Safer Sex und Safer Use

Drogen gehören für manche Menschen zum Sex dazu – um die Kontaktaufnahme zu erleichtern, Hemmungen abzubauen oder den Sex intensiver zu erleben.

Der Drogengebrauch kann aber auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen, zum Beispiel, sich mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen anzustecken.

Auch das Rauscherlebnis selbst ist nicht immer genau vorherzubestimmen. Alkohol oder eine Line Koks können, je nach Dosis und Qualität des Stoffs, das Hochgefühl steigern, aber auch eine negative Stimmung verstärken und die Risikobereitschaft steigern. Bist du einmal „drauf“, kann es gut sein, dass dir alles egal ist oder du im Überschwang Dinge tust oder geschehen lässt, die du nicht willst. Deshalb solltest du nur konsumieren, wenn es dir körperlich und psychisch gut geht, und Sex unter Drogen nur mit Menschen haben, denen du vertraust. Kläre vorher schon mit deinen Partnern ab, welche Sexpraktiken du machen willst und welche nicht.

Bei einer Sexparty weiß man vorher in der Regel nicht, was der Abend alles bringen wird. Mach dir deshalb am besten vorher Gedanken, wie du für Safer Sex sorgen kannst und in welcher Situation du Drogen konsumieren möchtest.

Damit es beim Sex unter Drogeneinfluss safer bleibt, solltest du folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Hab immer ausreichend Kondome und Gleitgel parat. Für jede neue Körperöffnung ein frisches Kondom bzw. beim Fisten neue Handschuhe verwenden.
  • Spritzen niemals gemeinsam benutzen, zum Beispiel beim intravenösen Konsum von „Liquid Ecstasy“: Über das Blut in der Spritze können  sehr leicht HIV oder auch Hepatitis übertragen werden. Die Einstichstellen solltest du mit Alkohol desinfizieren, um Bakterieninfektionen zu vermeiden.
  • Der Konsum von Speed, Crystal, LSD, Kokain und Ecstasy trocknet die Schleimhäute schnell aus. Beim Analverkehr können dadurch die Kondome reißen. Achte dann besonders darauf, dass du ausreichend Gleitgel verwendest und öfter mal das Gummi wechselst.
  • Das Sniefen von Amphetamin, Kokain oder Poppers kann zu innerlichen Verletzungen der Nase führen, die Eintrittspforten für Erreger sind. Deshalb: nicht mit verschmutzten Fingern die Snief-Utensilien anfassen oder die nächste Line zubereiten. Nach dem Reinigen von Dildos oder nach einem Faustfick Finger weg von der Nase – erst mal ist Händewaschen angesagt!
  • Zusammengerollte Geldscheine als Snief-Röhrchen sind nicht cool: Die Kanten sind schärfer, als man denkt, und können zu minimalen Verletzungen der Nasenschleimhaut führen. Abgesehen davon sind Geldscheine nie sauber, sondern transportieren jede Menge Krankheitserreger Deshalb: immer ein eigenes, sauberes Röhrchen mit abgerundeten Enden verwenden.
  • Nicht mit anderen in denselben Gleitmitteltopf greifen oder denselben Gleitgelspender benutzen. An öffentlichen Spendern bedienen sich viele Männer, und man weiß nie, wo sie ihre Finger und Hände zuletzt drin hatten. Über winzige Blutspuren an den Fingern oder Handschuhen können so z. B. Hepatitis-Erreger ins Gleitmittel oder an den Spender und über den nächsten Nutzer in die Körperöffnung eines Partners gelangen.
  • Substanzen wie GHB/GBL, Alkohol, Tranquilizer oder Ketamin können dich unter Umständen völlig umhauen. Konsumiere zur eigenen Sicherheit niemals so viel, dass du dich nicht mehr wehren kannst oder du möglicherweise die Reaktionen deines Sexpartners nicht mehr wahrnimmst.  

Weitere Informationen zum Thema Safer Sex und Drogenkonsum findest unter www.hiv-drogen.de/safer-sex-und-drogen