Eine gute Strategie: Verbündete suchen.

„Homophobie“ ist die Ablehnung schwuler Männer. Sie kann auch zu psychischen Problemen führen. Eine gute Strategie: Verbündete suchen.

„Homophobie“ ist die Abneigung oder sogar der Hass gegenüber Schwulen und den übrigen zur LGBT-Community zählenden Menschen. Sie kann uns in der Schule, am Arbeitsplatz, im Bus oder im Internet begegnen und äußert sich auf unterschiedliche Weise: in schlechten Witzen, handfesten Beleidigungen oder gar in tätlicher Gewalt.

Besonders ätzend ist, dass sich Homophobie auch in deinen Kopf einschleichen kann: Du hast ein negatives Bild von dir selbst und denkst zum Beispiel, Schwule sind notgeil oder können keine Beziehung führen. Psychologen sprechen dann von „internalisierter Homophobie“. Dazu gehört auch das Bemühen, nicht schwul zu wirken: Du kleidest und gibst dich auch sonst möglichst „männlich“, indem du auf deine Bewegungen und Sprechweise achtest. Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass sich Schwule gegenseitig abwerten, etwa als „Szenetypen“ oder „Tunten“.

Homophobe Angriffe gehen nicht spurlos an dir vorbei: Diskriminierung und Ausgrenzung lösen Stress aus und machen auf Dauer krank. Schwule und bisexuelle Männer leiden daher häufiger an depressiven Symptomen als Heteromänner. Homophobie ist menschenfeindlich – ganz gleich, welcher Grund dafür genannt wird. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität. Schulen, Universitäten und Arbeitgeber sind verpflichtet, homophobe Zwischenfälle aufzuklären und zu unterbinden. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes berät dazu telefonisch unter (030) 18 555 18 65.

Versuch nicht, allein mit Homophobie fertig zu werden. Sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust. Manche Schwule ziehen sich aufgrund internalisierter Homophobie oder schwulenfeindlicher Erlebnisse zurück. Das ist eine verständliche Reaktion. Aber langfristig steigt so der Stress. Besser ist es, sich mit anderen zusammenzutun und aktiv gegen Homophobie vorzugehen. Deshalb ist die Schwulenszene so wichtig. Damit sind nicht nur Partys und Dating-Portale gemeint: auch schwule Sportmannschaften, Chöre, Vereine, Jugendgruppen, Lesezirkel und Beratungszentren gehören dazu. Dort kannst du Menschen treffen, die dich so akzeptieren, wie du bist – und Verbündete gegen Homophobie finden. Du kannst jede Form von Homophobie bei der Polizei anzeigen, also nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch Pöbeleien wie „Scheißschwuchtel“. Anspucken gilt bereits als Körperverletzung. Der Polizeinotruf ist 110.