USA: HPV-Impfung jetzt auch für Jungen und junge Männer empfohlen

Die US-amerikanische Impfkommission ACIP empfiehlt jetzt auch für Jungen und junge Männer von 11 bis 21 (für Schwule und Bisexuelle bis 26) Jahren eine Impfung gegen Humanpapillomaviren (HPV).
Impfkalender
Foto: Claudia Hautumm/pixelio.de

In der am 7. Februar veröffentlichten ACIP-Empfehlung für Erwachsene wird allen Jungen von 11 oder 12 Jahren sowie bisher nicht geimpften jungen Männern unter 21 zu einer Impfung gegen vier HPV-Subtypen geraten.

Besonders wichtig, so die ACIP, sei dies für Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) – sie sollten sich bis zum Alter von 26 gegen HPV impfen lassen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ heißt es dazu, Analkrebs sei zwar insgesamt selten (jährlich erkranke etwa einer von 100.000 Männern daran), komme aber bei MSM deutlich häufiger vor – mit 25 bis 100 pro 100.000 Männern am häufigsten bei HIV-positiven MSM. Die Schutzwirkung einer solchen Impfung gegen Analkrebsvorstufen (sogenannte anale intraepitheliale Neoplasien, AIN) liege für MSM zwischen 50 und 78 Prozent.

In Deutschland gibt es bisher keine entsprechende Empfehlung. Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen von 12–17 Jahren sowie (nach Indikationsstellung durch den Arzt) jungen Frauen, die bislang keine HPV-Impfung erhalten haben. Die Kosten für die Impfung liegen bei ca. 500 Euro für drei Injektionen. Von der STIKO empfohlene Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen.

Schätzungsweise 60 bis 80 Prozent der sexuell aktiven Erwachsenen haben Antikörper gegen HPV im Blut, das heißt, ihr Immunsystem hat sich schon mit mindestens einem HPV-Subtyp auseinandergesetzt. Die meisten HPV-Infektionen verschwinden innerhalb von 18 bis 24 Monaten wieder.

Einige HPV-Typen rufen Feigwarzen an den Genitalien, am Anus oder (selten) im Mund hervor, selten kommt es auch zu Krebs. Beim Gebärmutterhalskrebs zum Beispiel, in Europa die zweithäufigste, in Entwicklungsländern die häufigste krebsbedingte Todesursache bei jungen Frauen zwischen 15 und 45 Jahren, sind nahezu immer Humanpapillomaviren beteiligt. Beim sehr seltenen Analkrebs (jährlich erkrankt etwa eine von 100.000 Personen) wird HPV in etwa 90 Prozent der Fälle als Ursache angesehen, bei Penis- und Schamlippenkrebs in etwa 40 Prozent und bei Krebs im Mund- und Rachenraum in ca. 12 Prozent der Fälle.

(hs)

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