Hier erklären dir sechs Männer, mit welchen Strategien sie sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützen und warum es ihnen wichtig ist, auch künftig HIV-negativ zu bleiben. Denn die HIV-Infektion wird zwar immer besser behandelbar, aber es gibt gute Gründe, sich gar nicht erst anzustecken. Ein Plus für ein Minus!
Als DJ ist Michael in der Partyszene des Ruhrgebietes kein Unbekannter. Seit fast zwei Jahren lebt der Dortmunder in einer monogamen Beziehung. Als Single war Michael allerdings kein Kind von Traurigkeit. Sein Motto für den sicheren Verkehr lautete: „Erst gurten, dann spurten!“ Auch in der Partnerschaft sind Michael und sein Partner auf Nummer sicher gegangen: Beide haben sich einem HIV-Schnelltest unterzogen, der negativ ausfiel. Und beide wollen künftig sexuell Treue sein. Nach einem solchen „Bilanztest“ ist für sie Sex ohne Kondom eine natürliche und sichere Sache. Übrigens, unsere Rollenmodelle Christoph und Maik halten es mit ihrer Strategie ähnlich.
Schon mit 14 hatte Daniel sein Coming-out und bald darauf erlebte er sein erstes Mal. Dass es „Anfänger“ nicht immer leicht haben und die Sache mit dem Safer Sex erst lernen müssen, davon berichtet Daniel im Interview. Sein erstes Internet-Date lief ganz schön schief! Heute bezeichnet sich Daniel als Beziehungstyp, aber er weiß, dass Liebe allein keinen Schutz bietet – genau wie unser Rollenmodell Raphael. Auch Daniel und sein Freund haben einen Bilanztest gemacht.
Bevor er sein Schwulsein entdeckte, war Volker mit einer Frau verheiratet und wurde Vater von zwei Kindern. Mit 30 hatte er sein Coming-out. „Und plötzlich ist Aids ein Thema für dich“, erzählt Volker im Gespräch und erläutert, wie er bis heute negativ geblieben ist: „Einfach generell Safer Sex!“ Ganz ähnlich wie unser Rollenmodell Fabian hat Volker immer einen Gummi in der Tasche, weil er die Entscheidung getroffen hat, sich lieber an klare Regeln zu halten. „Das macht es mir einfacher“, sagt er und vergleicht Safer Sex mit den Regeln im Straßenverkehr. Volker findet, dass er mit dieser Haltung gut gefahren ist: „Wahrscheinlichkeitsberechnungen sind nicht mein Ding.“
In der schwulen Jugendgruppe hat Wolfgang über das Herzenslust-Projekt erstmals von HIV und Aids gehört. Aufklärung tat Not: Vorher hatte er einige riskante Kontakte gehabt. „Ich hätte mich aus Unwissenheit infizieren können“, erklärt der Student uns im Interview. Ein Test beim Gesundheitsamt brachte Klarheit: Glück gehabt. Heute engagiert sich Wolfgang in der Präventionsarbeit. Mit seinem Freund lebt er in einer monogamen Partnerschaft, aber er weiß, dass auch eine Beziehung keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Zu reizvoll erscheinen ihm die Verlockungen der Skater- und Sneakerszene...
Kay und Rüdiger sind ein Paar und leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Kay ist positiv, Rüdiger nicht! Im Interview mit IWWIT berichten sie über ihre Liebe und die Herausforderungen, die die Infektion für eine solche „serodiskordante“ Partnerschaft mit sich bringt. (Serodiskordant bedeutet „bezüglich des HIV-Serostatus verschieden“) „Ein risikofreies Leben gibt es nicht“, sagt Rüdiger, aber er weiß trotzdem, wie er dafür sorgen kann, dass er negativ bleibt. Was Kays HIV-Therapie mit dem Liebesleben des Paares zu hat, erfährst du in diesem Videoclip. Mehr zu dem Thema steht übrigens auch im so genannten EKAF-Papier. Wer sich für das Beziehungsleben serodiskordanter Paare besonders interessiert, sollte auch unsere Rollenmodelle Wolfgang und Andreas kennen lernen.