Hepatitis C

Hepatitis C wird zunehmend bei Männern festgestellt, die Sex mit Männern haben (vor allem bei HIV-Positiven). Anders als bei Hepatitis A und B gibt es keine Impfung, und auch eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht vor einer weiteren Ansteckung. Die Erkrankung wird oft viel zu spät erkannt und kann zu starken Leberschäden führen.

Der Hepatitis-C-Virus (HCV) wird durch Blut übertragen, vor allem beim Drogengebrauch (auch beim gemeinsamen Benutzen von Röhrchen zum Sniefen). Anstecken kann man sich aber auch bei sexuellen und sonstigen Praktiken, bei denen Blut im Spiel ist. Besonders leicht blutest du, wenn du dich fisten lässt, große Dildos benutzt oder wenn der Fick besonders hart und lange ist (Schwanzpiercings, Viagra & Co., …). Je weniger du beim Ficken spürst (wegen Alkohol, Poppers, Special K und Co.), desto höher ist die Verletzungsgefahr. Hepatitis C wird vor allem dort weitergegeben, wo viele Männer (in der Gruppe oder nacheinander) mit wechselnden Partnern harten Sex machen.

So kannst du dich schützen
  • Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht, und auch nach einer Ausheilung kann man sich wieder anstecken. Schützen kannst du dich mit folgenden Maßnahmen:
  • Zieh dir beim Fisten für jeden Partner einen neuen Latex-Handschuh über, damit kein Blut aus dem einen in den anderen Darm gelangt. Nicht mit anderen in denselben Gleitmitteltopf greifen!
  • Beim Analverkehr schützen Kondome. Wer sich ungeschützt ficken lässt, sollte wenigstens mehr Gleitgel als sonst, aber weniger Poppers nehmen – dann kommt es nicht so leicht zu Blutungen.
  • Nimm dir nach Operationen im Analbereich (zum Beispiel nach der Entfernung von Feigwarzen) oder am Schwanz (zum Beispiel nach einer Beschneidung) Zeit bis zur kompletten Wundheilung – danach kannst du entspannter Sex haben, ohne das Risiko, dass Wunden aufreißen und du zusätzlich eine Hepatitis C bekommst.
  • Hast du mehr als zehn Sexpartner im Jahr und/oder stehst du auf harte Sexpraktiken, lass dich einmal jährlich auf Hepatitis C untersuchen.
  • Wenn du Anabolika oder andere Substanzen spritzt, teile die Nadel nicht mit anderen. Das gilt übrigens auch für Rasierklingen und Zahnbürsten. Achte darauf, dass bei Tätowierungen und Piercings auf hygienische Standards geachtet wird.
  • Nimmst du Kokain oder Speed, zieh deine Line nur durch dein eigenes Röhrchen. Koks und Speed greifen die Nasenschleimhaut an und führen dort zu kleinen Blutungen – eine winzige Menge Blut am Röhrchen reicht für eine Infektion mit HCV aus!
Wie sich eine Hepatitis C zeigt

In mehr als drei Vierteln der Fälle wird eine akute Hepatitis C gar nicht bemerkt, das heißt, es gibt keine oder nur leichte Symptome oder Beschwerden. In etwa 10 bis 20 % der Fälle treten grippeähnliche Symptome auf, manchmal kann es auch zu einer Gelbfärbung von Augen und Haut kommen. Meist wird die Hepatitis aber erst bei einer Blutuntersuchung entdeckt.

Etwa drei Viertel der Infektionen werden chronisch. Die meisten chronischen Hepatitis-C-Infektionen verlaufen über Jahre oder Jahrzehnte symptomlos oder symptomarm (mit Müdigkeit, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit und wiederkehrenden vorübergehenden Erhöhungen der Leberwerte), und auch eine chronische Hepatitis kann spontan ausheilen

Bei etwa einem Drittel der nicht behandelten chronischen Infektionen kommt es zu einem aggressiven Verlauf mit einem bindegewebigen Umbau der Leber (Fibrose), bei etwa 20 Prozent der Infizierten kommt es nach Jahren oder Jahrzehnten zu einer Zirrhose mit zunehmendem Verlust der Leberfunktion und erhöhtem Risiko für Leberzellkrebs.

Hepatitis C bei schwulen Männern

Behandlung

Liegt die Infektion nicht länger als drei bis vier Monate zurück, kann man durch eine sechsmonatige Interferontherapie in den meisten Fällen verhindern, dass sie chronisch wird. Da die akute Hepatitis C-Infektion in den meisten Fällen keine Krankheitsbeschwerden verursacht, bleibt sie jedoch häufig unbemerkt und in der Folge unbehandelt.

Die chronische Hepatitis C lässt sich ebenfalls behandeln und kann mittlerweile dank neuer Medikamente in vielen Fällen auch geheilt werden. Allerdings ist die Behandlung langwierig und kann heftige Nebenwirkungen wie Depressionen und Gewichtsverlust mit sich bringen.

Wichtig: Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann man sich immer wieder neu mit Hepatitis C anstecken!