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Kokain

Kokain ist eine aufputschende Droge (Stimulans), die aus den Blättern des Coca-Strauchs gewonnen wird. Es kann kurzfristig wach, energiegeladen und selbstsicher machen – gleichzeitig steigt die Belastung für Herz, Kreislauf und Psyche deutlich.

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Notruf (Rettungsdienst) 112
Polizei 110
Drogenhotline 01805 313031
Vergiftungszentrale 030 19240

Auf einen Blick

Wirkstoff Cocain Auch: Coke, Crack, Freebase, Koka, Koks
Wirkungsbeginn nach ca. 3 Minuten (Sniefen), beim Rauchen (Crack/Freebase) und Spritzen schneller
Wirkdauer ca. 1–2 Stunden

Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen

Typisch während der Wirkung
  • Euphorie, „Push“, mehr Selbstvertrauen, weniger Hemmungen, mehr Rededrang
  • Kritik- und Urteilsfähigkeit können abnehmen
  • Risikobereitschaft kann steigen
  • Kann sexuell stimulierend wirken – in höherer Dosis sind Erektionsstörungen möglich
  • Hunger, Durst und Schlafbedürfnis werden oft unterdrückt
  • Schmerzempfinden kann abnehmen
Was auch passieren kann
  • Verwirrtheit, starke Unruhe, Angst
  • Psychosen oder Krampfanfälle sind möglich
  • Belastung für den Kreislauf: Blutdruck und Herzfrequenz steigen
  • Erhöhtes Risiko für Herzprobleme (auch bei jüngeren Menschen)
Nachwirkung
Wenn die Wirkung nachlässt
  • Erschöpfung
  • Gedrückte Stimmung bis Depression
  • Gereiztheit oder Angst
  • Starkes Verlangen nach mehr („Craving“)
Langzeitfolgen
Mögliche Folgen bei häufigerem Konsum
  • Stimmungsschwankungen, Angststörungen, depressive Phasen
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Kokainpsychose (z. B. starke Wahnvorstellungen)
  • Schäden an der Nasenschleimhaut durch Sniefen
  • Schäden an der Lunge durch Crack-Rauchen
Wichtig zu wissen
  • Bei manchen Menschen wird Kokain langsamer abgebaut – dadurch kann das Risiko für Überdosierung/Vergiftung steigen.
  • Es besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.
Wechselwirkungen mit anderen Drogen
Uppers (z. B. Speed, Crystal, Koffein, Ecstasy)
  • Belastet das Herz-Kreislauf-System: Blutdruck und Herzfrequenz steigen.
  • Das Risiko für Herzprobleme kann zunehmen.
Alkohol
  • Du schätzt die getrunkene Menge oft schlechter ein – das kann das Risiko einer Alkoholvergiftung erhöhen.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Blutdruckmittel (u. a. einige Betablocker)
  • niedriger Blutdruck, Blutdruck-Krise
Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten
NNRTIs Efavirenz (z. B. Sustiva®, Atripla® und Generika) Nevirapin (z. B. Viramune® und Generika)
  • Kokain kann zusammen mit diesen HIV-Medikamenten vermehrt den Metaboliten Norcocain bilden.
  • In Tierversuchen wurden bei sehr hohen Norcocain-Spiegeln Leberschäden beobachtet; ob das für Menschen relevant ist, ist unklar.
Booster (Wirkverstärker) Handelsnamen: Norvir®, Tybost®
  • Theoretisch sind erhöhte Kokain-Wirkspiegel im Blut möglich.
Gesundheits-Tipps & Safer Use
  • Gönn dir Pausen: Kokain macht schnell abhängig. Lege deshalb immer wieder bewusste Konsumpausen ein.
  • Kein Mischkonsum: Kombiniere Kokain am besten nicht mit anderen Drogen oder Alkohol.
  • Vorsicht beim Sex: Kokain kann dich aggressiver machen und dein Schmerzempfinden senken. Dadurch entstehen leichter Verletzungen, über die HIV oder Hepatitis übertragen werden können. Nutze Kondome oder Handschuhe (z. B. beim Fisten) und triff vorher klare Absprachen.
  • Sauberes Besteck: Sniefen ist risikoärmer als Spritzen. Nutze beim Sniefen aber unbedingt dein eigenes Röhrchen.
  • HIV-Medikamente: Wenn du Proteasehemmer nimmst, solltest du Kokain geringer dosieren. Bei Medikamenten wie Sustiva®, Atripla® oder Viramune® ist es sicherer, ganz auf Kokain zu verzichten.

Leichte Sprache

Auf dieser Seite geht es um Kokain.

Kokain ist eine Droge. Viele Menschen nehmen Kokain, um sich wach oder stark zu fühlen.

Kokain kann aber auch sehr gefährlich sein.

  • Kokain kann das Herz stark belasten.
  • Der Blutdruck kann steigen.
  • Man kann Angst bekommen oder sehr unruhig werden.
  • Man kann süchtig werden.

Wenn die Wirkung vorbei ist, fühlen sich viele Menschen:

  • sehr müde
  • traurig oder leer
  • gereizt oder ängstlich

Besonders gefährlich ist es, Kokain mit Alkohol oder anderen Drogen zu mischen.

Wenn du Medikamente nimmst, kann Kokain noch gefährlicher sein.

Du musst nicht alles wissen oder perfekt entscheiden. Wichtig ist: Pass gut auf dich auf.


Häufige Fragen zu Kokain

Kokain wirkt schnell und intensiv – aber nicht ohne Risiken. In diesem FAQ findest du Antworten auf häufige Fragen zu Wirkung, Konsum, Safer-Use und gesundheitlichen Folgen.

Wie wirkt Kokain im Körper?

Kokain ist ein starkes Stimulans. Es kann kurzfristig euphorisch, wach und selbstsicher machen. Gleichzeitig steigen Puls und Blutdruck deutlich an, das Herz wird stark belastet und die Einschätzung von Risiken kann nachlassen.

Wie lange wirkt Kokain?

Die Wirkung setzt meist nach wenigen Minuten ein und hält etwa 1–2 Stunden an. Danach folgt oft ein sogenannter Crash: Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gereiztheit oder starkes Verlangen nach erneutem Konsum.

Ist Kokain besonders gefährlich fürs Herz?

Ja. Kokain erhöht das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle – auch bei jungen, ansonsten gesunden Menschen. Das Risiko steigt bei hoher Dosierung, häufigem Konsum oder Kombination mit anderen Substanzen.

Kann Kokain abhängig machen?

Ja. Kokain kann sowohl psychisch abhängig machen als auch zu einem starken Craving führen. Regelmäßiger Konsum kann die Psyche verändern, Ängste verstärken und depressive Phasen begünstigen.

Wie kann ich Risiken beim Konsum reduzieren?

Ganz ohne Risiko ist Kokainkonsum nicht. Wenn konsumiert wird, kann helfen:
nicht alleine zu konsumieren
Pausen einzulegen und auf den Körper zu hören
ausreichend zu trinken (alkoholfrei)
Mischkonsum möglichst zu vermeiden
bei ungewöhnlichen Symptomen frühzeitig Hilfe zu holen

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