ICH WEISS WAS ICH TU

Das Spül-Drama

Stefan

Spülen ist wirklich nicht das liebste Hobby unseres Autors. Wie also damit umgehen?

Ich hasse es, zu spülen

Ja, wirklich. Das Problem ist, ich liebe es, gefickt zu werden. Ich erinnere mich noch ganz genau an mein erstes „Scheiß-Erlebnis“ beim Analsex. Es ist ganz spontan passiert, so wie es sein sollte. Als er mit seinem Schwanz an meinem Arsch rumspielte, dachte ich noch: Irgendwie musst du aufs Klo – kacken – aber, ach was, es ist gerade so geil! War es auch. Bis er ihn am Ende rauszog. Ich war noch so geflasht vom heftigen Orgasmus, den ich hatte. Dann kam der Geruch, ich drehte mich um, sein ganzer Schwanz war braun, und alles, was sein Schwanz berührt hatte ebenfalls. Und es stank… Die Scham überwältigte mich sofort, ich zog ihn schnell unter die Dusche, ich sehe noch heute das bräunliche Wasser in den Abfluss laufen, während er neben mir steht. Ich habe mich so unglaublich geschämt, ich dachte, der Typ will mich nie wieder sehen. Er war ganz gelassen, aber ich nicht!

 

Seitdem bin ich wirklich pingelig. Mir war das einfach zu peinlich. Ich hatte jahrelang nie Analsex ohne vorher gespült zu haben. Am Anfang habe ich noch viel rumprobiert, vor allem unter der Dusche mit dem Duschaufsatz. Mensch, war das immer ein Theater. Gefühlte Ewigkeiten habe ich unter der Dusche verbracht und ich habe es nur immer schlimmer gemacht. „Wie viel Wasser war nochmal richtig?“ „Oh nein, das war zu viel.“ „Oder soll ich doch einfach mal so richtig viel benutzen?“ Irgendwann war ich ganz benommen, weil ich einige Liter Wasser in meinem Darm hatte.

 

Mittlerweile habe ich für mich den Trick herausgefunden: Es ist eine Mischung aus Ballaststoffen und der richtigen Spültechnik. Ich nehme Nahrungsergänzungsmittel, so Ballaststoff-Kapseln, das Pulver finde ich ekelig, mit richtig viel Wasser morgens und abends zu mir. Aber auch nicht immer, sondern nur, wenn ich weiß, dass ich Sex haben werde. So in etwa, wie die PrEP. Die Vorausplanung klappt nicht immer, aber oft genug. Mit der PrEP nehme ich es etwas versetzt, denn die soll man nicht gleichzeitig mit Nahrungsergänzungsmitteln nehmen, habe ich irgendwo gelesen. Die Kapseln sind super und helfen, dass immer schön halbfeste Kacke im Darm ist und ich einmal am Tag richtig doll aufs Klo muss. Und irgendwie kommt beim Spülen alles raus. Wie genau das funktioniert, ist mir ein Rätsel, aber es klappt! Ich habe aber auch meine Ernährung etwas umgestellt. Zum Frühstück kommen immer Leinsamen ins Müsli, das hilft auch super.

 

Dann die Spültechnik: Von der Dusche habe ich mich komplett verabschiedet. Das dauert mir einfach immer zu lange, ich komme nie darauf, wie viel Wasser ich eigentlich benutzen soll und bei so viel Wasser im Darm wird mir immer unwohl. Ich habe auch schon eine Hoteldusche verstopft, während ein nackter Typ im Bett auf mich gewartet hat. Und ich stehe in der Dusche, braunes Wasser zwischen meinen Füßen, was nicht abfließen will. So eine Scheiße!

 

Heute schwöre ich auf diese kleinen Bällchen – wie heißen sie offiziell? Klistier-Dingsda? Da ich das immer noch nicht weiß, umschreibe ich das immer recht ungeschickt: Ich gehe spülen mit meinem … Spül-Ding. Naja, wo war ich? Die Technik. So kompliziert ist es gar nicht. Das Bällchen einmal mit lauwarmem Wasser komplett voll machen, etwas Spucke auf die Finger, rein damit und ausdrücken. Nicht komplett ausdrücken – ich habe das Gefühl, dass es dann etwas zu viel Wasser für meinen Darm ist – aber fast komplett. Dann aufstehen, etwas warten, Zähneputzen. Und dann ab auf die Toilette und raus damit. Das Ganze mache ich noch ein, maximal zwei Mal und ich bin fertig. Das dauert weniger als 10 Minuten und geht auch recht spontan.

 

Ich bin irgendwann im Internet mal auf eine geile Comic-Anleitung zum spülen gestoßen, das war die erste vernünftige Erklärung, wie man richtig spült. Man redet ja irgendwie nicht drüber. Höchstens mal ein Witz nebenbei: Warum Thomas wohl schon so lange im Bad ist? Der hat heute Abend wohl noch was vor. Oder das kurze Gemecker, dass man eigentlich nur ein schnelles Fickdate haben wollte, dann das Spülen aber doch wieder ewig gedauert hat. Aber so wirklich im Detail redet irgendwie niemand drüber. Die Anleitung, jedenfalls, war das erste mal, dass ich so richtig im Detail übers spülen gelesen habe. Ich suche die mal kurz raus und packe sie hier in den Artikel. Ihr werdet sie lieben, ich versprech es euch!

 

Aber zurück zum Sex: Für mich ist Spontaneität das Geilste beim Sex. Wenn es einfach so passiert. Und mich nervt es wirklich unbeschreiblich, dass ich davor immer spülen muss. Oder eher „möchte“, weil mich meine Kacke (und auch die von anderen) abturnt. Ich bin so neidisch auf Frauen. Sie können sich ficken lassen, wo sie wollen. Mal eben so einen heißen Typen im Restaurant gesehen, Augenfick, zack, ab mit ihm aufs Klo, Kleid hoch, Schwanz rein und eine geile Zeit haben. So stell ich mir das zumindest vor. In der Realität ist das natürlich als Mann nicht so einfach. „Ist der überhaupt schwul? Mensch, hätte ich Lust, dass der mich jetzt fickt. Aber nach der riesen Pizza? Mein Spül-Dingsda habe ich ja auch nicht dabei. Klar, ich könnte ihn blasen, aber mein Körper (besser: mein Arsch) gibt mir gerade andere Signale.“

 

Letztens hatte ich ein geiles Erlebnis, es war so richtig spontan. Ich liege mit einem Typen im Bett, ein Kumpel, wir wichsen uns ab und zu gegenseitig, mehr nicht. Irgendwie bin ich aber diesmal mit meiner Hüfte in seine Richtung gewandert. Ich habe überhaupt nicht nachgedacht, es ist einfach so passiert. Ich habe ihn weiter gewichst, mich mit dem Rücken zu ihm gedreht, und mit seinem Schwanz an meinem Arsch herumgespielt. Er lacht und sagt etwas ich Richtung: „Ey, ich hab so Bock dich zu ficken.“ Und ich denke mir: „Oh mein Gott! Bitte fick mich!“ Ich beuge mich über das Bett, der Griff zum Gleitgel, und steck mir langsam seinen Schwanz rein. Natürlich kam sofort der Gedanke: „Du bist nicht gespült!“ Aber meine Lust war zu groß. Ich sage noch sowas wie: „Aber nicht zu tief…“

 

Der Sex war geil, zwischendrin dachte ich kurz daran. Aber mir war es dann auch egal, ich dachte: „Ach, dann gehen wir halt fix unter die Dusche, grad ist es so geil!“ Als er ihn am Ende dann rausziehen wollte, habe ich ihn noch vorgewarnt, dass wir jetzt kurz duschen müssen. Er fand das nicht schlimm. Aber, siehe da, er zog seinen Schwanz raus, unsere beiden prüfenden Blicke fallen sofort drauf, und es ist nichts zu sehen. Schön glänzend guckt er uns an, knallrosa von der ganzen Aufregung.

 

Das war also mein erstes Mal ungespülter Analsex seit einer Ewigkeit. Und es geht doch. Klar, ich hätte jetzt nicht ständig Stellung wechseln wollen. Wer kennt das nicht? Beim Stellungswechsel der kurze, prüfende Blick auf den Schwanz und dann die Erleichterung: „Ich bin sauber. Weiter gehts!“ (Oder auch: „Scheiße! Das wars wohl für heute.“ Und der Abend ist gelaufen.) Aber für die kurze spontane Nummer geht das super. Ich war auch 1-2 Stunden vorher auf dem Klo, das ging mir auch durch den Kopf und hat mich beruhigt.

 

Frauen beneide ich dennoch. Wenn ich mir vorstelle, sie können immer, überall, ganz spontan, Kleid hoch, zack! Vor einiger Zeit und nach ein paar Sekt habe ich einer heterosexuellen Freundin von meinem Spül-Frust erzählt und ihr von meinem Neid auf sie erzählt. Und was antwortete sie? Dass sie neidisch auf mich ist! Weil ich nicht meine Tage bekomme und aus meiner Muschi blute jeden Monat. Ich könne einfach so Sex haben, jederzeit, immer.

 

Irgendwie ist das doch alles komplizierter, als ich dachte.

 

Und hier noch die Anleitung von https://howtocleanyourass.wordpress.com