Was tun bei HIV-bedingter Ausgrenzung?

Menschen mit HIV erleben noch immer Vorurteile, Ablehnung und Diskriminierung — beim Dating, im Job, in Behörden oder im Gesundheitswesen. Hier erfährst du, wo Betroffene Unterstützung finden, warum Aufklärung so wichtig ist und was wir gemeinsam gegen Ausgrenzung tun können.
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Inhaltsverzeichnis

Was tun bei Ausgrenzung?

Du wirst wegen deiner HIV-Infektion diskriminiert? Ob am Arbeitsplatz, in einer Behörde, im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis: Du musst das nicht einfach hinnehmen. Die Kontaktstelle „HIV-bedingte Diskriminierung“ der Deutschen Aidshilfe unterstützt dich.

Die Kontaktstelle ist für dich da, wenn du reden möchtest, informiert dich über Beschwerdemöglichkeiten, unterstützt dich bei deiner persönlichen Entscheidung und begleitet dich auf Wunsch auch im Beschwerdeverfahren. Dabei arbeitet sie eng mit den Aidshilfen vor Ort zusammen.

Neben der individuellen Beratung setzt sich die Kontaktstelle auch grundsätzlich für den Abbau von Diskriminierung ein.


Zurückweisung beim Sex

Die Studie positive stimmen 2.0 zeigt deutlich, wie stark Menschen mit HIV noch immer mit Ablehnung konfrontiert sind: Mehr als die Hälfte der Befragten wurde in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal beim Sex zurückgewiesen.

Es überrascht deshalb nicht, dass es knapp der Hälfte der befragten Menschen mit HIV schwerfällt, ihren HIV-Status beim Sex anzusprechen. Fast 80 Prozent erleben es generell als riskant, offen über ihre HIV-Infektion zu sprechen.


Vorurteile und Mythen

„Nicht aus derselben Tasse trinken.“
„HIV-Positive sind doch alle verantwortungslos.“
„Mit HIV wird man nicht alt.“

Solche Vorurteile und Mythen gibt es leider bis heute. Mit der Realität haben sie jedoch wenig zu tun.

Menschen mit HIV können heute ein gutes und langes Leben führen. Zwar hat die Infektion dank wirksamer Therapien viel von ihrem Schrecken verloren und gilt heute als chronische Erkrankung, doch eine HIV-Therapie bedeutet auch, lebenslang Medikamente einzunehmen und regelmäßig medizinische Untersuchungen wahrzunehmen.

Vor allem aber erleben viele HIV-positive Menschen noch immer Ausgrenzung und Diskriminierung — und genau das ist für viele die größere Belastung.


Was ist zu tun?

Eine gute Nachricht: 40 Prozent der Befragten gaben an, seit dem medizinischen Fortschritt rund um Schutz durch Therapie weniger Diskriminierung zu erleben.

Schutz durch Therapie bedeutet: HIV-Medikamente unterdrücken die Vermehrung des Virus im Körper so stark, dass HIV beim Sex nicht mehr übertragbar ist.

HIV ist unter wirksamer Therapie nicht übertragbar.

Diesen Fakt kennen bereits viele in der schwulen Community — aber noch längst nicht alle. Umso wichtiger ist es, Wissen zu verbreiten und deutlich zu machen: Für Menschen mit HIV in Deutschland ist meist nicht HIV selbst das größte Problem, sondern Ausgrenzung, Ablehnung und Diskriminierung.


Was wir gemeinsam verändern wollen

Wir von ICH WEISS WAS ICH TU werden auch weiterhin:

  • das Bewusstsein für Diskriminierung von Menschen mit HIV auch in der schwulen Community stärken
  • dabei helfen, die Stigmatisierung von Menschen mit HIV abzubauen
  • diskriminierende Strukturen sichtbar machen, aufbrechen und verändern
  • echte und authentische Bilder vom Leben mit HIV zeigen
  • Solidarität mit stigmatisierten und diskriminierten Gruppen stärken