Ob man HIV-positiv ist, kann man nur mit einem HIV-Test herausfinden. Wer über seine HIV-Infektion Bescheid weiß, kann rechtzeitig mit der Behandlung beginnen. Das ermöglicht ein langes und gutes Leben. Wir empfehlen dir daher, dich mindestens einmal jährlich auf HIV testen zu lassen.

Testen gehört dazu

Am besten lässt du dich einmal im Jahr auf HIV testen. Nutze die Gelegenheit, dich auch auf andere Geschlechtskrankheiten wie Tripper, Syphilis oder Chlamydien checken zu lassen.

Der richtige Test-Zeitpunkt

Wer ausschließen möchte, dass er sich mit HIV infiziert hat, sollte sich frühestens sechs Wochen nach der letzten Risikosituation mit einem Labortest testen lassen. Bei HIV-Schnelltests, wie sie oft in Aidshilfen oder Präventionsprojekten angeboten werden, muss man nach der letzten Risikosituation mindestens zwölf Wochen warten. Die mehrwöchigen Wartezeiten sind notwendig, weil die HIV-Tests erst dann eine Infektion sicher ausschließen können.

Wo kann ich mich testen lassen?

HIV-Tests werden unter anderem von Gesundheitsämtern, Aidshilfen sowie Präventionsprojekten angeboten. Viele bieten Schnelltests an, das heißt, es dauert lediglich eine halbe Stunde, bis das Ergebnis vorliegt. Beim HIV-Test in einem schwulen Projekt oder einer Aidshilfe wirst du auf Wunsch auch zu Fragen rund um HIV, Geschlechtskrankheiten und Sexualität beraten.

Man kann den HIV-Test auch bei einem Arzt oder einer Ärztin durchführen lassen, allerdings ist dieser dann nicht mehr anonym, im Gegensatz zu Aidshilfen oder anderen Teststellen.

Mit einem HIV-Selbsttest kann man sich selbst auf HIV testen.

Mehr zum HIV-Selbsttest

Teststellen in Deiner Nähe

Der erste HIV-Test

Manchmal erfordert der erste HIV-Test etwas Mut und Überwindung. Schließlich weiß man beim ersten Mal nicht genau, wie das so alles abläuft mit dem HIV-Check. Begleite Tim von den Testhelden, wie er sich in der Aidshilfe beraten und auf HIV untersuchen lässt.

FAQ

Hier beantworten wir wichtige Fragen zum HIV Test.

Jeder schwule Mann sollte sich mindestens einmal im Jahr auf HIV testen lassen.

Darüber hinaus ist ein Test sinnvoll, wenn man ein konkretes Risiko hatte. Hierzu zählt zum Beispiel, wenn es zum Sex ohne Kondom kam, man den HIV-Status des Partners nicht kennt oder der HIV-Positive nicht unter der sogenannten Nachweisgrenze ist.

Wenn du beim HIV-Test bist, nutze die Gelegenheit und lasse dich auch regelmäßig auf andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis und Chlamydien untersuchen und gegen Hepatitis A und B impfen.

Beim HIV-Schnelltest muss man mindestens drei Monate nach einer Risikosituation warten, um eine HIV-Infektion sicher auszuschließen. Dieser Zeitraum wird als „diagnostisches Fenster“ bezeichnet.

Der sogenannte Labortest kann bereits nach 6 Wochen eine HIV-Infektion ausschließen.

HIV-Schnelltests liefern das Ergebnis schon nach etwa 30 Minuten nach der Blutabnahme. Schnelltests können aber nur Antikörper nachweisen und kein HIV-Antigen. Bis sich nach einer Infektion genug Antikörper im Blut gebildet haben, um diese nachzuweisen, kann es länger dauern. Daher gilt bei Schnelltests auch ein längeres „diagnostisches Fenster“: Erst drei Monate nach einem Risikokontakt kann man mit einem negativen Schnelltest-Ergebnis eine HIV-Infektion sicher ausschließen. Ist das Ergebnis eines HIV-Schnelltests positiv, muss man etwa zwei bis fünf Tage warten, bis das Ergebnis durch einen weiteren Test als sicher bestätigt werden kann.

Das Ergebnis einer Laboruntersuchung gibt’s in der Regel nach zwei bis fünf Tagen. Fällt der Test positiv aus, wird in dieser Zeit auch ein Bestätigungstest mit einem anderen Verfahren durchgeführt. So wird sichergestellt, dass der erste Test kein falsches Ergebnis geliefert hat, was in äußerst seltenen Fällen vorkommen kann.

Ein negatives Testergebnis sagt dir, dass du nicht HIV-infiziert bist. Der Test kann eine Infektion jedoch nur dann sicher ausschließen, wenn die letzte Risikosituation mindestens drei Monate (Schnelltest) bzw. 6 Wochen (Labortest) zurückliegt.

Damit du HIV-negativ bleibst, gibt es verschiedene Safer-Sex-Strategien:
- das Benutzen von Kondomen
- Schutz durch Therapie (wenn dein Partner positiv ist und die Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze liegt)
- Die PrEP, also die vorsorgliche Einnahme von HIV-Medikamenten nach einem bestimmten Einnahmeschema
- Nach einem Safer-Sex-Unfall: den sofortigen Start einer PEP
 

Werden HIV-Antikörper im Blut nachgewiesen, ist man HIV-infiziert. Auch wenn die HIV-Infektion nicht heilbar ist, haben HIV-Positive heute bei frühzeitiger Diagnose, frühzeitigem Therapiebeginn und konsequenter Therapiedurchführung eine gleiche Lebenserwartung wie ein HIV-Negativer bei guter Lebensqualität.

Bei einer wirksamen medikamentösen Therapie sinkt die Viruslast schon bald unter die Nachweisgrenze. Eine Übertragung von HIV auf Sexpartner ist dann selbst beim Weglassen eines Kondoms ausgeschlossen. Voraussetzung ist die regelmäßige Einnahme der HIV-Medikamente und Kontrollen beim Arzt.

Bei einem positiven Testergebnis kann besonders die Unterstützung des sozialen Umfelds, von anderen HIV-Positiven, vom behandelnden Arzt oder von Aidshilfe- Mitarbeitern hilfreich sein. Letztere beraten auch zu allen Fragen rund um das Leben mit HIV, stellen den Kontakt zu Selbsthilfegruppen her und bieten bzw. vermitteln bei Bedarf professionelle Unterstützung.

Sowohl die HIV-Schnelltests als auch die Labortests sind hochsensibel. Das heißt, dass eine Infektion mit größter Sicherheit auch erkannt wird. Beim Schnelltest muss dafür das Risiko mindestens 3 Monate zurück liegen. Beim Labortest hingegen nur 6 Wochen.

In jedem Falle wird bei einem positiven Ergebnis ein Bestätigungstest gemacht, um das Ergebnis abzusichern.

Im persönlichen oder telefonischen Gespräch kannst du abklären, ob tatsächlich ein Infektionsrisiko bestanden hat und ein Test sinnvoll ist. Du kannst dich außerdem informieren, was du nach einem positiven Testergebnis tun kannst. Ob du den HIV-Test machen lässt, bleibt deine freie Entscheidung. Beratungsangebote gibt es von Aidshilfen, Schwulenberatungen, Gesundheitsämtern oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Es gibt eine Fülle von Angeboten, leider auch sehr schlechte. Es sind nur Tests zu empfehlen, die
- das CE-Prüfzeichen der Europäischen Union haben,
- für die Anwendung durch Laien konzipiert und
- in Europa zugelassen sind.

Darüber hinaus sollte ein guter HIV-Heimtest zu 100% sensitiv sein. Das bedeutet, dass er bei richtiger Anwendung keine HIV-Infektion „übersieht“. Diese Kriterien erfüllen die HIV-Heimtests „Autotest VIH“, „INSTI“ und „Exacto“-Selbsttest.

Die Testangebote bei Gesundheitsämtern, Aidshilfen und Präventionsprojekten sind anonym. Das heißt, du bekommst eine Nummer oder ein Pseudonym zugewiesen und deine Ergebnisse werden nicht personenbezogen ausgewertet.

Wird der HIV-Test von deinem Arzt durchgeführt, wird das Ergebnis in der Regel in deiner Patientenakte vermerkt und ist dann auch deiner Krankenkasse bekannt. Mit einem aktenkundigen positiven HIV-Testergebnis kannst du dir z. B. den Weg in Zusatzversicherungen oder Lebens- sowie Berufsunfähigkeitsversicherungen verbauen bzw. diese nur mit hohem Aufschlag abschließen.

In manchen Aidshilfen und Präventionsprojekten kann man sich zum Teil kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr (in der Regel zwischen 10 und 15 Euro) testen lassen. In vielen Gesundheitsämtern ist der HIV-Test kostenlos.

Die entsprechenden Angebote findest Du hier auf unserer Teststellenkarte.

Alle Testmöglichkeiten findest Du auf dieser Seite auf unserer Teststellenkarte.