„Ziegenberg“ – Mein Lieblingsparkplatz an der A36
Ich hänge den Helm auf den Lenker und ziehe meine Handschuhe aus. Das Motorrad parkt wie gewohnt vorn in der letzten Bucht. „Ziegenberg“ ist mein Lieblingsparkplatz, hier an der A36. Zwischen dichten Wäldern und abgelegenen Seen finden sich hier im Harz Orte, an denen sich Männer begegnen – mit einer Spannung, die nur die Natur zaubern kann. Während die Metropolen mit Bars, Saunen und Clubs locken, zieht mich hierhin auch in der kalten Jahreszeit etwas Eigenes: verstohlene Blicke, ein Versprechen, und das prickelnde Gefühl, nicht zu wissen, wem ich hier draußen als nächstes begegne.
Zwischen Verkehrsrauschen und Waldgrün: Eine Atmosphäre der Erwartung
Leute mit ganz unterschiedlichen Geschichten: Handwerker, Pendler, Jüngere in Sportklamotten, Ältere mit neugierigen Blicken. Sie alle halten hier an. Spontan oder weil ein vertrautes Auto wieder auf dem Parkplatz steht. Zwischen Verkehrsrauschen und dem abgeschirmten Grün des kleinen Waldstücks liegt ein Hauch von Erwartung in der kühlen Luft. Ich spüre geradezu, wie jemand aus einem von innen beschlagenen Auto steigt. Ein schweifender Blick, der länger verweilt. Spannung wie zum Schneiden. Kontakt ergibt sich, wortlos. Manche bleiben kurz, andere verweilen. Die Minuten vergehen. Dann ein Moment, der sich richtig anfühlt …
Sommer am Zankwieser Teich: Wenn Natur und Erotik ineinanderfließen
Ich denke an den letzten Sommer: Weiter oben in den Bergen, zum Zankwieser Teich, zieht es FKK-Fans zu Sonne, See und Kontakten im Gebüsch. Der Weg durchs Unterholz macht mich erwartungsvoll. Sonnenstrahlen in den Zweigen, Schritte wie gedämpft. Am Ufer Handtücher, Körper im warmen Licht, hin und wieder einen Blick, länger als zufällig. Als würden Natur und Erotik ineinanderfließen: lauer Wind auf der Haut, die Stille des Waldes, ein Lächeln, eine Berührung im Vorbeigehen. Regeln, die jede:r hier zu kennen scheint. Auch Respekt, Raum zu lassen. Bis ein Nicken nach Nähe ruft.
Begegnungen auf dem Rastplatz: Regeln, Respekt und Verantwortung
Nichts garantiert. Begegnungen offen, bis sie geschehen. Auf dem Waldboden unzählige benutzte Kondome: Umgang mit Risiko ist hier Teil des Spiels. Die Abgeschiedenheit fordert aufmerksam zu sein: Handy immer dabei, die Umgebung im Blick. Wissen, was ich suche und was nicht. Wenn sich etwas komisch anfühlt, gehe ich fort. Die Begegnungen getrieben von Geilheit, eingebettet in Verantwortung. Hitze kannte kein Morgen.
Cruising im Winter: Klare Luft, direkte Blicke, stille Gemeinschaft
Jetzt im Winter zieht sich alles zusammen. Die Luft klarer, die Blicke direkter. Und doch: Parkplätze wie warme Inseln im frostigen Land. Auch das hat seinen Reiz. Ein Knackarsch im Lichtkegel der Autoscheinwerfer. Die beißende Kälte der frischen Luft. Das leise, aber intensivere Knirschen unter meinen Stiefeln. – Das ist auch eine stille Gemeinschaft: Männer, die sich seit Jahren kennen, wiedererkennen, meist ohne Namen, ohne zu sprechen. Im Schatten der Tannen berühre ich Fremde voller Lust. Unbekannt und doch vertraut. Wild und doch voll Respekt. Erfüllt schlendere ich zurück zum Motorrad. Ich springe über die überfrorenen Pfützen durch die nächtlichen Schatten. Leicht wie eine Feder und doch ganz geerdet und bei mir. Nichts ist laut oder grell. Ich fühle eine Tiefe auf eine stille Art, die nur das Land kennt. So ist das für mich nur hier möglich.
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