Sucht

Alkohol, Drogen, Glücksspiel, ja sogar Sex: viele schöne Dinge haben Suchtpotenzial. Schwule Männer sollten hier besonders umsichtig sein.

Schwule Männer haben ein höheres Suchtrisiko als Heteros – nicht weil sie einen schwächeren Charakter haben, sondern weil sie ständig damit rechnen müssen, wegen ihres Schwulseins angegriffen zu werden. Die Dauerbelastung durch Homophobie lässt sich im Rausch vermeintlich besser ertragen.

Alkohol ist vor allem als soziales Schmiermittel beliebt. Mit einem Schwips flirtet es sich besser: Die Hemmungen sinken, das Selbstbewusstsein wächst. Unter Männern wirkt ein Lächeln am stärksten, wenn beide einen im Tee haben. Das haben Forscher der Universität Pittsburgh herausgefunden. Hinzu kommt, dass Alkohol und andere Drogen an schwulen Treffpunkten recht häufig anzutreffen sind: Tunten bejubeln in ihren Shows den Sekt, auf Sexpartys sind Chems, Pillen & Co. mit im Spiel. Manche Fachleute sehen auch im Glücksspiel, Online-Dating und sogar im Sex eine Suchtgefahr. Die Grenze zwischen gesund und ungesund ist hier allerdings besonders schwer zu ziehen.

Auch der Konsum von Drogen ist nicht per se problematisch. Entscheidend ist, warum man sie nimmt: Will man den Spaß und die Freude noch steigern? Oder sollen schlechte Gefühle wie Stress, Angst oder Scham ausgeblendet werden? Letzteres kann problematisch sein und das Entstehen einer Depression begünstigen. Hinzu kommt, dass man im Rausch kaum noch an das Risiko einer Ansteckung mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen denkt. Hast du das Gefühl, Alkohol oder andere Drogen nehmen zu viel Raum in deinem Leben ein? Dann zögere nicht, Fachleute um Rat zu fragen. Das kannst du völlig anonym und unverbindlich tun. Über die Suchmaschine der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) findest du eine Suchtberatungsstelle in deiner Nähe.

In vielen Städten gibt es Beratungseinrichtungen speziell für Schwule. Die Berater kennen das schwule Leben und seine Herausforderungen aus erster Hand. Hier findest du eine Liste mit Anlaufstellen in den größten Städten Deutschlands: