Depression

Die Depression gilt inzwischen als „Volkskrankheit“. Sie zu erkennen bleibt trotzdem schwierig. Gerade Männer verstecken Depressionen oft hinter Aggression.

An manchen Tagen würde man morgens am liebsten im Bett bleiben, das ganze Leben scheint sinnlos. Solche Durchhänger hat jeder mal, doch bei einer Depression halten sie über Wochen, Monate oder sogar Jahre an. Nicht einmal Dinge, die du sonst gern tust, machen dir noch Spaß. Deine Freunde sind dir egal. Auch auf Sex hast du keine Lust. Im schlimmsten Fall hast du vielleicht sogar Suizidgedanken. Depressionen äußern sich sehr unterschiedlich. Bei Männern kommt hinzu, dass sie solche Probleme meist nur ungern zugeben. Nach außen wirken sie oft unwirsch, reizbar und aggressiv. Erst wenn die Beschwerden unübersehbar sind, gehen sie zum Arzt.

Häufige Anzeichen für eine Depression sind

  • anhaltende Ängste und Niedergeschlagenheit
  • sozialer Rückzug
  • Vernachlässigen von Hobbys
  • anhaltende Schlafstörungen
  • anhaltende Potenzstörungen
  • hoher Konsum von Alkohol oder anderen Drogen

Etwa einer von zehn Menschen hat irgendwann im Leben zumindest eine leichte depressive Verstimmung, und einer von fünfzig leidet unter einer schweren Depression. Ein Besuch beim Hausarzt ist ein erster Schritt, um aus einer Depression rauszukommen. Er kann sagen, ob die Probleme, die man hat, über das „normale“ Maß hinausgehen. Und er auch an Fachärzte, Psychiater oder Psychotherapeuten weiterverweisen. Bei einer Depression kann man nicht „die Zähne zusammenbeißen“ und sich aus eigener Kraft daraus befreien. Sie ist eine Krankheit, die nur ein Facharzt behandeln kann. Meist klappt das gut.  

Gegen Depressionen helfen Medikamente (Antidepressiva) und/oder Psychotherapie (z. B. eine Gesprächstherapie). Häufig werden beide Behandlungsansätze miteinander kombiniert. Eine Depression belastet immer auch Freunde, Partner und Angehörige. Auch wenn depressive Menschen oft abweisend reagieren, ist es trotzdem wichtig, mit ihnen Kontakt zu halten. Die Balance zwischen Zuwendung und In-Ruhe-Lassen zu finden, ist schwierig. Auch für Nahestehende ist daher eine Beratung hilfreich. In Deutschland gibt es viele Anlaufstellen für Menschen mit Depressionen und ihre Angehörigen. Eine Übersicht bietet die Deutsche Depressionshilfe, wo du nach Krisendiensten in deiner Region suchen kannst. In vielen Städten gibt es außerdem Beratungsstellen für schwule Männer – eine Liste findest du unten. In Krisen, zum Beispiel bei Suizidgedanken, kannst du jederzeit den Notruf 112 wählen.