David ist 29 Jahre alt, lebt in Hamburg und ist Barkeeper.
Mein Name ist David – ich komme eigentlich aus Sachsen-Anhalt, bin aber schon mit 17 von zu Hause weggezogen und nach Nürnberg gegangen. Dort habe ich meine Ausbildung zum Koch gemacht. Durch diesen Beruf bin ich ein bisschen herumgekommen: Ich habe zum Beispiel auch schon ganz im Norden in Travemünde gearbeitet. Dort habe ich meinen Freund kennengelernt, mit dem ich dann einige Monate zusammen war. Durch ihn kam ich dann nach Lüneburg, also war ich schon mal ganz in der Nähe von Hamburg.
Und nachdem unsere Beziehung vorbei war, kannte ich hier in der Stadt schon ziemlich viele Leute. Also bin ich hier geblieben – und nun bin ich eben schon fast 10 Jahre in Hamburg. Und find‘s hier auch nach wie vor schön.
Als Koch arbeite ich inzwischen nicht mehr, auch wenn ich der Gastronomie treu geblieben bin: Seit einiger Zeit bin ich Barkeeper in einer Szene-Bar.
Als ich mich anfing für Sexualität zu interessieren, war mir nicht sofort klar, dass ich mich für Männer interessiere. Zum Beispiel habe ich damals ab und an mit einem Freund Pornos geguckt und ein bisschen rumgewichst. Aber dass es eher die Schwänze waren, die mich interessieren, das wurde mir wirklich erst später bewusst.
Meinen ersten Sex hatte ich dann auch erst, als ich in Nürnberg war. Irgendwie war ich schon neugierig und habe mich bei Gayromeo angemeldet. Lange hat es dann nicht gedauert, bis ich mein erstes Date hatte. Und das war gleich so etwas mit Fesseln und ein bisschen SM und so – also das hat mich damals schon angemacht und tut es heute auch noch. Und dazu stehe ich!
Dann ging es von null auf hundert in Sachen Szene: Jeden Freitag und Samstag war ich auf irgendeiner Veranstaltung. Und spätestens um eins war ich auf irgendeiner Box oder habe mit freiem Oberkörper auf der Theke getanzt. Ich hatte nicht zu verstecken. Ja, ich war viel und gerne unterwegs.
Mein Coming-Out hatte ich aber erst, nachdem ich mich da ein bisschen ausprobiert hatte. Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen, dass es das Schwerste ist, das erst einmal für sich selbst hinzukriegen: zu sich selbst zu stehen, es zu akzeptieren, Selbstbewusstsein aufbauen: ja, ich will das und das ist auch richtig so. Alles andere ist dann relativ einfach, wenn das geklappt hat. Ich sage immer: Frauen haben oben zu viel und unten zu wenig. Ich bin eben schwul durch und durch.