Hepatitis A und B

Das sollte niemandem am Arsch vorbeigehen: Das Robert Koch-Institut berichtet Anfang 2017 über einen verstärkten Anstieg von Hepatitis A-Fällen bei schwulen Männern. Dies gilt vor allem für Berlin, aber auch in anderen Städten gibt es mehr Fälle. Der einfachste Schutz: sich impfen lassen.

Im Vergleich zu den fünf Vorjahren wurden für Berlin jetzt doppelt so viele Hepatitis A-Infektionen gemeldet. Ein Rückgang sei nicht erkennbar, so dass mit weiteren Erkrankungen zu rechnen sei. Auch aus München ist über erhöhte Infektionszahlen berichtet worden. Die Hep A-Fälle sind vor allem bei schwulen Männern aufgetreten.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt daher Männern, die Sex mit Männern haben, sich gegen Hepatitis A impfen zu lassen. Und wer schon dabei ist und sich gegen Hep A impfen lässt, sollte die Impfung gegen Hep B auch gleich machen lassen. Beide Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen, wenn du angibst, wechselnde Sexpartner zu haben. Einfach zum (Haus-)Arzt seines Vertrauens gehen und nach den Impfungen fragen.
 
Gefahrenquellen für Hepatitis A (in aller Kürze)
  • Rimming/Arschlecken
  • Kontakt mit benutzten Kondomen und Dildos
  • gemeinsam verwendete Gleitmitteltöpfe
Gefahrenquellen für Hepatitis B (in aller Kürze)
  • kleine Blutungen im Mund
  • bei hoher Viruslast auch durch Küssen
So infiziert man sich mit Hepatitis A & Hepatitis B

Hepatitis-A-Viren werden über den Darm ausgeschieden und über den Mund aufgenommen. Beim Sex fängt man sich den Erreger zum Beispiel schnell beim Arschlecken ein oder indirekt, wenn Finger nach Kontakt mit dem Loch, einem benutzten Kondom oder Dildo oder mit einem gemeinsam verwendeten Gleitmitteltopf zum Mund wandern. Hepatitis A kann man aber auch über verunreinigtes Wasser (auch Eis!) bekommen, oder über verschmutzte und nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel wie zum Beispiel Muscheln oder Salat.
Hepatitis-B-Viren finden sich vor allem im Blut, aber auch in anderen Körperflüssigkeiten. Sie sind extrem infektiös und können sehr leicht beim Sex übertragen werde, bei kleinen Blutungen im Mund und bei hoher Viruslast sogar durch Küssen. Auch beim Drogenkonsum (zum Beispiel beim gemeinsamen Gebrauch von Röhrchen zum Sniefen), beim Tätowieren und Piercen und bei gemeinsamer Benutzung oder Verwechslung von Zahnbürsten, Rasierzeug oder Ähnlichem sind Übertragungen möglich.

Wie sich Hepatitis A und Hepatitis B zeigen

Hepatitis ist eine Leberentzündung und wird durch Viren ausgelöst. Eine Hepatitis-Infektion bleibt häufig unbemerkt oder wird nicht gleich erkannt, weil manchmal keine Symptome auftreten und die Beschwerden in den anderen Fällen oft nur leicht sind und mit denen einer Grippe verwechselt werden können: leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Oft verspürt man einen Widerwillen gegen fettreiche Lebensmittel und Alkohol. Ebenfalls typisch sind Bauch- und Gelenkschmerzen. Eher selten färben sich Haut und Augen gelb („Gelbsucht“), der Urin wird dunkel und der Stuhl hell. Eine Hepatitis A heilt immer aus, eine Hepatitis B wird in etwa 5–10 % der Fälle chronisch, bei HIV-Positiven häufiger. Bei einer unbehandelten chronischen Hepatitis B kann es zu einem aggressiven Verlauf mit zunehmender Einschränkung der Leberfunktion, bei langer Dauer oft zu einer Leberzirrhose mit bleibenden Leberschäden kommen. Aus einer Leberzirrhose kann sich ein Leberzellkrebs entwickeln.

Behandlung

Eine Therapie gegen das Hepatitis-A-Virus gibt es nicht. Allenfalls können die Symptome behandelt werden. Nach zwei bis sechs Wochen klingen die Beschwerden ab, und von nun an bist du gegen diese Krankheit immun. Auch für eine akute Hepatitis B gibt es keine spezielle Therapie; sie heilt meist ebenfalls nach einiger Zeit ab. Bei einer chronischen Hepatitis B können Medikamente eingesetzt werden, um die Krankheit zu heilen oder zumindest die Virusvermehrung und damit das Fortschreiten der Krankheit zu unterbinden. Die Behandlung kann langwierig und mit einigen Nebenwirkungen verbunden sein.

Schutz durch Impfung

Kondome verringern das Risiko einer Ansteckung nur wenig. Willst du auf Nummer sicher gehen, lass dich am besten gegen Hepatitis A und B impfen. Wenn du schon mal eine Hepatitis A oder B durchgemacht hast, bist du ebenfalls vor einer erneuten Ansteckung geschützt.
Impfen lassen kannst du dich beim Arzt. In der Regel bekommst du innerhalb eines halben Jahres dreimal eine Spritze. Vier Wochen nach der letzten Impfung wird der Impferfolg mit einer Blutprobe kontrolliert. Daran unbedingt denken!