ICH WEISS WAS ICH TU

Mein Weg aus der Dunkelheit einer schwulen Missbrauchsbeziehung

Queerer Kampf gegen unsichtbare Fesseln: Unseren Autor Jeff Mannes quälten plötzlich Depressionen. Und er wusste nicht warum. Bis seine engste Freundin den Verdacht hatte, dass sein Partner ein Narzisst ist. Die Geschichte eines traumatischen Befreiungskampfes.

Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es um emotionalen und psychischen Missbrauch, Depressionen und selbstverletzendes Verhalten. Wenn das etwas ist, was dich belasten könnte, dann verzichte bitte auf diesen Artikel oder lese ihn nur mit Vorsicht und Self-Awareness.

Wenn dir jemand zeigt, wer er ist, dann glaube ihm beim ersten Mal.

Maya Angelou

Eigentlich hätte ich schon früh diese gigantische Red Flag, dieses Alarmzeichen erkennen müssen. Eigentlich. Hier war ich nun, rund 10.000 Kilometer von zuhause entfernt, auf der anderen Seite der Welt, verloren mitten in der Nacht in einer mir völlig unbekannten Stadt, emotional aufgelöst, verwirrt, beängstigt, fast schon traumatisiert. Rausgeworfen von jemandem, der nur wenige Sekunden zuvor völlig unerwartet im wahrsten Sinne des Wortes explodierte. Rausgeworfen von dem Mann, dem ich vertraute. Eigentlich hätte dies das Alarmsignal sein sollen, das mir die Augen öffnete. Doch das war es nicht. Im Grunde war es erst der Anfang einer lang anhaltenden, traumatischen Beziehung, die mich tief in die Depression stürzte.

Ich traf Mike, der eigentlich anders heißt, gut zwei Monate zuvor in Berlin. Er war zu Besuch, wir hatten ein erstes Date. Viele weitere folgten, wir sahen uns fast jeden Tag während seines Aufenthalts in der Stadt. Er war aufmerksam, charmant, eigentlich schon zu charmant. Da war schon so ein kleines Bauchgefühl, dass dieser übertriebene Charme suspekt sei. Aber ich war nicht in der Lage, auf dieses Bauchgefühl zu hören. Heute weiß ich: Er betrieb Love-Bombing.

Love-Bombing
Beim Love-Bombing wird eine Person mit übermäßiger Zuneigung und Aufmerksamkeit überhäuft, um Kontrolle über sie zu erlangen. Love-Bombing ist eine Form des emotionalen Missbrauchs. Es geht nicht primär darum, der anderen Person etwas Gutes zu tun, sondern um sie emotional abhängig zu machen.

Am letzten Tag seines Berlin-Urlaubs gestand ich ihm, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Und er lud mich ein in seine Heimat. Zwei Monate später war es dann so weit und ich saß im Flieger um die halbe Welt. Die ersten Tage waren noch schön. Doch dann passierte das Warnzeichen, das mir eigentlich hätte viel weiteres Leid ersparen sollen.

Wir fuhren mit zwei Freunden von ihm zum Abendessen in ein Restaurant. Während des Essens fing Mike an, mir unerwartete Fragen zu stellen: „Was ist die Hauptstadt von Rumänien? Was ist die Hauptstadt von Neuseeland?“ Und so weiter. Dabei grinste er süffisant. Er versuchte mich vor seinen Freunden bloß zu stellen. Zwar wusste ich die Antworten auf einige seiner Fragen, aber ich wollte sie nicht beantworten, denn es ging an die Substanz einer tiefen Überzeugung von mir: Dass der Wert eines Menschen nicht dadurch definiert wird, wie viel er weiß, oder wie intelligent er ist. Mike wusste das, denn wir hatten uns schon darüber unterhalten. Und die Art, wie er diese Fragen stellte – mit dem süffisanten Lachen – spielte genau diese Überzeugung an. Sowie auf den Umstand, dass er, im Gegensatz zu mir, schon viel um die Welt gereist war. Es war äußerst unangenehm und verwirrend. Ich verstand nicht, warum es ihm plötzlich Spaß machte, mich vor anderen bloß stellen zu wollen.

Nach dem Abendessen fuhr er seine beiden Freunde nach Hause. Er und ich wollten hingegen noch in eine Bar fahren. Nachdem wir uns von seinen Freunden verabschiedet hatten, fuhren wir weiter. Während wir alleine in seinem Auto waren, sagte ich ihm, dass ich das nicht in Ordnung fand, wie er mich im Restaurant behandelte. Und dann passierte es. Völlig unerwartet explodierte er auf eine Weise, wie ich es noch nie erlebt hatte. Und er schrie: „WIR HATTEN EINFACH NUR SPASS! ABER DU MUSSTEST JA SOLCH EIN IDIOT SEIN! DU HAST DEN GANZEN ABEND RUINIERT! ICH HALTE DICH NICHT AUS, DU BIST EINFACH ZU VIEL!“ Und dann warf er mich aus dem Auto.

Die Hölle kennt keine Wut wie die einer angepissten narzisstischen Person. Toxische, anspruchsdenkende und narzisstische Menschen können ihre Emotionen nicht kontrollieren, und wenn irgendetwas ihren Sinn für Ordnung, Privilegien, Ansprüche, Gerechtigkeit oder Bequemlichkeit bedroht, schlagen sie explosionsartig um sich. (…) [Ähnlich dürfen überempfindliche Menschen] Witze auf Kosten anderer machen, aber sobald jemand sie kritisiert, ist das das Ende der Welt. Sie haben zwei Maßstäbe: die Art, wie sie andere Menschen behandeln dürfen, und die Art, wie sie erwarten, behandelt zu werden.1

Ramani Durvasula

Da stand ich nun also, mitten in der Nacht in einer mir völlig unbekannten Stadt. In einer Stadt, in der es zumindest damals noch nachts unsichere Viertel geben sollte. Was war soeben passiert? Ich war verwirrt, erschrocken, beängstigt. Noch nie wurde ich so angeschrien. Heute, mit meinem angesammelten Wissen über den wissenschaftlichen D-Faktor, über Narzissmus, die Psychologie von Missbrauchsbeziehungen, über die dunkle Triade, Trauma-Bindungen, Gaslighting und emotionale Apokalypsen, würde ich das spätestens hier sofort durchschauen. Aber dieses Wissen hatte ich damals nicht.

Emotionale Apokalypse
Als „emotionale Apokalypse“ beschreibt man in der Regel das Ausnutzen einer Schwachstelle eines Menschen, die dieser Mensch emotional als hochgradig schmerzhaft empfindet. Deswegen kann sie auch verschiedene Formen annehmen. In diesem Beispiel hier ist es ein extremer Wutanfall und explosives Schreien. Es kann aber auch zum Beispiel die Drohung des Verlassen Werdens sein, die Erinnerung an die schlimmsten Ängste eines Menschen, oder tagelanges demonstratives Anschweigen, das sogenannte „Stonewalling“. Es ist der Versuch, Kontrolle über eine Person zu erlangen und eine solch schmerzhafte Erfahrung, dass das Opfer alles tun wird, um sie in Zukunft zu vermeiden. Und damit aus Angst auch Missbrauch zulassen kann.

Alles, was ich damals hatte, um Sinn aus dieser Situation zu machen, war mein Wissen darüber, dass die meisten Menschen zu Empathie fähig sind und auch gut und empathisch sein wollen. (Und in meinem Kopf bedeutete implizit „die meisten Menschen“ alle Menschen.) Wenn also jemand so aufgebracht reagiert, dann muss das doch sicher gerechtfertigt sein, oder? Niemand würde doch so wütend reagieren, wenn er nicht einen guten Grund dafür hätte? Und statt das problematische Verhalten von Mike zu verurteilen, fing ich an, mich selbst in Frage zu stellen. Hatte ich überreagiert? War es vielleicht wirklich nur ein harmloser Spaß? Hab ich vielleicht, ohne es zu merken, beim Essen gemotzt und damit den Abend wirklich ruiniert? „Ich halte dich nicht aus, du bist einfach zu viel!“ Stimmte das? Bin ich „zu viel“?

Ich versuchte ihn anzurufen, um mich zu entschuldigen. Aber er nahm nicht ab. Ich schrieb ihm, dass es mir leidtut und dass ich falsch reagiert hatte. Keine Antwort. Ich versuchte ein Hotel zu finden, aber überall, wo ich nachfragte, war für die Nacht ausgebucht. Ich schrieb ihm wieder, entschuldigte mich immer und immer wieder, flehte ihn an, mich abzuholen. Keine Antwort. Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit verging. Aber mindestens eine Stunde, in der ich allein, verlassen, geschockt und verängstigt durch die Stadt wanderte. Panik machte sich bemerkbar. War ich so schlimm? Es muss so gewesen sein. Warum sonst würde er sich so verhalten? Tiefe Scham breitete sich in mir aus.

Und dann antwortete er endlich. Er beschimpfte mich wieder und meinte, dass ich endlich aufhören soll zu schreiben. Und dass er mich jetzt abholt.

Er sprach kein Wort mit mir im Auto. Und so, wie ich mich fühlte und das Geschehene interpretierte, dachte ich, dass ich mich glücklich schätzen könnte, wenn er überhaupt noch einmal mit mir reden würde. Ich hatte keine Ahnung, dass genau das Gegenteil mir weitaus mehr Glück gebracht hätte. Denn dies war erst der Anfang.

Durch die Dunkelheit: Ein Kampf gegen Gaslighting und die Schatten der Depression

Fast drei Jahre später war ich nur noch ein Schatten meines früheren Selbst. Psychiatrische Diagnose: Eine mittelschwere Depression. Das kannte ich nicht wirklich. Klar hatte ich als Teenager depressive Phasen, vor allem vor meinem Coming-out. Aber welcher schwule oder queere Jugendliche hat diese nicht? Seit meinem Coming-out mit 16 Jahren waren mir Depressionen eigentlich fremd und ich war stets ein sehr fröhlicher und positiv eingestellter Mensch.

Doch fast drei Jahre Beziehung mit Mike hatten mich emotional und psychisch so fertiggemacht, dass ich mich selbst nicht mehr wiedererkannte. Vor allem aber verstand ich (noch) nicht, warum ich überhaupt eine Depression hatte! Denn eigentlich konnte ich mich doch glücklich schätzen? Ich lebte in Berlin, meiner Lieblingsstadt, in einer tollen Wohnung. Ich hatte gute Freundschaften, sowie einen Job, der mich erfüllte. Und wie Mike mir ständig zu verstehen gab: Eine Beziehung, die so besonders war, dass die ganze Welt auf uns eifersüchtig war. Auch hier weiß ich es heute besser: Dies war nicht nur Größenwahn. Es war eine Projektion.

Projektionen
Projektionen sind ein essentieller Bestandteil von Narzissmus und vielen anderen toxischen Persönlichkeiten. Bei der Projektion werden negative eigene Anteile auf andere Menschen projiziert, um diese Menschen dann zu kritisieren und anzugreifen. Zum Beispiel können narzisstische Menschen sehr eifersüchtig sein. Diese Emotionen projizieren sie dann auf ihre*n Partner*in oder andere Menschen und werfen ihnen dann vor, selbst von Eifersucht zerfressen zu sein. Es geht darum, eigene verhasste Anteile zu verstecken, indem man sie bei anderen (oft fälschlicherweise) kritisiert.2

Am Arm trug ich mittlerweile eine Narbe durch selbstverletzendes Verhalten. Die Wunde hatte ich heimlich selbst zugenäht, so sehr schämte ich mich für mein Verhalten und meine Depression. Über die vergangenen Monate hinweg hatte ich alles versucht, um die Depression los zu werden: Ausdauersport in der richtigen Herzfrequenz, Ernährungsumstellung, Meditation. Doch egal, was ich auch tat, es half nichts. Und noch immer verstand ich nicht, dass der Grund für meine Depression in meiner Beziehung lag. Dass es sogar einen Fachbegriff dafür gab: Gaslighting.

Gaslighting
Gaslighting ist eine weitere Form des emotionalen und psychischen Missbrauchs. Es ist eine oftmals sehr versteckte, heimliche Form des Missbrauchs, der in schweren Depressionen enden kann. Der Begriff stammt vom Theaterstück „Gaslight“ aus dem Jahr 1938 über einen Ehemann, der versucht, seine Frau psychisch zu destabilisieren, um sich an ihr zu bereichern. Im Theaterstück verursacht er das Flackern und Herunterdimmen des Gaslichts. Seiner Frau, die das bemerkt, erzählt er, dass diese verrückt sei, sich das nur einbilden würde und das Licht so hell sei wie immer.

Gaslighting funktioniert vor allem dann, wenn das Opfer nicht merkt, dass es unter Gaslighting leidet. Es ist eine Form der Manipulation, bei der der Gaslighter versucht, sein Opfer davon zu überzeugen, dass es sich falsch erinnert, das eigene Verhalten oder die eigenen Motive falsch versteht oder falsch interpretiert und dadurch Zweifel in ihm weckt, die es verletzlich und verwirrt machen.3 Gaslighter nutzen diese Verwundbarkeit aus, um ihr Opfer immer wieder an sich selbst zweifeln zu lassen, mit dem Ziel, sie an sich und ihre Version der „Wahrheit“ zu binden und emotional abhängig zu machen. „Du weißt nicht, wer du bist. Aber ich weiß es“, meinte Mike wortwörtlich einmal zu mir.

Doch in den seltensten Fällen ist Gaslighting so offensichtlich:

Tatsächlich ist Gaslighting eine Art von heimlichem Tyrannisieren, das oft von Partner*innen, Freund*innen oder Familienmitglieder*innen ausgeübt wird, die darauf bestehen, dass sie Sie lieben, obwohl sie Sie hintergehen. Sie wissen, dass etwas nicht stimmt – aber Sie können es nicht genau benennen.4

Robin Stern

„Man ist immer am härtesten zu den Menschen, die man am meisten liebt“, meinte Mike ein anderes Mal zu mir – so als ob das seinen kontinuierlichen Missbrauch rechtfertigen würde, schließlich passiere es ja aus vermeintlicher „Liebe“.

Gaslighting geschieht oft innerhalb enger, vertrauter Beziehungen über einen längeren Zeitraum hinweg. Anfangs ist das Opfer vielleicht einfach nur verwirrt. Nach einer Weile aber fängt es an, komplett an sich und seinem Geisteszustand zu zweifeln und die falsche „Realität“ des Gaslighters anzunehmen. Im Extremfall traut das Opfer der eigenen Wahrnehmung überhaupt nicht mehr und das, was der Gaslighter über das Opfer sagt, wird zur kompletten Wahrheit. Mit dem Ergebnis schwerer Depressionen.

Mike hatte mich über die vergangenen drei Jahre hinweg auf viele verschiedene Arten gegaslightet. Jedoch war die weitaus destruktivste Form – und zugleich diejenige, die ihn entlarven sollte – seine Projektion der Eifersucht.

Jedes Mal, wenn ich in den vergangenen drei Jahren mit Mike über etwas sprechen wollte, was mir in unserer Beziehung nicht gefiel, drehte Mike den Spieß um und warf mir Eifersucht vor. Eifersucht, die so tief sei, dass ich sie nicht einmal bemerkte.

Mike war ein Mensch, der extreme Ordnung und Sauberkeit liebte. In seiner ursprünglichen Heimat hatte er eine Reinigungskraft, die fast täglich kam und das Haus säuberte und hotelähnlich herrichtete. In unserer gemeinsamen Wohnung in Berlin war es mir verboten, abends auf dem Sofa vor einer Serie einzuschlafen, während auf dem Sofatisch noch ein benutztes Glas von mir stand. Alles musste stets absolut perfekt aussehen – eben wie in einem neu eingerichteten Hotel. Und ich versuchte stets, seinen Wünschen gerecht zu werden.

Wir hatten eine offene Beziehung. Eines Tages kam ich nach Hause und das Wohnzimmer war ein einziges Chaos: Überall lagen Kissen auf dem Boden verteilt. Das Sofa war halb auseinandergenommen. Und der Tisch war voll mit benutztem, schmutzigem Geschirr. Mike hatte ein Date und war mittlerweile mit ihm in seinem Zimmer. Normalerweise hätte mich das Chaos nicht gestört. Allerdings empfand ich es als unfair, dass Mike mich emotional bestrafte, als ich es wagte, auf dem Sofa einzuschlafen, mit einem benutzten Glas auf dem Tisch, während er sich selbst erlaubte, dieses Chaos anzurichten.

Also teilte ich ihm später meine Unzufriedenheit mit dieser Doppelmoral mit. Das war noch relativ am Anfang unserer Beziehung. Noch wusste ich nicht, wann die emotionale Apokalypse folgte. Doch sie tat es hier prompt. Und inmitten dieser weiteren emotionalen Achterbahn, dieses Moments der emotionalen Verwundbarkeit, war das Gaslighting versteckt: Eigentlich ginge es mir nicht um eine Doppelmoral, wetterte Mike. Eigentlich ginge es hier um Eifersucht. Ich sei von Eifersucht auf sein Date regelrecht zerfressen. Und diese Eifersucht sei der wahre und einzige Grund für meine Kritik an ihm.

Wie jeder Mensch kannte auch ich Eifersucht. Allerdings war ich nie jemand, der von Eifersucht „zerfressen“ war. Wenn ich Eifersucht empfand, war mir das in der Regel bewusst. Und ich versuchte, manchmal fälschlicherweise, allein damit klar zu kommen, Achtsamkeit auf das Gefühl zu lenken, um das dahinterliegende Bedürfnis zu verstehen, ohne die andere Person oder die Beziehung damit zu belasten. Aber das hier war kein Moment der Eifersucht.

Dennoch: Das Gaslighting und die emotionalen Apokalypsen hatten bereits die ersten Ergebnisse eingefahren. Ich fing an, an mir selbst zu zweifeln. Schon wieder reagierte mein Partner, dem ich vertraute, mit einem gigantischen Wutanfall. Ich muss also wirklich eine Grenze überschritten und was falsch gemacht haben. Zudem will ein Partner doch das Beste für die Beziehung und kennt dich besser als viele andere Menschen. Warum sollte er mich also belügen? Vielleicht bin ich ja wirklich eifersüchtig und merke es nicht einmal? Manche Gefühle können ja sehr unterbewusst sein. Und so wirkte das Gaslighting. Über die Monate und vieler weiterer solcher Momente hinweg glaubte ich seiner Version von mir immer mehr und meinem eigenen Wissen über mich selbst und meinem Innenleben immer weniger. Und je mehr ich seinem negativen Bild über mich glaubte, je weniger ich mir selbst vertraute und je mehr ich dadurch den Zugang zu meinem wahren Selbst verlor, desto stärker wurde die Depression. Mike hatte die Kontrolle über mich, meine Emotionen und meine Psyche erlangt.

[Gaslighting läuft in der Regel in drei Phasen ab: (1) Unglaube, (2) Verteidigung, (3) Depression.] Wenn Gaslighting zu Phase 3 fortschreitet, können die Ergebnisse wirklich verheerend sein. Zu diesem Zeitpunkt hat das Gaslighting Sie hoffnungslos, hilflos und freudlos gemacht (…) und Sie wandern in einer riesigen, unbekannten Wüste ohne Landkarten oder Orientierungspunkte. Sie können sich kaum noch daran erinnern, wer Sie waren, bevor die Gaslighting-Beziehung begann. Alles, was Sie wissen, ist, dass etwas furchtbar falsch ist – wahrscheinlich mit Ihnen selbst. (…) Der Gaslight-Effekt ist wahrhaft seelenzerstörerisch. Der vielleicht schlimmste Moment ist der, in dem man erkennt, wie weit man sich von dem entfernt hat, was man früher für sein bestes Selbst hielt – sein wahres Selbst. Sie haben Ihr Selbstvertrauen, Ihr Selbstwertgefühl, Ihre Perspektive und Ihren Mut verloren. Am schlimmsten ist, dass Sie Ihre Lebensfreude verloren haben.5

Robin Stern

 

Trauma-Bindungen
Es ist für Menschen manchmal schwierig, sich von Missbrauchsbeziehungen zu befreien. Das kann unter anderem an sogenannten Trauma-Bindungen liegen. Trauma-Bindungen sind emotionale Bindungen zu einem Individuum (und manchmal auch zu einer Gruppe), die sich aus einem wiederkehrenden, zyklischen Muster von Missbrauch entwickeln. Diese Bindungen werden durch intermittierende Verstärkung mittels Belohnungen und Bestrafungen aufrechterhalten. Traumatische Verbindungen entstehen also infolge eines kontinuierlichen Zyklus von Missbrauch, bei dem die wechselnde Anwendung von Belohnung und Bestrafung starke emotionale Bindungen schafft, die schwer veränderbar sind. Dieser Zyklus kann durch drei Phasen beschrieben werden: In der Flitterwochenphase ist der Täter charmant, aufmerksam und betreibt Love-Bombing. In der Phase des Spannungsaufbaus wird der Täter immer unzufriedener und das Opfer kann nichts tun, um ihn zu besänftigen. In der Explosionsphase wird das Opfer schließlich verbal, emotional oder manchmal auch körperlich misshandelt. Anschließend beginnt der Zyklus wieder mit der Flitterwochenphase.

Der entfesselnde Kampf: Aus den Schatten der Depression ins Licht der Selbstbefreiung

Nach fast drei Jahren Beziehung zu Mike war meine Psyche ein Scherbenhaufen. Ich hatte kein Selbstbewusstsein mehr. Ich empfand kein Glück mehr. Und Selbstvertrauen war mir absolut fremd. Mikes Realität über mich hatte meine eigene Wahrheit komplett ersetzt. Ich sah mich selbst nur noch durch seine Augen. Doch dann passierte etwas, das ihn entlarven sollte und einen langwierigen, schmerzhaften, aber dringend notwendigen Befreiungskampf ins Rollen brachte.

In Beziehungen mit narzisstischen und anderen toxischen Menschen dreht sich oft alles nur um die Bedürfnisse des Gaslighters. Ich selbst durfte nur Bedürfnisse haben, wenn sie mit denjenigen von Mike übereinstimmten. Im Laufe der Zeit hat Mike dafür gesorgt, dass ich mein Handeln, mein ganzes Leben auf seine Bedürfnisse ausrichtete. Zynischerweise hat er mir genau das dann auch immer zum Vorwurf gemacht: Ich sei regelrecht von ihm besessen. Es war der reinste Eierschalen-Lauf. Er zwang mich dazu, 24/7 auf seine Bedürfnisse zu achten und warf mir dann vor, zu viel auf ihn fixiert zu sein.

Und extrem eifersüchtig war ich ja sowieso. Mike hatte mittlerweile einen Lover. Noah, aber auch er heißt eigentlich anders. Mike meinte schon lange, ich sollte auch einen haben, damit ich nicht mehr so auf ihn fixiert und eifersüchtig sei. Und zufällig entwickelte sich dann auch etwas mit einer anderen Person, die ich semi-regelmäßig traf. Nicht nur genoss ich die Zeit mit dieser Person, ich dachte auch erleichtert, dass Mike sich darüber freuen würde. Schließlich war es genau das, was er wollte. Dadurch würde ich, so mein Glaube, nicht mehr „so fixiert“ auf ihn sein und Mike könnte endlich aufatmen, weil ich ihn nicht mehr so sehr mit meiner Besessenheit ersticken würde. Jetzt würde alles gut werden, dachte ich.

Doch eines Tages meinte Mike dann zu mir: „Du hast diesen Menschen doch nur, weil du eifersüchtig bist auf mich und Noah. Du versuchst mich zu kopieren!“ Es war ein unglaublich heftiger Schlag in den Magen. Heute, viele Jahre später, wirkt mein Handeln fast schon absurd auf mich. Aber zu dem Zeitpunkt hatte Mike solch eine Kontrolle über mich, mein Denken und Fühlen erlangt, und meine Wahrheit über mein Innenleben komplett mit seinem Gaslighting ersetzt, dass ich ihm das tatsächlich glaubte. All das, worauf ich meinen letzten Funken Hoffnung richtete, zerbarst und ich fing an zu weinen. Ich war am absoluten Tiefpunkt angelangt. Mike sah mich weinen und meinte mit verächtlicher Stimme: „Ja willst du etwa, dass ich dich belüge?“

Es war dieser Vorfall, der das Blatt wenden sollte.

Meine engste Freundin seit der Schulzeit hatte meinen psychischen Verfall über die letzten paar Jahre fast schon hilflos mit beobachtet. Romina versuchte ihr bestes, mir zu helfen, mich aufzurichten, mir bei der Suche nach einem Therapieplatz zu helfen, aber nichts half. Auch sie wusste (noch) nicht, dass meine Beziehung der Grund für meine Depression war. In ihrer Gegenwart war Mike stets charmant, unterhaltsam, verständnisvoll. Ein ganz anderer Mensch als der, der er war, wenn wir alleine waren. Und aus Scham erzählte ich ihr nicht, wie es war, mit Mike alleine zu sein. Doch es war die pure Verzweiflung, die mich dazu brachte, ihr von diesem Vorfall zu erzählen. Und da machte bei ihr plötzlich alles Sinn. Bereits einige Wochen zuvor hatte Mike mit ihr alleine über mich gesprochen. Es war der Versuch, mich bei ihr schlecht zu reden. Sie würde gar nicht sehen, wie krankhaft besessen ich von Mike sei. Romina wusste jedoch, dass das nicht stimmen konnte und war stutzig. Und als ich ihr dann von diesem Zwischenfall erzählte, dachte sie: „Er hält sich für Gott! Die ganze Welt dreht sich nur um ihn!“

Als sie das nächste Mal in Berlin war, fing sie an, mit mir zu reden: „Jeff, ich glaube, dass Mike Narzisst ist. Und ich glaube, dass das der Grund für deine Depressionen ist.“ Natürlich kannte ich den Begriff Narzissmus. Allerdings wusste ich wenig Genaues darüber. Das sind doch so selbstverliebte Menschen? Warum sollte das bei mir Depressionen auslösen? Und als jemand, der sehr darauf bedacht ist, wissenschaftlich korrekt zu reden und zu handeln, wirkte es falsch, jemanden ohne Fachkenntnisse so zu diagnostizieren. Ich verstand damals noch nicht, dass Narzissmus, im Gegensatz zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung, keine Diagnose ist, sondern das Beschreiben eines kohärenten Persönlichkeits- und Verhaltensmusters, das mit vielen kontinuierlich vorhandenen bestimmten Merkmalen verbunden ist.

Es fühlte sich falsch an, Mike so zu bezeichnen. Und ich erachtete weder sie, noch mich als qualifiziert genug für sowas. Doch Romina drängte weiter. Wir kannten uns seit über 15 Jahren und sie wusste ganz genau, in welche Richtung sie mich lenken musste: „Bitte versprich mir, dass du über Narzissmus recherchierst.“ Sie sagte damit genau das Richtige.

Ich bin ausgebildeter Sozialwissenschaftler. Meine Leidenschaft für Wissenschaft war Fluch und Segen zugleich. Sie war ein Fluch, weil sie das war, was mich verwundbar für Mikes Missbrauch machte. Denn bis dahin war mein Menschenbild folgendes: Wissenschaftliche Untersuchungen hatten ergeben, dass die meisten Menschen zu Empathie fähig sind. Der Grund, warum dennoch so viel Leid auf der Welt passierte, war jener, dass Menschen innerhalb unterdrückender Strukturen (wie Rassismus, Sexismus, Speziesismus, oder Queerfeindlichkeit) sozialisiert sind. Im Rahmen ihrer Sozialisierung verinnerlichen Menschen diese Strukturen unbewusst und reproduzieren sie anschließend. Diese unterdrückenden Ideologien schalten also das den Menschen inhärente Mitgefühl ohne deren Bewusstsein aus, so dass sie oft gegen ihre eigenen Überzeugungen, gegen ihre Empathie handeln. Im Grunde wollen Menschen gut handeln. Also müsste auch Mike gut sein. Dieses Menschenbild war nicht falsch. Allerdings war es nur ein Teil der Wahrheit.

Meine Leidenschaft für Wissenschaft war jedoch auch ein Segen, weil es das sein sollte, was mich schlussendlich von ihm befreite. Denn ich wusste, wie man korrekte Infos recherchierte. Also begann ich, mich in die Literatur über Narzissmus zu vertiefen. Und was ich herausfand, sollte mein Menschenbild für immer grundlegend verändern.

Narzissmus
Narzissmus, so wie die international anerkannte Psychologin und Narzissmus-Expertin Dr. Ramani Durvasula es definiert, ist ein Persönlichkeits- und Verhaltensmuster, das durch bestimmte, kontinuierlich anwesende Merkmale gekennzeichnet ist.6 Dazu gehören:

(1) Interpersönliche Merkmale, wie Mangel an Empathie, Manipulation, Projektion, Lügen, mangelnder Respekt für Grenzen, Eifersucht, Gaslighting oder Kontrollsucht;

(2) Verhaltensmerkmale, wie Oberflächlichkeit, Neid, Geiz oder Achtlosigkeit;

(3) Dysregulierungsmerkmale, wie Wut/Zorn, Geltungssucht/Drang nach Bestätigung, Unfähigkeit allein zu sein, Unsicherheit/Zerbrechlichkeit oder Scham;

(4) Antagonistische Merkmale, wie Größenwahn, Anspruchsdenken, passive Aggressivität, Schadenfreude, Arroganz, Ausbeutung, fehlende Verantwortungsübernahme oder Rachsucht;

(5) Kognitive Merkmale, wie Paranoia, Überempfindlichkeit/Gereiztheit, mangelnde Einsicht/mangelndes Schuldbewusstsein, verzerrtes Gerechtigkeitsempfinden oder Scheinheiligkeit/Heuchelei.

Der Kern von Narzissmus ist Mangel an Empathie, Anspruchsdenken (z.B. dass man Anspruch auf eine besonderere Behandlung als andere hat, oder die Regeln für einen selbst nicht gelten), Größenwahn, Sucht nach Bestätigung, Unsicherheit, sowie Dysregulierung. Narzissmus ist ein interpersonell toxisches Muster; das heißt, wenn es die vorherrschende Art und Weise ist, wie eine Person mit der Welt umgeht, dann ist es nicht gesund für die Menschen im engen Umfeld der narzisstischen Person.

Narzissmus ist, im Gegensatz zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung, keine Diagnose. Mittlerweile gibt es Diskussionen in der Fachwelt, die narzisstische (und andere) Persönlichkeitsstörungen aus der nächsten Version des DSM, des diagnostischen und statistischen Manuals psychischer Störungen, zu streichen. Denn viele Expert*innen sind der Ansicht, dass eine Diagnose nur gestellt werden kann, wenn die Person erkennt, dass sie ein Problem mit negativen Auswirkungen auf ihr Leben hat. Die meisten Narzisst*innen erkennen jedoch weder ihren Narzissmus, noch sorgt dieser für Probleme bei ihnen. Ganz im Gegenteil: Es bringt sie oft in Positionen mit viel Macht. Stattdessen sind es die Menschen um sie herum, die unter dem Narzissmus leiden.

Noch einmal: Die meisten Menschen sind zu Empathie fähig. Das stimmt nach wie vor. Was ich in meinem Menschenbild jedoch übersah, war der kleine Teil, der zu wenig bis gar keiner Empathie fähig ist. Es gibt Menschen, in deren Gehirnen zeigt sich in dem Bereich, in dem Empathie und Mitgefühl entsteht, keine Regung. Dazu gehören zum Beispiel Psychopath*innen. Aber auch manche Formen von Narzissmus. Dieser Teil der Menschheit mag vielleicht klein sein. Allerdings spielt er eine bedeutende Rolle im politischen und wirtschaftlichen Weltgeschehen. Tatsächlich finden sich in hohen Machtpositionen in der Politik und Wirtschaft überdurchschnittlich viele Menschen aus der sogenannten dunklen Triade. Wir haben ein soziales, politisches, und wirtschaftliches System erschaffen, das es solchen Menschen erleichtert, in hohe Positionen der Macht zu kommen, von wo aus sie dann das Schicksal dieser Welt und all seiner Lebewesen, einschließlich uns Menschen, beeinflussen.

Wie sehr wir auch die Nase über Narzissmus rümpfen, als Gesellschaft belohnen wir es paradoxerweise. (…) Die zunehmende Unsicherheit in unserer Welt und die Plattformen, die daraus Kapital schlagen, wie z. B. das Konsumdenken, haben einen optimalen Nährboden für Narzissmus geschaffen, der sich immer weiter ausbreitet. Wenn der menschliche Wert ausschließlich durch äußere Anreize wie Erfolg bestimmt wird, haben Eigenschaften wie Empathie keine Chance.7

Ramani Durvasula

 

Die Dunkle Triade
Als „dunkle Triade“ bezeichnen Psycholog*innen und Sozialwissenschaftler*innen die Persönlichkeitstypen Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus. Sowohl Narzissmus, als auch Psychopathie zeichnen sich durch einen Mangel an Mitgefühl aus. Der Unterschied besteht u.a. darin, dass der Kern des Narzissmus Unsicherheit und eine tiefsitzende Scham ist, die durch narzisstisches Verhalten überkompensiert werden sollen. Psychopath*innen empfinden jedoch weder Scham und Unsicherheit, noch Reue oder Schuldgefühle. Auch soziale Normen und Gewissen sind ihnen fremd. Manche Forscher*innen meinen, dass der Anteil an Psychopath*innen in Führungspositionen sechsfach höher ist, als in der Allgemeingesellschaft.8 „Sie rauben keine Bank aus, sie werden Bankenvorstand“, meinte der Begründer der Psychopathieforschung Robert D. Hare. Machiavellismus wiederum ist das Verfolgen eigener Ziele unabhängig davon, ob andere Lebewesen darunter leiden. Machiavellist*innen schätzen sich selbst weitaus realistischer ein als Narzisst*innen, weisen aber dennoch den gleichen Mangel an Empathie auf.

Es dauerte ein wenig, bis ich im Rahmen meiner Recherchen die Verbindung zu meiner Depression herstellte. Doch eines Tages machte ich eine interessante Beobachtung. Romina war noch immer in Berlin und Mike wollte mit uns und seinem Lover Noah etwas unternehmen. Ich hatte keine Lust, meine Depression hinderte mich sehr daran, am sozialen Leben teilzunehmen. Doch als hatte sie schon eine Ahnung, drängte Romina mich dazu, zusammen mitzukommen. Und an dem Tag passierte es.

An einem gewissen Punkt beobachtete ich Mike und Noah. Ich sah, wie Mike mit ihm umging, wie er seinen Charme spielen ließ. Und es war so, als würde mir plötzlich sein Verhalten mir gegenüber rückgespiegelt werden. In seinem Verhalten Noah gegenüber konnte ich plötzlich erkennen, wie Mike sich mir gegenüber verhielt, vor allem, wie er mich am Anfang unserer Beziehung mit seinem Charme um den Finger wickelte und manipulierte. Und in dem Moment, indem ich es außerhalb von mir an einer anderen Person beobachten konnte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich konnte plötzlich alles in Mike wiedererkennen, was ich während meiner Recherchen lernte. Es war, als ob plötzlich ein Zauber gebrochen sei: Von diesem Moment an würde sich meine Depression nach und nach lindern, bis sie bald komplett verschwinden sollte.

Ich werde diesen Moment nie vergessen. Es war, als sei ein Fluch von mir abgefallen, als sei ich plötzlich innerhalb einer Sekunde aus einem schlimmen Albtraum erwacht und würde nun anfangen, mich zu erholen. Später würde ich dann noch über den Begriff Gaslighting stolpern. Und plötzlich fing alles an, Sinn zu machen: Warum ich in die Depression fiel. Warum ich sie nicht los wurde. Warum ich plötzlich all mein Selbstvertrauen verloren hatte.

Allerdings stand ich erst am Anfang eines langen, schwierigen und beängstigenden Befreiungskampfes. Und ich verstand Narzissmus noch nicht ausreichend, um wirklich zu begreifen, was ich machen musste. Die ersten Wochen noch dachte ich, dass ich eine Art Freundschaft mit Mike behalten könnte. Er könne ja nichts dafür, dass er Narzisst sei und schließlich sei der Bann ja nun gebrochen. Doch das war ein naiver Trugschluss.

Mike und ich waren bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, damit Mike in Deutschland leben und arbeiten durfte. In der kurzen Zeit hatte er bereits eine Menge Schulden angesammelt. Schulden bei mir, weil er die Miete nie zahlen konnte. Schulden bei meinen Eltern, weil sie mir helfen mussten, da auch ich ihm irgendwann all meine Ersparnisse gegeben hatte, um zu helfen, seinen Teil der Miete zu zahlen. Ich weiß nicht mehr, wie viel er insgesamt schuldete, aber es waren über 10.000€. Und den Großteil davon hat und wird er nie zurückzahlen.

Eines Tages schrieb Mike mir, dass er in Urlaub fliegen wolle. Ich schrieb zurück und fragte ihn, ob es nicht besser sei, zu versuchen, etwas mehr zu arbeiten, damit wir die Schulden bei meinen Eltern zurückzahlen konnten. Daraufhin blockierte er mich. Das war der Moment, wo ich verstand: Scheiße! Ich muss ihn loswerden! Ich wollte und konnte nicht zulassen, dass auch meine Eltern unter ihm leiden würden. Ich traf den Entschluss, ihn zu verlassen.

Zur gleichen Zeit rief mich plötzlich ein Freund und Mitbewohner von Mike aus seiner alten Heimat an: „Ich wollte dich anrufen statt zu schreiben, weil Mike heimlich deine Nachrichten liest.“ Ich musste plötzlich daran denken, dass ich in letzter Zeit oft das Gefühl hatte, mein Handy lag nicht mehr dort, wo ich es zurückgelassen hatte. Oder daran, wie ich ihn einmal dabei erwischte, wie er sich irgendwie in den Facebook-Account seines Freundes eingeloggt hatte und dessen Nachrichten las. „Ich bin froh, dass du endlich anfängst zu merken, was wirklich los ist“, meinte er zu mir. Was er mir dann erzählte, ließ mir das Blut frieren. „Er hat Millionen an Schulden hier! Er ist im Grunde genommen vor seinen Schulden hier weggelaufen. Er hat über ein Jahr lang seine Miete nicht bezahlt, ohne es uns zu sagen. Unser Vermieter hat uns rausgeschmissen.“

„Er liest heimlich deine privaten Tagebücher. Er redet hinter deinem Rücken schlecht über dich. Und er redet so, als ob das Geld deiner Eltern im Grunde seins wäre. Du musst jetzt handeln, und zwar schnell. Sei vorsichtig. Ich kenne ihn. Er kann gefährlich werden. Und es geht nur um ihn. Er ist sehr gut darin, Menschen zu täuschen. Er ist ein notorischer Lügner. Ich mache mir Sorgen um dich, also halte mich bitte auf dem Laufenden. Hast du einen guten Freund, der mit dir nach Hause gehen kann? Vergiss nicht: Wir stehen zu 100 % hinter dir. Wir unterstützen dich.“

Ich zitterte. Am ganzen Körper. Ich nahm mein Telefon und suchte die Nummer seiner ehemaligen Vermieterin in Berlin. Mike hatte mir seit Monaten versichert, dass er seine Schulden an mich zurückzahlen kann, sobald er endlich die Kaution seiner früheren Vermieterin zurückbekommen hat. Diese wolle sie nicht auszahlen, weil sie behaupte, er hätte Sachen gebrochen, die sie erst ersetzen müsste. Sie klang überrascht und etwas verwirrt, als ich sie nach der Kaution fragte. „Die habe ich ihm schon vor Monaten zurückgezahlt!“

Es war der finale Beweis.

Ich atmete tief durch, nahm mein Handy, und ließ ihn wissen, dass es zwischen uns vorbei sei. Und dass ich möchte, dass er auszieht. Es folgte ein riesiger Wutanfall. Mit Drohungen. Ich fühlte mich nicht mehr sicher, nach Hause zu gehen und kam erst einmal bei zwei Freunden unter.

Wenige Tage später stand Mike plötzlich unangekündigt in meinem Büro meiner Arbeitsstelle, wo ich alleine arbeitete. Er kam rein und versuchte auf mich einzureden, aber ich wies ihn ab. Und dann fing er an zu weinen.

Unter anderen Umständen hätte jemand vielleicht Mitgefühl mit ihm gehabt. Aber ich merkte, an welchem Punkt er anfing zu weinen. Er fing an zu weinen, als er darüber sprach, was meine Eltern jetzt über ihn denken. Mike hatte mehrmals versucht, meine Eltern zu kontaktieren, nachdem ich ihn verlassen hatte. Doch die weigerten sich, mit ihm zu kommunizieren. Mike weinte nicht, weil er mich verloren hatte. Er weinte, weil er die Kontrolle darüber verloren hatte, wie andere Menschen ihn sehen. Es war eine ultimative narzisstische Verletzung.

In der narzisstischen Beziehung geht es vor allem um Kontrolle: Kontrolle über das Bild der Beziehung in der Welt, Kontrolle über die Menschen in der Beziehung, Kontrolle über das Narrativ und Kontrolle über die Menschen, die als narzisstische Ressourcen dienen.9

Ramani Durvasula

Wenige Tage später begleitete ein weiterer Freund mich nach Hause, damit ich ein paar Sachen abholen konnte. Mike war da und schrie meinen Freund an. Alles sei seine Schuld, er hätte mich dazu gebracht, Mike zu verlassen. Es war eine unfassbar angespannte, beängstigende Situation. Mike versuchte auf mich einzureden, doch ich sah ihn kein einziges Mal an und versuchte mich darauf zu konzentrieren, alle benötigten Sachen einzupacken. Schlussendlich war es so weit und ich wollte so schnell wie möglich verschwinden. Doch als wir gehen wollten, lief Mike zwischen uns, versuchte mit einer Hand meinen Freund aus der Wohnung zu schieben und mich mit der anderen Hand in der Wohnung zu behalten. „DU BLEIBST HIER!“ Panik stieg in mir hoch.

Ich weiß nicht, wie es passierte. Ich habe es definitiv nicht bewusst getan. Es war, als würde plötzlich mein Hirn ausschalten und mein Körper die Kontrolle übernehmen. Ich spürte, wie mein Körper sich aufrichtete, größer wurde, und endlich sah ich Mike mitten in die Augen. Meine Augen durchbohrten seine. Mein Mund öffnete sich wie von allein und als ich meine Stimme hörte, war es, als würde ich die Stimme einer fremden Person hören, die mir bis dahin völlig unbekannt war. Sie war tiefer als sonst. Viel bedrohlicher. Ich hatte diese Stimme noch nie in meinem Leben gehört: „Du lässt mich gehen – Und. Zwar. SOFORT!“ Mike sah mich kurz an, komplett still. Ich konnte ihm ansehen, wie geschockt er war, jedoch nicht minder geschockt als ich über mich selbst. Und absolut still, ohne ein weiteres Wort zu sagen, ließ er mich los und ich verschwand. Ein Jahr danach waren wir endlich geschieden. Mike und Noah heirateten kurze Zeit später.

Der ehemals missbrauchte Partner verlässt die dunkle Wohnung stolz, dass er sich gewehrt hat.
Illustration: Krishan Rajapakshe / 2024 (krishanrajapakshe.blog)

Dunkle Persönlichkeiten: Narzissmus, Macht und der D-Wert

Hier geht es nicht nur um gebrochene Herzen, betrügende Ehepartner*innen und abwertende Eltern; hier geht es auch um die Gesundheit unseres Planeten, unserer Spezies und aller Lebewesen.10

Ramani Durvasula

Ist Mike wirklich Narzisst? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch aber natürlich kann ich es nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Was ich heute klar sehen kann, ist Mikes gigantische Unsicherheit, die er mit seinem Charm, seinem Gaslighting und seinen Lügen, seiner Manipulation, seiner Projektion und Wut, seiner Arroganz und seiner Kontrolle versucht hat, zu übertünchen. Und das spricht stark für Narzissmus. Der Kern von Narzissmus ist eine tief sitzende, unreife, schmerzhafte Unsicherheit, sowie das Gefühl von Scham. Narzissmus ist gleichbedeutend mit pathologischer Verunsicherung. Narzisstische Menschen sind in der Regel unfähig, sich dieser schmerzvollen Unsicherheit zu stellen unf ihr Narzissmus dient dazu, diese Unsicherheit zu verstecken.

Wir können und sollten narzisstische Menschen mit umsichtigem Mitgefühl (aus der Ferne) betrachten, weil sie in Wirklichkeit sehr unsicher, unzufrieden und leer sind. Das kann kein einfaches Leben sein, und es ist zutiefst unangenehm. Leider verbringen sie die meiste Zeit ihres Lebens damit, dieses Unbehagen an anderen Menschen auszulassen. (…) Unsicherheit macht Menschen gefährlich – sehr gefährlich.11

Ramani Durvasula

Trotzdem gibt es auch zu viele Überschneidungen mit anderen toxischen Persönlichkeiten. Was ich aber sicher sagen kann: Mikes Persönlichkeit hat einen hohen D-Wert.

Der Dunkle Faktor der Persönlichkeit
Der „Dark Factor“ der Persönlichkeit (kurz: D) ist eine 2018 vorgeschlagene, vereinheitlichende, wissenschaftliche Theorie sozial und ethisch aversiver Persönlichkeitsmerkmale. Dazu gehören neben den Dunklen-Triaden-Persönlichkeiten Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus auch noch Sadismus, Egozentrismus, Egoismus, Gier, Boshaftigkeit, Anspruchsdenken, sowie moralische Entkopplung. Anhand eines wissenschaftlichen Fragebogens soll der D-Wert eines Individuums gemessen werden, der zwischen eins und fünf liegen kann. D ist definiert als die allgemeine Tendenz, den eigenen Nutzen zu maximieren – unter Missachtung, Inkaufnahme oder böswilliger Provokation von Nachteilen für andere –, begleitet von Überzeugungen, die als Rechtfertigung dienen. Je höher der D-Wert ist, desto „dunkler“, also sozial und ethisch problematischer sind die Persönlichkeitsanteile.12

Menschen mit einem zu niedrigen D-Wert können, andererseits, leicht Opfer von Manipulation und Ausnutzung werden. Doch nicht nur diese Menschen müssen lernen, sich vor toxischen Beziehungen zu schützen. Ich sagte es bereits: Über Narzissmus, die dunkle Triade und den D-Wert zu lernen hat mir nicht nur dabei geholfen, mich aus meiner Missbrauchsbeziehung zu befreien, es hat auch mein Welt- und Menschenbild grundlegend verändert. Wir alle leiden unter Menschen mit einem hohen D-Wert. Denn die Tatsache ist: Unser aktuelles politisch-wirtschaftliches System belohnt diese Menschen.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 konnte nachweisen, dass die Eigenschaften und Verhaltensweisen von Zwölfjährigen ihren beruflichen Erfolg vierzig Jahre später besser vorhersagen können, als ihr IQ oder der sozioökonomische Status ihrer Eltern.13 Der Anteil an Psychopath*innen in Führungspositionen ist sechsfach höher als in der Allgemeinbevölkerung. Sechsfach!

Gleichzeitig scheint es nicht nur, dass Menschen mit wenig Empathie leichter an Macht gelangen. Studien legen die Vermutung nahe, dass es umgekehrt ebenso funktionieren könnte: Viel Macht könnte in manchen Fällen dazu führen, dass Menschen weniger empathisch werden, auch wenn ein kausaler Effekt noch nicht nachgewiesen werden konnte: „Forschungen haben ergeben, dass Menschen mit Macht dazu neigen, sich wie Patienten zu verhalten, bei denen die orbitofrontalen Lappen des Gehirns (die Region der Frontallappen direkt hinter den Augenhöhlen) geschädigt sind, ein Zustand, der zu übermäßig impulsivem und unsensiblem Verhalten zu führen scheint. Die Erfahrung von Macht könnte man sich also so vorstellen, dass jemand den Schädel öffnet und den Teil des Gehirns entfernt, der für Empathie und sozial angemessenes Verhalten so wichtig ist.“14 Ein Kreislauf, bei dem Menschen mit wenig Empathie an mehr Macht gelangen, und durch diese Erfahrung noch mehr an Empathie verlieren.

Viele Daten legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit für geringes Einfühlungsvermögen, geringes Interesse an anderen Menschen, für Anspruchsdenken, Stehlen und Mangel an ethischem Verhalten mit dem Grad an Reichtum steigt. Der Kapitalismus, insbesondere unsere heutige Form des Kapitalismus, ist vor allem auf Erfolg und Profit ausgerichtet. Unter diesen Bedingungen bedeutet die schiere Menge an sozialer Ungleichheit, dass wir keinen allgemeinen Anstieg des Glücks für alle erleben werden, selbst wenn sich die Wirtschaft verbessert.

Empathie kann wirtschaftlich ineffizient sein.15

Ramani Durvasula

Ein profitorientiertes System hat ein einziges Ziel: Gewinne zu erzielen. Diesen Geist kann man nicht mehr in die Flasche stecken, und wir leben in einer Zeit enormer wirtschaftlicher Ungleichheit. Da die Tendenz besteht, dass toxische, narzisstische, anspruchsdenkende und in nicht wenigen Fällen psychopathische Menschen an der Spitze der Unternehmensleiter stehen, implizieren ihr Mangel an Empathie, ihre Grandiosität, ihr Egoismus, ihre Rachsucht und ihre Arroganz, dass sie kaum bereit sind, ihre Gewinne zu teilen, hohe Boni abzulehnen oder dafür zu sorgen, dass ihre Arbeitnehmer*innen, geschweige denn die Welt gut versorgt ist.

Wohlhabende Menschen haben vielleicht keine Empathie und brauchen es, offen gesagt, auch nicht, da sie von den Herausforderungen der Welt und anderer Menschen besser abgeschirmt sind.16

Ramani Durvasula

Weltweit gewinnen machthungrige Rechtspopulist*innen und Rechtsextreme, sowie sogenannte „Anarchokapitalist*innen“ und Rechtslibertäre mit wenig Empathie an Zulauf. Trump, Johnson, Putin, Bolsonaro, Milei in Argentinien, Wilders in den Niederlanden, oder Björn Höcke hierzulande: In der Politik sind sie längst angekommen oder lenken sogar ganze Staaten. Auch in der Wirtschaft: Elon Musk, Peter Thiel, oder all die Menschen an der Spitze der Industrie fossiler Brennstoffe, die spätestens seit den 80er Jahren durch milliardenschwere Kampagnen Verschwörungserzählungen verbreiten, die den menschengemachten Klimawandel leugnen und die gesamte Weltbevölkerung gaslighten. Gleichzeitig haben sie bereits längst begonnen, sich Luxus-Bunker bauen zu lassen für den drohenden, von ihnen selbst herbeigeführten gesellschaftlichen und Klima-Kollaps.

„Alaska oder Neuseeland?“ Das fragten Superreiche einst den Wissenschaftler Douglas Rushkoff17: „Wo soll ich meinen Luxus-Bunker bauen lassen, für die Zeit, wenn „The Event“ passiert?“ Und mit „The Event“ meinten sie den drohenden Weltuntergang: Der Klimawandel, die nukleare Katastrophe, gigantische Bürgerkriege – also das, was sie durch ihr Handeln und Wirtschaften selbst produzieren. Und wie könnten sie sicherstellen, dass ihr Personal, das für sie in diesem Bunker arbeiten soll, sich nicht gegen sie wendet? Man könnte ja zum Beispiel implantierte Chips benutzen, die ihnen Elektroschocks verpassen, wenn sie nicht das tun, was sie wollen?

„Vielleicht könntet ihr ja einfach nett zu diesen Menschen sein“, antwortete Rushkoff. Nett zu anderen sein? Nett zum Angestellten, nett zur Nachbar*in, nett zu deren Familien? „Ja wo hört es dann auf?“ hat ein Superreicher dann gefragt, unwohl beim Gedanken daran, dass er zu allen nett sein müsste. Und ich glaube, diese Frage sagt mehr über das Schlamassel aus, in dem wir uns alle befinden, als die detailliertesten Studien.

So schützt du dich

Privilegien sind ein gesellschaftlicher Ausdruck von Narzissmus (…). Rassismus, Sexismus, Klassismus, Heterosexismus, Behindertenfeindlichkeit, Altersdiskriminierung und alle anderen Ismen sind allesamt Formen von Gaslighting – die Realität anderer anzuzweifeln und zu diffamieren, sie an sich selbst zweifeln zu lassen und so die Macht zu bewahren.18

Ramani Durvasula

Menschen mit einem hohen D-Wert richten unvorstellbare Schäden an der Welt an. Wir alle sind davon betroffen. Auch marginalisierte Menschen, wie LGBTQIA+. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass Untersuchungen sozialer Ungleichkeit, von Intersektionalität, Macht und (Mehrfach-)Diskriminierungen neben Faktoren wie Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle und geschlechtliche Identität, Herkunft oder Behinderung auch die Persönlichkeit mit in den Blick nehmen müssen. Denn wie ich beschrieben habe, ist die Persönlichkeit mit Prozessen der Macht verbunden.

Aber nicht nur sind diese Faktoren miteinander verschränkt. Ich glaube auch, dass marginalisierte Gruppen – insbesondere queere Menschen – besonders vulnerabel für Gaslighting und Missbrauch sind. Als marginalisierte Gruppe werden wir oft genug von der Mehrheitsgesellschaft gegaslightet. Wir hören, dass unsere eigene Stigmatisierung “ja doch nicht so schlimm sei” oder dass wir “nicht so sensibel sein sollen”. Und als queere Menschen haben wir tragischerweise auch oft gelernt, dass Liebe bedingt ist. Eltern, die uns nicht wegen unserer Identität akzeptieren. Oder sogar Missbrauch im Elternhaus – getarnt als vermeintliche “Liebe”. All das macht uns verwundbarer für Missbrauchsbeziehungen.

Wir alle müssen Vorkehrungen treffen, um uns so gut wie möglich davor zu schützen. Durch die unermüdliche Arbeit von Psycholog*innen wie der Narzissmus-Expertin Dr. Ramani Durvasula, gehören dazu folgende Ratschläge19:

  1. Verstehe dich, deine Biografie und deine Vulnerabilitäten: Menschen mit gewissen Merkmalen und Geschichten sind anfälliger dafür, Opfer von Narzissmus zu werden. Dazu gehören: der Hang, andere Menschen „retten“ zu wollen; eine Biografie mit Traumata; ein Übermaß an Optimismus und Positivität (das macht es uns schwer, zu erkennen, dass Menschen mit toxischen Persönlichkeiten sich nicht ändern werden); andauernd allen alles zu vergeben; als Kind von einem narzisstischen oder toxischen Elternteil großgezogen worden zu sein; als Kind in einer überdurchschnittlich glücklichen Familie aufgewachsen zu sein (diese Kinder denken als Erwachsene oft, dass sie andere Menschen einfach nur genügend lieben müssen und finden es schwer zu glauben, dass es manipulative, grausame Menschen gibt); sowie ein Übermaß an Empathie. Empathie ist gut und wichtig. Diese Welt braucht dringend mehr Empathie. Wenn du ein übermäßig empathischer Mensch bist, kann dich das jedoch verwundbar für narzisstischen Missbrauch machen und du benötigst Strategien, damit dieser schöne Teil von dir nicht missbraucht wird und verwelkt.
  2. Radikale Akzeptanz: Dazu gehört zum Beispiel die Erkenntniss, dass Narzisst*innen und andere toxische Persönlichkeiten sich nicht dauerhaft und ausreichend ändern können. In der Persönlichkeitspsychologie spricht man hier von der sogenannten Gummiband-Theorie. Diese behauptet, dass unsere Persönlichkeiten wie Gummibänder sind und gestreckt werden können, zum Beispiel wenn Narzisst*innen ihre Beziehungen bedroht sehen. Sie könnten sogar in eine Therapie gehen und sich für einige Monate oder ein Jahr verbessern. Aber wenn klar ist, dass der*die Partner*in bleibt, und sobald Narzisst*innen Stress erleben, schnallt das Gummiband in seine ursprüngliche Form und das narzisstische Muster kehrt zurück. Lerne, loszulassen, anstatt immer wieder zu vergeben.
  3. Praktiziere Liebe zu dir selbst: Vertraue deinem Urteilsvermögen und deinen Emotionen. Wenn wir uns selbst lieben und schätzen, lassen wir Menschen, die uns chronisch entwerten, nicht zu nah an uns ran.
  4. Lass dir Zeit: Wenn du neue Menschen kennenlernst, besonders beim Daten, dann überstürze nichts. Gib dir Zeit, die andere Person über mehrere Wochen oder Monate kennen zu lernen, bevor du sie näher in dein Leben lässt. Beobachte deine Gefühle, vor allem Unwohlsein oder ein schlechtes Bauchgefühl, das du dir vielleicht noch nicht erklären kannst. Falle nicht auf Oberflächlichkeiten wie Aussehen, Reichtum, Erfolg, Intelligenz oder Bildung rein. Beobachte die Empathie und das Verhalten der anderen Person, vor allem problematisches Verhalten: Wenn etwas zum ersten Mal passiert, ist es ein Ausrutscher, beim zweiten Mal ist es ein Zufall und beim dritten Mal ist es ein Muster.
  5. Bau deine Firewall gegen toxisches Verhalten auf und schütze deine Grenzen: Dazu musst du erst einmal deine Grenzen kennen und verstehen. Wenn möglich, lasse von vornherein keine toxischen Menschen in dein Leben.
  6. Halte an deiner eigenen Realität fest: Wenn sich etwas entwertend oder entmenschlichend anfühlt, dann werfe einen langen, kritischen Blick darauf. Trete sanft zurück und nimm dir einen Moment Zeit, um mit dir selbst über deine Realität ins Reine zu kommen. Wenn Meinungsverschiedenheiten zu einem persönlichen Angriff ausarten, geht es nicht mehr darum, Meinungen zu teilen; das ist Missbrauch. Und das bedeutet, dass es Zeit ist, zu gehen. Das gilt besonders dann, wenn du Teil einer gesellschaftlich unterdrückten Gruppe bist, die von der dominanten Kultur mit Gaslighting behandelt wird:
    „Wenn es der Welt erlaubt ist, uns zu gaslighten, dann sind wir anfälliger für individuelles Gaslighting, und dann sind wir anfälliger dafür, Narzisst*innen in unser Leben und sie dort zu lassen. Rassismus, Sexismus, Klassismus, Heterosexismus, Behindertenfeindlichkeit, Altersdiskriminierung und alle anderen Ismen sind alles Formen von Gaslighting – die Realität anderer anzuzweifeln und zu diffamieren, sie an sich selbst zweifeln zu lassen und so an der Macht festzuhalten.“
    – Ramani Durvasula
  7. Mach Therapie: Falls du die Möglichkeit dazu hast, dann nutze sie.
  8. Erkenne und (wenn möglich) vermeide sogenannte „Enabler“ („Ermöglicher*innen“): Das sind die Menschen in deiner Umgebung, die der toxischen Person nachsichtig gegenüberstehen: Familie oder Freund*innen, die dich beschämen, wenn du der narzisstischen Person nicht verzeihst, eine Gesellschaft, die dir sagt, dass du deine Beziehung nicht beenden oder schlechtes Verhalten anprangern darfst, Menschen, die das, was du erlebst, herunterspielen oder auf abgedroschene Erklärungen wie „Du bist auch nicht perfekt“, „Sie meinen es nicht böse“, „Ich hatte nie Probleme mit ihnen“ oder „Sie haben ihr Bestes getan“ zurückgreifen. Deshalb auch:
  9. Baue enge Verbindungen zu mitfühlenden Menschen auf, die für dich ein Safer Space sind: Das ist besonders deswegen wichtig, weil Narzisst*innen oft versuchen, ihre Opfer zu isolieren. Meine Befreiung von Mike wäre ohne die Freundschaften, die ich hatte, ohne Romina, ohne die Freunde, bei denen ich untergekommen bin, ohne meine Eltern, ohne die vielen anderen Freund*innen, an die ich mich wenden konnte, die mich gestärkt, zugehört, und uneingeschränkt unterstützt haben, nicht möglich gewesen.
  10. Kümmere dich um deinen eigenen Garten: Wir können nicht die Welt retten. Sei nett zu anderen, übe dich in Höflichkeit, suche nicht nach Kämpfen, und versuche, die Perspektive anderer Menschen zu verstehen. Aber vertreibe die toxischen Verhaltensweisen, Situationen und Menschen aus deinem Leben – im Wesentlichen: jäte Unkraut in deinem Garten, sonst töten sie alles, was du anpflanzt. Und wenn du zweite Chancen gibst, dann gib sie den Menschen, die sie verdienen. Höre auf, sie an Narzisst*innen zu verschwenden.
  11. Manage sie wenn du nicht ganz aus ihrem Leben verschwinden kannst: Dazu gehören folgende Strategien:
  12. Höre auf, ihnen deine Gutherzigkeit zu schenken: Sei zuvorkommend und hilfsbereit, und zwar oft, aber mit Menschen, die es verdienen. Toxische Menschen können nicht gerettet werden, und es ist nicht deine Aufgabe, dies zu tun.
  13. Vermeide DEEP wenn Menschen mit dunklen Persönlichkeiten dich angreifen: do not Defend (verteidige dich nicht), do not Engage (steige nicht in eine Diskussion mit ihnen ein, teile nicht deine Gefühle mit ihnen), do not Explain (erkläre dich nicht), do not Personalize (nimm es nicht persönlich). Don’t feed the troll. Lass dich nicht auf den Kampf ein. Narzisst*innen haben kein filterndes Einfühlungsvermögen, also kannst du keine Diskussion gegen sie gewinnen. Vor allem: Sage ihnen nicht, dass sie narzisstisch sind (oder eine andere dunkle Persönlichkeit haben). Den Fehler hatte ich gemacht und es wird nicht funktionieren: Narzisst*innen haben in der Regel nicht genügend Selbstreflektion, um das zu erkennen und anderen dunkle Persönlichkeiten, wie Psychopath*innen, ist es schlichtweg oft egal.
  14. Grauer Stein und Gelber Stein: Mache dich so uninteressant wie ein grauer Stein. Weniger ist mehr: Halte die Kommunikation kurz, sparsam, spärlich und einfach. Bleibe bei „ja“, „nein“, „okay“ und „danke“ ohne viel Emotion. Manchmal ist dies jedoch nicht möglich. Bei der Gelben-Stein-Strategie bleibt man deswegen ebenfalls kurz, aber mischt etwas mehr emotionale Reaktion in das Gesagte rein oder macht die Sätze nur ein wenig länger.
  15. Gib ihnen, was sie wollen: Bestätige sie, lächele, misch dich nicht ein und verlasse die Situation dann so würdevoll wie möglich. Was auch immer es ist, bestätige es. Und dann verschwinde.
  16. Finde und halte an Sinn, Zweck, Humor, und Freude in deinem Leben fest: Emotionaler und psychischer Missbrauch saugen diese Qualitäten aus deinem Leben. Baue sie (zurück) in dein Leben ein und schütze sie. Sie sind dein Puffer gegen die Ungerechtigkeit.

„Die Heilung geschieht an dem Tag, an dem du erkennst, dass es hier nicht um Gerechtigkeit oder Fairness geht; es geht um Selbsterhaltung und Frieden. (…) Wenn du das Gefühl der Ungerechtigkeit loslassen kannst, wirst du von narzisstischem Missbrauch heilen. Das Leben ist nicht fair, und statt zu vergeben, lass einfach los (…). Das muss Gerechtigkeit genug sein.“20

Ramani Durvasula

Epilog: Emails aus der Vergangenheit

Illustration: Ein Mann sitzt an seinem Computer und liest eine Email, die von seinem Ex stammt. Daneben eine Gedankenwollte in der sich das Gesicht des wütenden Ex befindet. Über der Email steht "Red Flag".
Illustration: Krishan Rajapakshe / 2024 (krishanrajapakshe.blog)

Meine Eltern hatten Mike von Anfang an nicht vertraut und waren gegen die Partnerschaft. Mike wusste das. Trotzdem haben sie mich unterstützt. Weil sie das als ihren Job als Eltern ansahen. Als Mike zum ersten Mal bei meinen Eltern zu Besuch war, meinte meine Mutter zu ihm: „Ich bin eine Löwenmutter. Ich werde dich finden, wenn du meinem Sohn etwas antust.“

Sechs Jahre sind seit der Trennung vergangen. Fünf seit der Scheidung. Fünf Jahre ohne jeglichen Kontakt.

Ich habe eine Therapie gemacht, um das Erlebte zu verarbeiten. Aber auch um an den Gründen zu arbeiten, weswegen ich es zugelassen hatte, überhaupt erst eine Beziehung mit solch einem Menschen einzugehen. Noch immer kämpfe ich mit den finanziellen Folgen der Beziehung. Und mit der Trauer. Eine narzisstische Beziehung ist gleichzusetzen mit einem Verlust an Unschuld. Viele Überlebende narzisstischer Beziehungen berichten, dass diese traumatische Erfahrung eine Art Leichtigkeit im Leben zerstört hat, die Fähigkeit zu vertrauen, oder den Glauben an das Gute.

Aber in jeglicher anderen Hinsicht ging es seitdem bergauf. Ich habe einen langen Weg der Heilung hinter mir und einen vermutlich mindestens ebenso langen noch vor mir. Heilung ist ein Akt des Widerstands, der Auflehnung, der Rebellion. Es ist Teil meines aktivistischen Lebens. Dieser Artikel ist ein ebenso Teil davon. Ich war schon immer davon überzeugt, dass das Private politisch ist.

Romina und ich haben eine neue Wohnung in Berlin gefunden. Ich habe ein erfolgreiches Business aufgebaut, das mich mit Sinn erfüllt und Spaß macht. Ich habe alte Freundschaften vertieft und neue hinzugewonnen. Und wieder gelernt, Vertrauen aufzubauen, sowie Intimität und Nähe zuzulassen – mit einem Menschen, der meine Nähe verdient.

Bin ich wieder der gleiche Mensch wie vor der Beziehung zu Mike? Nein. Und das werde ich auch nie wieder sein. Eine solch traumatische Beziehung zu einem Gaslighter ändert dich – für immer. Es hat nicht nur meinen Blick auf die Menschheit und die Welt verändert, ich selbst bin auch anders. Nicht besser als vorher. Nicht schlechter. Einfach anders. Vor allem genieße ich die Zeit mit mir selbst viel mehr. Ich fühle mich ausgeglichen mit mir selbst. Ich habe die Beziehung zu mir selbst verbessert. Und ich kann sagen: Ich bin glücklich. Sehr sogar.

Doch vor Kurzem bekam ich einen Anruf von einer mir unbekannten Nummer: „Jeff?“ fragte eine Stimme. Ich hab sie nicht gleich erkannt. „Ja?“, antwortete ich. „Hier ist Mike.“

… Damit hatte ich, sechs Jahre nach der Trennung, gar nicht mehr gerechnet. Er fragte: „Können wir reden?“ Ich antwortete höflich: „Nein Danke, ich habe kein Interesse.“ Mike ignorierte das und versuchte trotzdem mehrmals, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Er würde gerne wieder Kontakt aufnehmen. So viel Zeit sei vergangen. Ich machte ihm wieder freundlich aber bestimmt deutlich, dass ich kein Interesse hätte. Und dann legte ich auf.

Kurze Zeit später erreichte mich eine E-Mail von Mike, in der Dinge standen wie:

„Durch meinen Egoismus habe ich dir und deinen Eltern wehgetan, und es war nicht meine Absicht, aber ich habe es geschehen lassen.“ – „Ich hoffe, du kannst mir in deinem Herzen dafür verzeihen, dass ich ein ARSCHLOCH war!“

Manche würden denken, das sei doch ein gutes Zeichen. Aber dann fiele man wieder auf Manipulationsversuche rein. Genauer gesagt: auf narzisstisches „Hoovern“.

Hoovern
Das englische Wort „to hoover“ heißt wortwörtlich „saugen“ bzw. „staubsaugen“. Es steht hier jedoch für das manipulative, charmante Umgarnen durch eine narzisstische Person, die versucht, sein Ziel wieder in die Beziehung einzusagen – eben wie ein Staubsauger.21 In Beziehungen geht es für sie um Kontrolle und Lieferung einer ständigen Versorgung ihrer narzisstischen Bedürfnisse. Solche Menschen hoovern, um diese Versorgung zurückzubekommen. Wenn jemand ohne sie glücklich ist, bedeutet das, dass sie diese Person nicht kontrollieren, und das Hoovern ist ein Versuch, diese Macht zurückzugewinnen.

Das Hoovern kann auch erst Jahre nach der eigentlichen Beziehung stattfinden. Wenn die Zielperson nicht auf das Hoovern reagiert, dann folgen auf das Hoovern oft wieder die üblichen narzisstischen Wutausbrüche.

Als keine Antwort von mir kam, folgte eine zweite Email, die sich von der ersten so sehr unterschied, als sei sie von einem anderen Stern. Es war ein regelrechtes Sammelsurium an Wahnvorstellungen, wie ich es selten erlebt hatte:

„Ich weigere mich, mich emotional und psychisch so von dir quälen zu lassen.“

„Deine Eltern wussten, dass du psychisch labil warst, und sie haben unsere Ehe unterstützt, in der Hoffnung, dass du durch mich psychisch stabil wirst! Sie haben mich benutzt, um dich glücklich zu machen und Gewissheit zu erlangen, dass es dir dadurch bessergehen soll!“

„Fakt ist: Ich liebe Noah nun mal! Ich dachte, ich könnte dich auch lieben, aber du bist psychisch krank!“

„Ich beende die Sache jetzt! Ich liebe dich nicht, ich liebe Noah!“

„Du und deine Eltern haben mich ausgenutzt!“

„Deutschland ist mein Zuhause! Berlin ist mein Zuhause! Ich werde nicht zulassen, dass du das zerstörst!“

„Lass mich und Noah in Ruhe!“

„Sollte ich weiterhin emotional von dir gequält werden, gehe ich zur Polizei und zu den Behörden, um ihnen zu erzählen, was ich durchgemacht habe, da du immer noch versuchst, mich dafür bezahlen zu lassen, dass du Probleme hast und dass ich nicht mit dir zusammen sein wollte!“

„Ich bin fertig mit dir, und uns!“

„Beste Grüße, Mike.“

Diese Email kam aus dem Nichts, fünf Jahre nach dem letzten Kontakt.

Narzisst*innen und andere toxische Menschen sind schnell dabei, jede Art von [tatsächlichen oder eingebildeten] Anschuldigungen gegen sie als „Hexenjagd“ zu bezeichnen, was sie selbst als Täter in ein Opfer umwandelt.22

Ramani Durvasula

Ich las die E-Mail. Ich hatte erwartet, dass sie mich triggern und aus der Bahn werfen würde. Zu meiner Überraschung hielt sich das dann doch sehr in Grenzen. Ich empfand eher eine Mischung aus Belustigung, Mitleid und Faszination. Belustigung über das Ausmaß der Wahnvorstellungen jenseits jeglicher Realität. Mitleid über seine tief sitzende, unreife, schmerzhafte Unsicherheit, sowie darüber, dass er nach sechs Jahren Trennung offensichtlich noch immer nicht diese narzisstische Kränkung des Verlassen Werdens loslassen konnte. Und Faszination darüber, wie weit die Wahnvorstellungen gingen und dass er keine Hemmungen hatte, mir das zu schreiben, obwohl ihm doch irgendwo bewusst sein müsste, dass ich es besser weiß. Aber sein Gaslighting funktionierte nicht mehr. Das tat es seit sechs Jahren nicht mehr. Irgendwas löste die E-Mail dann doch in mir aus: Ich ließ noch einmal los. Durch die E-Mail merkte ich, dass das ganze Trauma sich mittlerweile eher wie ein weit entfernter, schlechter Traum anfühlte, den ich im Alltag immer mehr zu vergessen schien. Ich hatte inneren Frieden erlangt. Es ging mir nicht mehr um Gerechtigkeit, es ging mir um Frieden. Ich hatte losgelassen. Und das war der wahre Schritt hin zur Heilung.


Hilfe bei häuslicher Gewalt
Hilfetelefon für Männer, die Opfer von Gewalt werden: 0800 123 99 00
Die Sprechzeiten sind Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr und am Freitag von 8 bis 15 Uhr.Zusätzlich gibt es auch einen Online-Chat: https://onlineberatung.maennerhilfetelefon.de/
Dieser ist zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 15 Uhr sowie 17 bis 19 Uhr.Infos zu Männerschutzwohnungen findest du hier.
Weitere Hilfe
Hast du dunkle Gedanken? Wenn es dir nicht gut geht, du dich selbst verletzt, oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, dann ist die Telefonseelsorge für dich da. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen finden Sie unter: www.telefonseelsorge.de

Und nicht zuletzt gibt es für schwule, bi+ und queere Männer (egal ob trans oder cis) auch den Gay Health Chat. Dort kannst du anonym mit professionellen Menschen aus der Community über deine Probleme chatten und dich beraten lassen: www.gayhealthchat.de

Weiterführende Infos
Andreas Robertz (2020): Was Rassismus mit Narzissmus zu tun hat, Deutschlandfunk.

Andreas Robertz (2020): Warum es gefährlich ist, Donald Trump zu verzeihen, Deutschlandfunk.

Morten Moshagen, Benjamin E. Hilbig, Ingo Zettler (2018): The Dark Factor of Personalitydarkfactor.org.

Ramani Durvasula (2017): Should I Stay or Should I Go? – Surviving a Relationship with a Narcissist, Post Hill Press.

Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press.

Ramani Durvasula (2019): Narcissism and Its Discontents, TEDxSedona Vortrag.

Ramani Durvasula (2020): So diskutierst du mit Narzissten, vice.com.

Ramani Durvasula (2024): It’s Not You – How to Identify and Heal from Narcissistic People, Penguin.

Robin Stern (2017): Der Gaslight-Effekt – Wie Sie versteckte emotionale Manipulation erkennen und abwenden, KomplettMedia.

YouTube-Kanal von Dr. Ramani Durvasula.

QUELLENANGABEN
  1. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 50ff.
  2. Vgl. Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 30f.
  3. Vgl. Robin Stern (2018): The Gaslight Effect – How to Spot and Survive the Hidden Manipulation Others Use to Control Your Life, Harmony Books, S. XIX.
  4. übers. aus dem Engl.: Robin Stern (2018): The Gaslight Effect – How to Spot and Survive the Hidden Manipulation Others Use to Control Your Life, Harmony Books, S. XXIV.
  5. übers. aus dem Engl.: Robin Stern (2018): The Gaslight Effect – How to Spot and Survive the Hidden Manipulation Others Use to Control Your Life, Harmony Books, S. 14.
  6. Vgl. Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 5ff.
  7. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): Narcissism and Its Discontents, TEDxSedona Vortrag.
  8. Vgl. Heiner Thorborg (2015): Psychopathen in der Chefetage – Zeitbomben mit Schlips, Spiegel.
  9. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2021): When narcissists know YOU know…, YouTube.
  10. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 324.
  11. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 8ff.
  12. Vgl. Morten Moshagen, Benjamin E. Hilbig, Ingo Zettler (2018): What is D?, darkfactor.org
  13. Vgl. Marion Spengler et al. (2015): Student characteristics and behaviors at age 12 predict occupational success 40 years later over and above childhood IQ and parental socioeconomic status, Journal of Personality and Social Psychology 51 (9), S. 1329-1340.
  14. übers. aus dem Engl.: Douglas Rushkoff (2022): Survival of the Richest – Escape Fantasies of the Tech Billionaires, Norton, S. 34.
  15. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 120.
  16. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 125.
  17. Vgl. Douglas Rushkoff (2022): Survival of the Richest – Escape Fantasies of the Tech Billionaires, Norton, S. 3.
  18. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 301.
  19. Vgl. Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, sowie: Ramani Durvasula (2024): It’s Not You – How to Identify and Heal from Narcissistic People, Penguin.
  20. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 341f.
  21. Vgl. Ramani Durvasula (2024): It’s Not You – How to Identify and Heal from Narcissistic People, Penguin, S. 71 & 229.
  22. übers. aus dem Engl.: Ramani Durvasula (2019): „Don’t You Know Who I Am?“ – How to Stay Sane in an Era of Narcissism, Entitlement, and Incivility, Post Hill Press, S. 57.

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