Marcel Mutig

Video-Blogger Marcel, Screenshot Youtube

HIV trifft die unterschiedlichsten Menschen, die ebenso unterschiedlich mit der Diagnose umgehen. Die einen ziehen sich erst einmal zurück, andere gehen in die Offensive. So wie der 20-jährige Marcel.

„2.856 HIV-Neuinfektionen in 2009 und ich war eine davon“, konstatiert der Essener und redet nun darüber in aller Offenheit wie Öffentlichkeit. Nicht nur bei seinen Freunden. Auch in seinem Blog, bei Twitter, im Facebook-Profil und seit kurzem nun auch auf YouTube. Marcel Mutig wäre ein passender Nickname für ihn, aber er bezeichnet sich lieber als der Vorstadtclown.

Warum der Weg nach draußen, nur wenige Monate nach seiner HIV-Diagnose? „Ich bin mir sicher, durch ein offenes Leben mit HIV kann man Diskriminierung abbauen“, erklärt er. Nur wenn man offen sei, würden Leute auch Fragen stellen. „Deshalb habe ich mich entschlossen diesen offenen Weg zu gehen, um zumindest in meinem Wirkungskreis für Aufklärung zu sorgen!“

Sein Wirkungskreis, das ist das World Wide Web, über das er nun zumindest den deutschsprachigen Teil der Welt erreicht. „HIV-Aufklärung 2.0“ nennt er seinen Videokanal auf YouTube, über den er nun ebenso unaufgeregt wie eindringlich von seinen Erfahrungen berichtet.

Wie funktioniert das eigentlich genau mit dem HIV-Test? Wie sieht es in den Räumen einer HIV-Ambulanz aus? Nebenbei vermittelt er praktisches Wissen in leicht verständlichen Worten: „Die Helferzellen, das sind die Guten. Die HIV-Viren, das sind die Bösen“. Einfacher kann man es nicht klar machen.

„Ich kann mein Schicksal nicht ändern, aber ich kann mich mit ihm anfreunden und es so lenken“, schreibt Marcel in seiner Selbstdarstellung im Blog. Das ist Schicksalsergebenheit auf die positive Art. Er sei selbstbewusster geworden und nehme das Leben nicht mehr so ernst, rege sich nicht mehr über unnötige Sachen auf. „Dafür ist die Zeit zu kostbar“ sagt Marcel, der 20-jährige mit Courage, von dem man mit Sicherheit noch mehr hören wird. (cs)

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.