finanziellen Zusatzbelastung andererseits wegen des ‚Quasi-Zwangs‘ zum Kassenwechsel", erklärte DAH-Bundesvorstand Carsten Schatz. "Menschen mit HIV und Aids sind wie andere chronisch Kranke auch auf eine sehr gute und verlässliche medizinische Versorgung zwingend angewiesen. Hierzu gehört auch eine verlässliche Krankenkasse. Ein ‚Krankenkassenhopping‘ würde das wichtige, zum Teil über Jahre gewachsene Vertrauensverhältnis der Menschen zu ihrer Krankenkasse zerstören".
Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen in diesem Jahr voraussichtlich acht Milliarden Euro, von denen der Bund nur die Hälfte übernehmen will. Den Rest müssen die Kassen über Zusatzbeiträge erbringen. Sie dürfen jährlich 96 Euro als eine Art Kopfpauschale von jedem Versicherten einsammeln - unabhängig vom Gehalt. Erst darüber hinaus ist der Betrag mit ein Prozent des Einkommens gedeckelt.


























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