Hepatitis C (HCV) wird zunehmend bei schwulen Männern, vor allem bei HIV-positiven, festgestellt. Anders als bei Hepatitis A und B gibt es keine Impfung und auch eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht vor einer weiteren Ansteckung. Dank neuer Therapien ist eine Hepatitis C heute jedoch in drei Monaten heilbar.

 

Eine Hepatitis C-Erkrankung wird oft viel zu spät erkannt und kann zu starken Leberschäden führen. Sie wird durch einen Bluttest festgestellt. Da Hepatitis C durch Blut übertragen wird, kannst du ein paar einfache Schutzregeln beachten:

Schutz vor Hepatitis C

Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht, und auch nach einer Ausheilung kann man sich wieder anstecken. Schützen kannst du dich mit folgenden Maßnahmen:

Verwende immer ein neues Kondom und neue Handschuhe für jeden neuen Sex- und Fistpartner und jede neue Körperöffnung. Für jeden Fistpartner außerdem einen eigenen Gleitmitteltopf. Beim Drogenkonsum nur dein eigenes Zubehör verwenden.

Beim Ficken

  • Sexspielzeuge wie Dildos nicht mit anderen teilen. Am besten immer ein neues Kondom drüberziehen oder die Toys gründlich reinigen bzw. desinfizieren.
  • Beim Ficken schützen Kondome, für jeden Partner ein neues Kondom nehmen. Wer sich ohne Kondom ficken lässt, sollte wenigstens mehr Gleitgel als sonst, aber weniger Poppers nehmen – dann kommt es nicht so leicht zu Blutungen.
  • Hast du mehr als zehn Sexpartner im Jahr und/oder stehst du auf harte Sexpraktiken, lass dich einmal jährlich auf Hepatitis C untersuchen.

Beim Fisten

  • Beim Fisten Handschuhe verwenden – für jeden neuen Partner einen neuen Handschuh nehmen. Für jeden Fistpartner einen eigenen Gleitmitteltopf verwenden.

Beim Substanzgebrauch

  • Wenn du Anabolika oder andere Substanzen spritzt, teile die Nadel nicht mit anderen. Das gilt übrigens auch für Rasierklingen und Zahnbürsten. Achte darauf, dass bei Tätowierungen und Piercings auf hygienische Standards geachtet wird.
  • Nimmst du Kokain oder Speed, zieh deine Line nur durch dein eigenes Röhrchen. Koks und Speed greifen die Nasenschleimhaut an und führen dort zu kleinen Blutungen – eine winzige Menge Blut am Röhrchen reicht für eine Infektion mit HCV aus!

Mehr Infos zum Thema Substanzkonsum und wie du die Risiken minimieren kannst, findest du auf unserer Wissenscenter-Seite Drogen.

Noch Fragen? Lass dich beraten!

Wie wird Hepatitis C übertragen?

Das Hepatitis-C-Virus wird durch Blut übertragen. Auch kleinste Blutspuren, die vielleicht gar nicht sichtbar sind, können zu einer Infektion führen.

Eine Übertragung beim Sex ist bei HIV-Negativen selten. Erhöht ist das Risiko wahrscheinlich, wenn es beim Sex zu Blutungen kommt, zum Beispiel beim Fisten oder beim heftigen, langen Ficken. HCV-haltiges Blut könnte auch beim gemeinsamen Gebrauch von Toys oder beim Gruppensex übertragen werden, wenn ein Typ mehrere andere fickt oder fistet (ob mit oder ohne Kondom).

Zu Infektionen kommt es vor allem beim Spritzen von Drogen wie Ketamin, Crystal oder Heroin, aber auch beim Sniefen (Drogen durch die Nase ziehen), wenn Spritzen oder anderes Zubehör wie Röhrchen geteilt werden: HCV kann in Blutresten bis zu drei Wochen „überleben“.

Symptome

In mehr als drei Vierteln der Fälle wird eine akute Hepatitis C gar nicht bemerkt, das heißt, es gibt keine oder nur leichte Symptome oder Beschwerden. In etwa 10 bis 20 % der Fälle treten grippeähnliche Symptome auf, manchmal kann es auch zu einer Gelbfärbung von Augen und Haut kommen. Meist wird die Hepatitis aber erst bei einer Blutuntersuchung entdeckt.

Etwa drei Viertel der Infektionen werden chronisch. Die meisten chronischen Hepatitis-C-Infektionen verlaufen über Jahre oder Jahrzehnte symptomlos oder symptomarm (mit Müdigkeit, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit und wiederkehrenden vorübergehenden Erhöhungen der Leberwerte) und auch eine chronische Hepatitis kann spontan ausheilen

Bei etwa einem Drittel der nicht behandelten chronischen Infektionen kommt es zu einem aggressiven Verlauf mit einem bindegewebigen Umbau der Leber (Fibrose), bei etwa 20 Prozent der Infizierten kommt es nach Jahren oder Jahrzehnten zu einer Zirrhose mit zunehmendem Verlust der Leberfunktion und erhöhtem Risiko für Leberzellkrebs.

Wie wird Hepatitis C behandelt?

Da die akute Hepatitis C-Infektion in den meisten Fällen keine Krankheitsbeschwerden verursacht, bleibt sie häufig unbemerkt und in der Folge unbehandelt.

Hepatitis C ist in den meisten Fällen innerhalb einer dreimonatigen Therapie heilbar. Seit 2014 gibt es neue Medikamente, die gut verträglich sind. Dabei wird einmal am Tag eine Tablette eingenommen.

Wichtig ist: Jede chronische Hepatitis-C-Infektion sollte behandelt werden! Über kurz oder lang schädigt ansonsten das Virus die Leber.

Die Therapie wird von spezialisierten Ärzt_innen durchgeführt. Das sind z.B. HIV-Schwerpunktpraxen und Ärzte für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologen).

Expertenvideo

Was ist aus medizinischer Sicht wichtig bei Hepatitis C? Armin Schafberger, Medizinreferent der Deutschen AIDS-Hilfe, spricht im Interview mit Frauke Oppenberg über Symptome, Übertragungswege, Risiken sowie über die Behandlungssituation.

Hepatitis A & B

Gegen Hepatitis A & B kannst du dich impfen lassen.

Tripper, Syphilis & Co

Es gibt einige Geschlechtskrankheiten wie Tripper, Syphilis und Chlamydien. Auf diese solltest du dich einmal jährlich testen lassen.