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Stimmt die Dosis?

Stimmt die Dosis, passt die Umgebung?

  1. Eine Frage der Dosis
  2. Drogen und Safer Sex
  3. Entweder – oder: Nicht alles durcheinander
  4. Medikamente machen Drogen unberechenbar
  5. Safer Use: Eigene Spritzen, eigene Röhrchen, vorsichtig dosieren
  6. Was du im Notfall tun kannst und worauf du achten solltest
1) Eine Frage der Dosis

Auf Sexpartys werden oft Drogen konsumiert. Sie stimulieren, senken Hemmungen, steigern die Ausdauer. Wenn du zuviel nimmst, ist der Spaß aber auch schnell vorbei. Außerdem können Chems dazu beitragen, dass du größere Risiken eingehst. 

2) Drogen und Safer Sex

Unter Drogen (auch Alkohol) kann man Dinge tun oder geschehen lassen, die man nüchtern nicht wollen würde. Sex unter Drogen solltest du nur mit Menschen haben, denen du vertraust. Klär vorher ab, was ihr macht und was nicht, und leg Safer-Sex-Utensilien bereit. 

3) Entweder – oder: Nicht alles durcheinander

Wenn du eine Droge konsumierst, bleib bei dieser einen. Beim Mischen verschiedener Substanzen sind gefährliche Wechselwirkungen möglich. Die Wirkung kann zum Beispiel verstärkt werden. Neues solltest du erst mal im privatem Umfeld probieren.

4) Medikamente machen Drogen unberechenbar

Ob HIV-Medikamente, Viagra, Antidepressiva – die Kombination mit Drogen kann riskant sein. Manche Drogen schwächen die Wirkung einer HIV-Therapie ab. Besonders zu Beginn einer HIV-Therapie solltest du lieber auf Drogen verzichten. Informier dich auf jeden Fall über Wechselwirkungen unter www.hiv-drogen.de! Ach ja, und falls deine Partys auch mal länger dauern: Nimm ausreichend HIV-Medikamente mit.

5) Safer Use: Eigene Spritzen, eigene Röhrchen

Beim „Slammen“ (Spritzen von Drogen) nur die eigene Spritze benutzen. So schützt du dich vor HIV und Hepatitis. Auch andere Konsumutensilien solltest du nicht teilen. Vorsichtig dosieren: Gespritzte Drogen wirken sehr schnell und intensiv. Zum Sniefen nur das eigene Röhrchen nehmen (wegen Hepatitis). Geldscheine sind scharfkantig, können die Nase verletzen und sind voller Keime.

6) Was du im Notfall tun kannst und worauf du achten solltest

Drogen können abhängig machen: Wenn du merkst, dass der Drogenkonsum dein Leben (oder das eines Freundes) zu sehr bestimmt, findest du hier Hilfe.

Im einem akuten Notfall rufe 112! Generell gilt: Nimm Drogen nur, wenn du gesundheitlich fit und idealerweise mit Freunden unterwegs bist. Achtet aufeinander und lasst niemanden alleine auf einer Party zurück. Wenn die anderen wissen, was du nimmst, kann man im Notfall besser helfen.

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„Keine Droge ist es wert, mein Leben wegzuwerfen!“

Franz (55) hat den Absprung geschafft. Als DJ nahm er Koks, um gut drauf zu sein. Irgendwann brauchte er schon morgens die erste „Line“, nahm auch LSD, Speed und andere Drogen. So ging es Jahre.

Für den Ausstieg schloss Franz sich zu Hause ein, Freunde versorgten ihn mit Lebensmitteln. Es war hart - aber erfolgreich. Experten raten von Alleingängen ohne medizinische Betreuung allerdings ab: Viele scheitern dabei und der Entzug kann zu Zusammenbrüchen und epileptischen Anfällen führen.

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Du willst Drogen nehmen?

Du willst Drogen nehmen? Vorbereitung ist wichtig

Null Risiko ist beim Drogenkonsum nicht zu haben. Wenn du dich entschieden hast, Drogen zu nehmen, kannst du aber einiges dafür tun, um die Risiken zu reduzieren.

Mach dich vor allem schlau über die Substanzen, die du nehmen willst: Über Dosierung, Wirkung und Wechselwirkungen mit anderen Drogen oder deinen HIV-Medikamenten solltest du Bescheid wissen. Und was kannst du im Notfall tun? Die wichtigsten Infos findest du hier.

Wie bereite ich meinen Abend vor?

Pack ein, was du zum Safer Use brauchst: ein eigenes Röhrchen zum Sniefen und sterile Spritzen, ggf. Filter und Wasser für den intravenösen Konsum. Deine GHB/GBL-Rationen solltest du vorher mit einer kleinen Spritze zu Hause abfüllen, damit es im Rausch nicht zur Überdosierung kommt.
Wenn du eine HIV-Therapie machst, solltest du genug Medikamente mitnehmen. Vielleicht dauert die Party länger als geplant.

Was muss ich beim „Nachlegen“ beachten?

Es kommt immer auf die Droge an, grundsätzlich wird aber empfohlen: Warte mindestens zwei Stunden, bevor du nachlegst, also die nächste Dosis konsumierst. Es ist riskant, wenn du zu früh oder zu viel nachnimmst – vor allem bei GHB/GBL, da die Substanz ihre Wirkung noch nicht voll entfaltet hat und es zu unkalkulierbaren Steigerungen der Wirkungen kommen kann.

Damit du im Rausch nicht zu viel nimmst, solltest du die Rationen schon zu Hause im nüchternen Zustand vorbereiten. Bei vollem Magen kann es länger dauern, bis die Droge wirkt.

Welche Absprachen treffe ich mit meinen Freunden?

Wenn du auf einer Party Chems nimmst, sollte jemand in der Nähe sein, dem du vertraust. Wenn Freunde etwas nehmen, ist es ratsam, wenn einer in der Gruppe nüchtern bleibt. Teilt einander mit, was ihr schluckt, snieft oder spritzt – im Notfall kann man so besser helfen. Und wenn ihr zusammen auf eine Party geht, verlasst sie auch zusammen. Lasst niemanden zurück, wenn er Drogen konsumiert hat. Wenn du einen Freund länger nicht gesehen hast, dann schau nach ihm – vielleicht braucht er Hilfe.

Wie stelle ich die Qualität meiner Drogen sicher?

Illegale Drogen werden oft nicht rein verkauft, sondern mit anderen Substanzen „gestreckt“. Die Reinheit und damit die Wirkung können also von Mal zu Mal erheblich variieren. Vorsicht bei Anbietern, die du nicht kennst! Kauf nur bei Leuten, denen du vertraust und die ihren Stoff selber nehmen. Aber auch dieses Vorgehen bietet keine 100%ige Sicherheit. Fang lieber mit einer kleinen Menge an, um die Wirkstärke einzuschätzen und so eine Überdosierungen zu vermeiden.

Wie wirken welche Substanzen?

Manche Drogen und Medikamente wirken stimulierend und aufputschend. Solche „Upper“ sind z.B. Koffein, Speed, Crystal oder Kokain. Als „Downer“ gelten Substanzen mit beruhigender Wirkung: Alkohol, Cannabis, GHB/GBL oder Ketamin machen zudem müde. Der Mix von zwei oder mehr Substanzen ist riskant: Die Kombination von Poppers und Potenzpillen kann lebensgefährlich sein. Besonders gefährlich ist die Einnahme von zwei Downern. Hier erfährst du mehr: LINK

Welche Droge passt wohin?

Drogen werden aus den unterschiedlichsten Gründen genommen, zum Beispiel, um für bestimmte Sexpraktiken schmerzunempfindlich zu machen – was dazu führen kann, dass du Grenzen nicht wahrnimmst. Für die Frage, ob du Drogen nehmen willst und wenn, welche, ist auch der Ort wichtig: Da Downer wie Ketamin beruhigend und betäubend wirken, ist es zum Beispiel keine gute Idee, Downer in der schwulen Sauna zu nehmen. Du kannst dann vielleicht nicht mehr kontrollieren, was mit dir geschieht. Außerdem wird in der Sauna dein Kreislauf eh bereits geschwächt.

Was ist, wenn ich was Neues probieren will?

Am sichersten ist es, nur Drogen zu konsumieren, die du kennst. Also lass dich zu nichts überreden. Wenn aber die Neugier zu groß ist: Probier neue Substanzen nur in privater Umgebung aus und nicht allein. Und fang erst mal mit kleinen Mengen an.
Achte auf dich und deine Partner: Einer von euch sollte auch beim Drogenkonsum immer noch so klar sein, dass er im Notfall einschreiten oder Hilfe holen kann.

Was ist zu beachten, wenn ich eine HIV-Therapie mache?

In Kombination mit antiretroviralen Medikamenten können Chems schneller, stärker oder länger wirken. Du nimmst im Rausch vielleicht zu viel oder zu wenig Medikamente – das kann zu starken Nebenwirkungen führen oder es bilden sich Resistenzen. Außerdem unterschätzt du vielleicht das Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Wirst du gerade auf neue Medikamente eingestellt, verzichte in dieser Phase lieber auf den Konsum oder fang erst mal mit niedrigen Dosen an. LINK WECHSELWIRKUNGEN

Was, wenn die Party länger dauert?

Substanzen wie Ecstasy, Speed, Crystal oder LSD verändern deinen Tag-Nacht-Rhythmus: Vielleicht tanzt du die Nacht durch oder verschläfst einen ganzen Tag. Dann nimmst du deine HIV-Medikamente nicht im gewohnten Zeitabstand oder gar nicht, und es können sich gefährliche Resistenzen entwickeln. Bevor du dich also in ein langes Wochenende stürzt, pack immer genügend Medikamente ein – die Party kann länger dauern, als du erwartest.

Was tun im Notfall?

Hab keine Angst, Fehler zu machen: Jede Hilfe ist besser als wegzuschauen, aber du solltest sofort reagieren. Manchmal helfen dem Betroffenen schon ein Glas Wasser, frische Luft oder beruhigende Worte. Führe ihn bei Angst- und Panikzuständen in eine ruhige Umgebung, aber vermeide krasse Wechsel von Licht oder Temperatur. Wenn du die Situation nicht einschätzen kannst, bring ihn ins Krankenhaus oder ruf 112 an. Es reichen schlichte Hinweise: „Person ist nicht ansprechbar“ oder „Atemstillstand“.

Wie komme ich sicher nach Hause?

Verabrede vorher mit deinen Freunden ein paar Dinge: Wie kommt ihr zur Party und wie fahrt ihr danach nach Hause? Wenn ihr Chems genommen habt, solltet ihr nicht am Straßenverkehr teilnehmen – auch nicht mit dem Fahrrad. Falls ihr mit dem Auto unterwegs seid, macht vorher aus, wer nüchtern bleibt. Oder lasst genug Geld übrig fürs Taxi nach Hause.

Wie komme ich wieder in den Alltag?

Wenn du Chems konsumierst, brauchst du danach eine längere Zeit zur Regeneration. Daher ist es ratsam, einen Tag Abstand einzuplanen, bevor du wieder arbeiten gehst. Bei einigen Drogen wie zum Beispiel LSD oder Crystal Meth kann die Regeneration mehrere Tage dauern. Wenn du HIV-Medikamente nimmst, werden außerdem einige Drogen wesentlich langsamer abgebaut.  

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