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Schutz beim Sex

Schutz durch Therapie = Safer Sex

  1. Safer Sex geht auch anders
  2. Wirksame Therapie ist wirksamer HIV-Schutz
  3. Es gehören immer zwei dazu
1) Safer Sex geht auch anders

Bei einer erfolgreichen HIV-Therapie ist eine HIV-Übertragung beim Sex ohne Kondom sehr unwahrscheinlich: Eine wirksame Therapie schützt so gut wie Kondome – allerdings nicht vor anderen STIs. Das STI-Risiko senkst du mit Kondomen und Früherkennung.

2) Wirksame Therapie ist wirksamer HIV-Schutz

Erfolgreiche Therapie heißt: Der HIV-positive Partner hat seit mindestens sechs Monaten eine Viruslast unter der Nachweisgrenze, er nimmt die Medikamente zuverlässig ein und macht zur Absicherung regelmäßig Bluttests.

3) Es gehören immer zwei dazu

Die Entscheidung, auf Gummis zu verzichten, sollte man gemeinsam treffen. Beide Partner sollen sich mit der Entscheidung wohlfühlen. Dazu gehört Vertrauen, denn damit der Schutz funktioniert, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein: Der HIV-Positive muss seine Medikamente regelmäßig nehmen. Die Therapie muss gut wirken, so dass im Blut dauerhaft kein HIV mehr nachweisbar ist. Dies muss regelmäßig durch einen Arzt überprüft werden Beratung bieten HIV-Ärzte und Aidshilfen.

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Schutz durch Therapie?

Schutz durch Therapie: Wie geht das?

HIV-Medikamente unterdrücken die HIV-Vermehrung – im Blut, Sperma und in der Analschleimhaut sind dann so gut wie keine Viren mehr nachweisbar. Eine Ansteckung wird dadurch sehr unwahrscheinlich.

Entscheidend ist die regelmäßige Medikamenteneinnahme: Bei einer mehrtägigen Unterbrechung steigt in der Regel die Zahl der Viren im Blut schnell wieder an - etwas später dann auch in den Körperflüssigkeiten.

Erhöhen andere Geschlechtskrankheiten das Risiko beim "Schutz durch Therapie"? Wahrscheinlich nur unwesentlich. Doch in diesem Punkt ist sich die Fachwelt noch nicht ganz einig. Umstritten ist zum Beispiel die Frage, ob etwa bei einer frischen Syphilis das Risiko doch zu stark steigen könnte. Denn die Syphilis kann die Zahl der HI-Viren im Körper erhöhen.

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Das sagt der Experte

Armin Schafberger ist Medizinreferent der Deutschen AIDS-Hilfe. Im Clip und im folgenden Interview erklärt er, worin der Fortschritt bei "Schutz durch Therapie" besteht – und was aus gesundheitlicher wie aus rechtlicher Sicht zu beachten ist.

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Kann ich jemandem bei flüchtigen Dates vertrauen, wenn er mir versichert, dass er zwar positiv ist, aber nicht infektiös?

Es ist eine Sache, in der Beziehung auf Schutz durch Therapie zu vertrauen. Dann weiß ich, ob mein HIV-positiver Partner zuverlässig seine Medikamente nimmt und sich regelmäßig untersuchen lässt. Wenn ein Mensch mit HIV auch nur einige Tage seine Tabletten nicht genommen hat, ist er wieder sehr infektiös. Bei flüchtigen Kontakten in Sauna, Darkroom oder Park gilt darum: Kondome benutzen ist sicherer.

Mache ich mich strafbar, wenn ich als HIV-Positiver unter der Nachweisgrenze liege und bei einem Sexdate nicht sage, dass ich positiv bin?

Obwohl die Wirksamkeit von Schutz durch Therapie wissenschaftlich erwiesen ist: Leider urteilen die Gerichte nicht immer danach. Selbst wenn der Partner sich nicht ansteckt, kann der HIV-Positive wegen versuchter Körperverletzung verurteilt werden. Rechtlich ist man bisher nur auf der sicheren Seite, wenn vorher der HIV-Status angesprochen wird und beide zustimmen, auf Schutz durch Therapie zu vertrauen. Die andere Möglichkeit ist natürlich, das Kondom ins Spiel zu bringen. Gerade beim Sex mit Gelegenheitspartnern empfiehlt sich das Gummi, wenn man nicht miteinander über Schutz durch Therapie sprechen und keine gemeinsame Entscheidung treffen kann. Außerdem bieten Kondome ja auch guten Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Was passiert, wenn man als HIV-Positiver seine Tabletten zu spät einnimmt oder auch einmal vergisst?

Die Medizin muss man nicht minutengenau einnehmen – gewisse Abweichungen vom Zeitplan sind unbedenklich. Vergisst man die Einnahme aber über mehrere Tage, kann die Viruslast wieder schnell steigen – damit erhöht sich das Übertragungsrisiko deutlich. Wenn aber mal nur eine einzelne Einnahme verzögert erfolgt oder vergessen wird, gefährdet das nicht gleich den Therapieerfolg, und es entsteht auch kein höheres Übertragungsrisiko. Im Zweifel sollte man darüber mit dem behandelnden Arzt sprechen.

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