„Überfällige Unterhaltung“
Das Projekt entstand ursprünglich 2004 als Videoinstallation und erschien unter dem Titel „Overdue Conversation“ 2006 als neunminütiger Kurzfilm. Dieser wurde seitdem weltweit auf Filmfestivals gezeigt und für "Ich weiß was ich tu!" mit deutschen Untertiteln versehen. Er befasst sich mit der Frage der Verantwortung, den man bei schwulem Sex hat und stellt eine authentische Situation im Leben schwuler Männer im Zeitalter von HIV und AIDS dar.
Der Filmemacher Charles ist selbst HIV-positiv und stellt seinen eigenen Umgang mit seinem HIV-Status zur Diskussion. Der Film ist so entstanden, dass er einen Freund und ehemaligen Gelegenheitssexpartner, Paul (im Film links im Bild), zu einem Gespräch gebeten hat, bei dem sich beide gegenseitig filmten. Der Anlass dieses Gesprächs ist, dass Charles (im Film rechts im Bild) Paul im Nachhinein mitteilen möchte, dass er HIV-positiv ist. Eine „überfällige Unterhaltung“, da Charles es ihm damals, als sie sich beim Sex in einem Park kennenlernten, und auch später nie gesagt hatte. Es stellt sich heraus, dass Paul ebenfalls positiv ist und es ebenfalls Charles bis dahin nicht mitgeteilt hatte. Es folgt eine Unterhaltung über die Frage der Verantwortung von schwulen Männern sich selbst und Anderen gegenüber und der Verantwortung von Positiven, z.B. ob sie verpflichtet sind, es Anderen vorm Sex mitzuteilen.
Was für Ansprüche hat man an sich? An Andere? Handelt man immer so, wie man es für richtig hält? Gibt es überhaupt richtig und falsch in diesem Bereich? Wovon gehen wir stillschweigend aus? Warum ist es so schwierig, über dieses Thema zu reden, es überhaupt beim Namen zu nennen? Kann eine Freundschaft solch ein „überfälliges Geständnis“ überleben? Diese Fragen, die uns alle betreffen, diskutieren hier nicht zwei Schauspieler, sondern Paul und Charles als Privatpersonen sehr offen und persönlich und unzensiert. Ihre Gedanken dazu kannst Du als Anregung nehmen, Dir Deine eigenen zu machen über Deine persönlichen Vorstellungen und Verhaltensweisen nachzudenken oder mit anderen Männern darüber zu reden.
Weitere Informationen zu Charles und seinen Filmen findet ihr hier: Homepage
Film abspielen
Charles Lum alias clublum
Charles Lum lebt in New York und ist ein Künstler, der mit den Mitteln des Dokumentarfilms, Fotographie und Performance arbeitet und mit Bildern Geschichten über HIV, AIDS und mann-männliche Sexualität erzählt. Er hat Film und Fotographie in Minnesota, New York und Chicago studiert. Clublums Kurzfilm-Sammlung wurde international gezeigt. Seine Arbeit befasst sich vor allem auf konfrontative Art und Weise mit ethischen Fragen schwuler Sexualität und wie das sich verändernde Gesicht von HIV schwule Kultur und persönliche Erfahrungen beeinflusst. Seine Filme werden nicht nur regelmäßig auf schwul-lesbischen Filmfestivals weltweit gezeigt, sondern Charles hat seine Arbeit auch an Hochschulen und einer Reihe von Kunst- und Filmveranstaltungen präsentiert, in den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal, Niederlanden, Norwegen, Slowenien, Israel, Südafrika, Brasilien, Bolivien, Indien und Tschechien.

























