Feigwarzen

Die wenigsten reden darüber, obwohl Feigwarzen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten gehören.

Es handelt sich um kleine warzenartige Wucherungen im Genital- und Analbereich, seltener auch im Mund. Oft bemerkt man Feigwarzen nicht, da sie selbst keine Beschwerden verursachen. Sie können aber zu Ekzemen mit erheblichem Juckreiz führen. Verursacht werden sie von Humanen Papilloma-Viren (HPV), mit denen der Körper manchmal auch selber fertig wird. Hat man aber einmal Feigwarzen, können sie immer wiederkommen, eine Heilung gibt es nicht.

Bleibt eine Infektion mit „HPV-Hochrisikotypen“ über mehrere Jahre unbehandelt, können sich aus infizierten Zellen Krebsvorstufen entwickeln, in seltenen Fällen auch bösartige Geschwulste.

Bei Menschen mit HIV kommt es häufiger zu Krebsvorstufen und zu Krebs – HIV-Positive sollten sich mindestens einmal jährlich darauf untersuchen lassen.

Übertragung und Schutz

Die Feigwarzen-Erreger werden beim Sex übertragen und sind sehr ansteckend.
Kondome helfen leider wenig, denn Warzenviren werden z. B. auch durch Hände, Dildos oder Hautkontakte übertragen. Wer sich am Hintern rasiert, bietet den Viren mehr Angriffsfläche: sie mögen kleine Hautverletzungen. Auch Piercings begünstigen eine Infektion.

Impfungen vor den ersten sexuellen Kontakten bieten einen guten Schutz vor vielen HPV-Hochrisikotypen. In Deutschland ist eine Impfung für junge Mädchen und Frauen empfohlen. Die amerikanische Impfkommission empfiehlt sie auch jungen Männern bis 21 und ausdrücklich auch schwulen und bisexuellen sowie HIV-positiven Männern bis 26. Für Deutschland gibt es eine solche allgemeine Empfehlung noch nicht, manche Ärzte empfehlen die Impfung aber auch für schwule Männer (zum Selberzahlen). Einen vollständigen Schutz bietet die Impfung allerdings nicht.

Menschen mit wechselnden Sexpartnern sollten sich regelmäßig untersuchen lassen, um Feigwarzen gegebenenfalls frühzeitig entfernen lassen zu können und Krebsvorstufen rechtzeitig zu entdecken.

Wo Feigwarzen wachsen

Sie befinden sich meistens am Übergang von Haut zu Schleimhaut, z. B. am Hintern, in der Harnröhrenöffnung, auf Eichel und Vorhaut, manchmal auch weiter unten am Schwanz oder auch (selten) in der Mundhöhle. Werden Feigwarzen nicht behandelt, können sie sich ausbreiten. Um Loch oder Eichel herum wuchern dann Warzen-„Teppiche“, aus denen später in seltenen Fällen auch Anal- oder Peniskrebs entstehen kann. Bei HIV-Positiven wachsen die Warzen schneller und stärker.

Behandlung

Solange Feigwarzen klein sind, können sie leicht und schmerzlos vereist werden. Auf diese Weise werden die Viren zerstört, und die Warze fällt ab. Es gibt auch noch andere Behandlungsmethoden, z. B. die chirurgische Entfernung. Leider gibt es keine Erfolgsgarantie: Oft kommen die Feigwarzen zurück, denn eine direkte Therapie gegen die Viren gibt es nicht. Wichtig: Nach jeder Feigwarzen-Behandlung eine Sexpause einlegen, bis alles verheilt ist, oder den betroffenen Bereich aus dem Sex heraushalten! Bei frischen Wunden ist das Risiko erhöht, sich beim Sex mit HIV oder Hepatitis C anzustecken.