🤝 Übertragung
Affenpocken verbreiten sich vor allem durch engen Hautkontakt mit Bläschen/Pusteln/Krusten; Kondome allein reichen nicht vollständig.
👥 jede*r kann sich anstecken
Häufiger Fälle bei Männern, die Sex mit Männern haben; grundsätzlich kann sich jede Person infizieren.
💉 Impfung schützt am besten
MVA-BN (Imvanex/Jynneos), meist 2 Dosen im Abstand von ≥28 Tagen; nicht 100 %, aber der beste Schutz – empfohlen bei erhöhtem Risiko (z. B. wechselnde Partner).
🧭 Lage im Blick behalten
Seit 2022 gibt es Ausbrüche; die Situation kann sich regional ändern – bei neuen Symptomen testen lassen und Kontakte vorübergehend reduzieren.
Was ist Mpox / Affenpocken?
Mpox ist eine durch das Mpox-Virus (Orthopoxvirus) verursachte Infektionskrankheit.
Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Neben allgemeinen Symptomen wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen und Krankheitsgefühl treten häufig Hautveränderungen (Läsionen) auf. Diese können auch im Genital- oder Analbereich vorkommen und mit starken Schmerzen verbunden sein.
In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Mpox-Fälle in bestimmten Netzwerken beobachtet, unter anderem bei Männern, die Sex mit Männern haben. Grundsätzlich kann sich jedoch jede Person mit Mpox / Affenpocken infizieren.
Besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Erkrankung schwer verlaufen und medizinisch intensiv betreut werden müssen.
Übertragung von Mpox / Affenpocken
Mpox / Affenpocken wird vor allem durch engen Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen. Eine Ansteckung ist insbesondere bei Kontakt mit Bläschen, Pusteln, Schorf oder anderen Hautläsionen möglich. Auch Körperflüssigkeiten können das Virus weitergeben.
Küssen, intensiver Körperkontakt und Sex können das Ansteckungsrisiko erhöhen. Kondome allein bieten keinen zuverlässigen Schutz, da Affenpocken vor allem über direkten Hautkontakt übertragen wird. Sie können das Risiko jedoch zusätzlich verringern.
Eine Ansteckung ist ab Auftreten der ersten Symptome möglich und besteht bis alle Hautveränderungen vollständig abgeheilt sind.
Schutz vor Affenpocken
Die Impfung ist der wirksamste Schutz vor Affenpocken. Sie kann das Risiko einer Ansteckung deutlich senken und schützt insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen.
In Deutschland wird die Mpox-Impfung vor allem Menschen empfohlen, die ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung haben. Dazu gehören zum Beispiel Personen mit häufig wechselnden Sexualkontakten oder engem körperlichem Kontakt zu anderen Menschen.
Die Impfung besteht in der Regel aus zwei Dosen, die im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Der Schutz baut sich nicht sofort, sondern schrittweise auf.
Auch nach einem engen Kontakt mit einer an Mpox (Affenpocken) erkrankten Person kann eine Impfung sinnvoll sein. Sie kann helfen, eine Erkrankung zu verhindern oder den Verlauf abzumildern.
Neben der Impfung ist es wichtig, auf Symptome zu achten und bei Verdacht auf Affenpocken engen Körperkontakt zu vermeiden sowie sich medizinisch beraten zu lassen.
Weitere Maßnahmen, um das Übertragungsrisiko bei Affenpocken zu senken, sind:
- Beim Sex keine Gegenstände teilen, zum Beispiel Dildos oder andere Sextoys.
- Bei Symptomen vorsichtig sein und körperliche Nähe sowie Sex vermeiden, bis klar ist, was dahintersteckt.
Bei einer sexuellen Übertragung können Affenpocken insbesondere an den Kontaktstellen wie Mund-, Genital- oder Analbereich auftreten. Kondome können das Risiko für Beschwerden in diesen Bereichen senken, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da das Virus auch über andere Hautbereiche weitergegeben werden kann.
Symptome und mögliche Folgen von Affenpocken
Wann treten Symptome auf?
Nach einer Ansteckung können erste Symptome bereits am nächsten Tag auftreten. Häufig beginnen sie nach 5 bis 11 Tagen. In einzelnen Fällen kann es auch bis zu 21 Tage dauern, bis sich erste Beschwerden zeigen (Inkubationszeit).
Welche Symptome sind typisch?
Affenpocken kann unterschiedlich verlaufen. Manche Menschen haben zuerst allgemeine Beschwerden, bei anderen stehen die Hautveränderungen direkt im Vordergrund.
Typische Symptome sind zum Beispiel:
- Allgemeine Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- sowie Muskel- oder Rückenschmerzen, Krankheitsgefühl
- Geschwollene Lymphknoten
- Hautveränderungen (Läsionen): Sie können als Flecken oder Knötchen beginnen, sich zu Bläschen oder Pusteln entwickeln und später verkrusten (Schorf/Krusten).
Wo können die Hautveränderungen auftreten?
Die Hautveränderungen können an unterschiedlichen Stellen vorkommen – zum Beispiel im Gesicht, an Händen oder Füßen sowie im Genital- oder Analbereich. Je nachdem, wo sie auftreten, können sie als besonders unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.
Wie lange dauert die Erkrankung?
Die Beschwerden können mehrere Tage bis Wochen anhalten. Häufig heilt Affenpocken innerhalb von 2 bis 4 Wochen ab – entscheidend ist, dass alle Hautveränderungen vollständig verheilt sind.
Mögliche Folgen und Komplikationen
In einigen Fällen kann es zu zusätzlichen Beschwerden kommen, zum Beispiel:
- Entzündungen der Haut, wenn geschädigte Stellen sich mit Bakterien infizieren
- Narbenbildung nach dem Abheilen der Läsionen
Wenn du Symptome bemerkst, die zu Affenpocken passen, oder wenn du engen Kontakt zu einer Person hattest, bei der Affenpocken bestätigt wurde, ist es sinnvoll, medizinischen Rat einzuholen und engen Körperkontakt zu reduzieren, bis geklärt ist, was dahintersteckt.
Behandlung / Therapie
- Symptomatisch: Schmerztherapie, lokales Wund-/Hautmanagement, Stuhlregulation bei Analbeschwerden, Flüssigkeit/Schonung
- Antiviral: Tecovirimat in spezialisierten Zentren bei schweren Verläufen/Komplikationen
- Wundpflege: Läsionen sauber/trocken halten, lockere Kleidung, keine Manipulation/Kein Aufkratzen
- Isolation/Sexpause bis zur kompletten Verheilung aller Läsionen (Krusten abgefallen und neue Haut gebildet)
Impfung (Prä- & Post-Exposition)
Verwendet wird der MVA-BN-Impfstoff (Imvanex/Jynneos).
- Prä-Exposition (vor einem Risiko): 2 Dosen im Abstand von ca. 4 Wochen für Personen mit erhöhtem Risiko (z. B. MSM mit häufig wechselnden Partnern, bestimmte Berufsgruppen).
- Post-Exposition (nach Kontakt): möglichst früh verabreichen (ideal innerhalb von 4 Tagen, bis 14 Tage kann sie den Verlauf noch abmildern). Termin schnell über Schwerpunktpraxen/Gesundheitsämter klären.
Schutz / Prävention
- Engen Hautkontakt / Sex mit Personen, die neue unklare Hautveränderungen haben, meiden
- Läsionen abdecken, eigene Handtücher/Bettwäsche/Toys, gründliche Händehygiene
- Kondome/Handschuhe/Gleitgel reduzieren zusätzliche Risiken, ersetzen aber keinen Hautkontakt-Schutz
- Impfstatus prüfen und gegebenenfalls Impfung in Anspruch nehmen
- Bei Events/Partys: auf Symptome achten, bei ersten Zeichen zu Hause bleiben und testen lassen
Was tun bei …
… Verdacht auf Affenpocken?
Kontakt zu Praxis/Aidshilfe/Ärzt*in, PCR-Test organisieren, bis dahin enger Kontakt/ Sex pausieren, Läsionen abdecken, eigene Handtücher/Wäsche nutzen.
… positivem Test?
Mit behandelnder Praxis die Schmerz- und Wundpflege klären, Isolation bis zur kompletten Abheilung. Kontaktpersonen informieren (anonym möglich) – sie können ggf. eine Post-Expositions-Impfung bekommen.
… starken Schmerzen, Bauch-/Analbeschwerden, Schluckbeschwerden, vielen Läsionen?
Medizinisch akut abklären; in schweren Fällen ist eine antivirale Therapie (Tecovirimat) möglich.
FAQ – Häufige Fragen zu Mpox / Affenpocken
Mpox wirft oft viele Fragen auf – zu Ansteckung, Symptomen, Impfung und dem richtigen Verhalten im Alltag. In diesem FAQ findest du kurze, verlässliche Antworten auf die häufigsten Fragen.
Das „Affenpockenvirus“ (Monkeypox Virus oder Mpox-Viren) wurde zuerst bei Affen festgestellt. Man geht jedoch davon aus, dass die Viren eigentlich vor allem bei Nagetieren (z.B. Hörnchen und Ratten) zu finden sind. Eine Übertragung auf den Menschen ist beispielsweise durch Bisse, Körperflüssigkeiten und Verzehr möglich.
Die Viren verursachen teils sehr schmerzhafte Hautveränderungen (vom Ausschlag über Knötchen/Bläschen zu Pusteln und Wunden, die verschorfen). Sie heilen in der Regel von selbst ab, können aber Narben hinterlassen.
Von Mensch zu Mensch werden „Affenpockenviren“ hauptsächlich durch engen und längeren Haut-zu-Hautkontakt übertragen, vor allem durch Kontakt mit den Hautveränderungen (Ausschlag, Bläschen, Pusteln, Wunden, Schorf).
Die Krankheit heilt zwar in der Regel von alleine ab, kann aber äußerst schmerzhaft sein, vor allem, wenn die Hautschädigungen im Anal- oder Genitalbereich auftreten. Die Schmerzen können so stark sein, dass eine Behandlung nur im Krankenhaus möglich ist.
Möglich sind auch bakterielle Infektionen, die sich „auf die geschädigten Stellen“ setzen. Als belastend wird auch die empfohlene oder angeordnete Isolation erlebt, die mindestens 21 Tage dauert. Für die breite Bevölkerung schätzt das RKI die Gesundheitsgefährdung derzeit als gering ein.
Bisher scheinen HIV-Positive unter funktionierender Therapie und mit gutem Immunstatus nicht stärker gefährdet zu sein als andere.
Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem könnte ein höheres Infektionsrisiko und ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf bestehen. Hierzu fehlen bislang aber belastbare Daten.
Auch Menschen mit HIV können sich impfen lassen, solange ihre Helferzahl mindestens bei 100 liegt.
Bei Personen mit schwächerem oder geschwächtem Immunsystem (100 bis 750 Helferzellen pro Mikroliter Blutplasma) wurde aber beobachtet, dass die Impfwirkung geringer ausfallen kann.
Als Hauptübertragungsweg für Mpox-Viren („Affenpockenviren“) gilt enger und längerer Haut-zu-Haut-Kontakt (z. B. beim Kuscheln oder Sex), vor allem Kontakt mit den Hautveränderungen (Ausschlag, Bläschen, Pusteln, Wunden, Schorf).
Besonders ansteckend ist die Flüssigkeit in den Bläschen und aus den Wunden, die nach dem Aufplatzen der Bläschen entstehen, sowie der Schorf, der sich darüber bildet.
Das Virus ist auch durch Gegenstände übertragbar, die beim Sex benutzt werden (z. B. Sexspielzeug), oder durch Kontakt mit Textilien (zum Beispiel Kleidung, Bettwäsche, Handtücher), an denen Schorfreste haften, die Mpox-Viren enthalten.
Haupteintrittspforten für das Virus in den Körper sind beim aktuellen Ausbruch die beim Sex beteiligen Schleimhäute (Analregion, Penis, Mundhöhle).
Ausführliche Informationen: Affenpocken Übertragung
Symptome können schon am Tag nach der Ansteckung auftreten. Meistens beginnen sie innerhalb von 5 bis 11 Tagen, es kann aber auch bis zu drei Wochen dauern (Inkubationszeit).
Typisch sind teils sehr schmerzhafte Hautveränderungen – vom Ausschlag/Fleck über Knötchen und Bläschen bis zu Pusteln, Wunden und Schorf.
Die Hautveränderungen beginnen oft im Gesicht, in der Genital- oder Analregion. Die dadurch verursachten Schmerzen können so stark sein, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Auch bakterielle Superinfektionen sind möglich, das heißt Entzündungen der geschädigten Stellen.
Die „Pocken“ heilen in der Regel nach zwei bis vier Wochen von selbst ab, können allerdings Narben hinterlassen.
Oft werden die Hautveränderungen durch allgemeine Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- oder Rückenschmerzen oder geschwollene Lymphknoten eingeleitet oder begleitet.
Bis 1976 in der BRD und bis 1982 in der DDR galt die Impfpflicht gegen Pocken. Viele, die bis zu dieser Zeit geboren wurden, haben diese typische Pockenimpfnarbe am Oberarm. )