Syphilis

Die Syphilis ist tückisch: Symptome treten oft nicht auf, werden nicht bemerkt oder verschwinden von selbst wieder. Doch im Verborgenen wirken die Erreger weiter und können schwere und sogar lebensbedrohliche Schäden anrichten. Wichtig: Eine Syphilis erhöht das HIV-Ansteckungsrisiko, unbehandelte HIV-Positive mit einer Syphilis können HIV leichter übertragen.

Die Syphilis, auch Lues genannt, ist sehr ansteckend. Sie wird fast ausschließlich beim Sex übertragen – beim Blasen und Ficken, egal ob aktiv oder passiv, beim Arschlecken, über gemeinsam gebrauchte Sextoys, über alle nässenden Stellen, zu denen es bei der Krankheit kommt (und die oft nicht bemerkt werden, z. B., wenn sie im Mund oder im Darm sitzen), außerdem über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Bei einer Syphilis ist das Risiko einer Ansteckung mit HIV erhöht, und unbehandelte HIV-Positive können mit einer Syphilis HIV leichter auf andere übertragen.

Wie kann ich mich schützen?

Mit Kondomen beim Analverkehr und Handschuhen beim Fisten verringerst du die Ansteckungsgefahr. Wichtig: Für jeden neuen Partner ein neues Kondom oder einen neuen Handschuh verwenden. Beim Blasen bleibt ein höheres Risiko, daher: Schau dir den Schwanz möglichst vorher an. Kontakt mit nässenden Stellen oder Blut vermeiden. Sexspielzeug nicht mit mehreren Partnern verwenden oder für jeden neuen Partner ein neues Kondom drüberziehen bzw. das Sexspielzeug sehr gründlich reinigen.

Nicht mit anderen in denselben Gleitmitteltopf greifen.

Bei analen Fingerspielen nicht von einem Partner zum anderen gehen, ohne die Hände zu waschen.
Wenn du häufig Sex mit wechselnden Partnern hast und/oder HIV-positiv bist, lass dich mindestens einmal jährlich auf Syphilis testen. Das kannst du anonym und meist kostenlos beim Gesundheitsamt oder einem Testprojekt erledigen, aber auch bei einem Arzt deines Vetrauens. (Bei HIV-Positiven kann eine Syphilis schneller und schwerer verlaufen und muss anders behandelt werden.)

Wie sich eine Syphilis zeigt

Frühestens eine Woche nach dem Sex fängt es mit einem kleinen roten Knötchen an, dann bildet sich ein münzgroßer weißer Krater (Stadium 1): gut sichtbar an Eichel, Vorhaut oder Sack, weniger gut sichtbar auf der Zunge oder der Wangenschleimhaut, gar nicht sichtbar im Arsch. Der Krater ist hart und tut nicht weh. Dann verschwindet er. Die Syphilis bleibt. Meistens bleibt sie unbemerkt.

Wenn der Krater verschwunden ist, hast du die Syphilis-Bakterien bereits überall in deinem Körper. Von dort aus senden sie Warnzeichen, die aber ebenfalls wieder verschwinden, z. B. Müdigkeit und Schlappheit, leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten. Typisch ist ein nicht juckender und nicht nässender Ausschlag, der am Körperstamm auftritt und auch Hand- und Fußsohlen befällt (Stadium 2). Häufig sind auch Beläge auf der Zunge und in der Mundhöhle sowie feigwarzenähnliche Stellen (Kondylome). In dieser Phase sind der Ausschlag, die Kondylome, das Blut und infizierte Körpersekrete ansteckend.
Bleibt die Syphilis unbehandelt, können die Bakterien im Lauf von vielen Jahren massive Schäden an inneren Organen wie Leber, Herz und Magen, an Blutgefäßen, Skelett und Gelenken sowie am zentralen Nervensystem verursachen (Stadium 3). Typisch sind überall am Körper auftretende, oft gummiartige, harte Knoten (Gummen), die beim Aufbrechen das umgebende Gewebe zerstören – zum Teil mit lebensbedrohlichen Folgen, z. B., wenn sie an der Hauptschlagader sitzen.

Bei Menschen mit HIV verläuft die Syphilis häufig anders, schneller und schwerer: Stadien werden eher „übersprungen“ oder treten „nebeneinander“ auf, spätere Stadien werden schneller erreicht, ausgeprägte Hautveränderungen sind häufiger, ebenso Verläufe mit einer Neurosyphilis, die zu Taubheit, Sehstörungen, geistigem Verfall, Lähmungen und schließlich zum Tod führen kann.

Diagnostik und Behandlung

Ein Bluttest erkennt die Syphilis in jedem Stadium. Bei Verdacht auf Befall des zentralen Nervensystems sollte auch die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit untersucht werden.

Achtung: Bei Menschen mit Immunschwäche (zum Beispiel bei einer HIV-Infektion) fällt ein Syphilis-Suchtest in manchen Fällen trotz klarer Syphilissymptome "falsch negativ" aus.

Ein Antibiotikum tötet die Erreger, die Krankheit muss aber lange genug behandelt werden. Wichtig ist, so früh wie möglich mit einer Behandlung anzufangen – Schäden an inneren Organen lassen sich nicht mehr rückgängig machen.

Informiere so viele deiner Sexpartner wie möglich, damit auch sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen können!
Bei HIV-Positiven ist wichtig, dass der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin sich sowohl mit Syphilis als auch mit HIV auskennt.