Monkey Dust

Zwischen Dating, Chemsex und Verantwortung: Der Beitrag beleuchtet, wie Monkey Dust in der queeren Community wahrgenommen wird – und warum offene Gespräche so wichtig sind.

Autor: Jeff Mannes
Veröffentlicht am: 30. Juli 2025
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Geschätzte Lesedauer 4 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Ein Affen-Emoji im Dating-Profil wirkt harmlos. Doch in der schwulen Dating-Szene steht es inzwischen oft für Monkey Dust – eine kaum erforschte, hochpotente Substanz, die vor allem im Kontext von Chemsex auftaucht.

In einem sehr persönlichen Text schildert Jeff Mannes im Magazin SIEGESSÄULE, wie er bei einem Date erstmals damit konfrontiert wird. Die Begegnung beginnt vertraut: Chat, Anziehung, Sex.

Doch dann verändert sich etwas. Ein seltsamer Geruch, ein ungutes Gefühl – und die Erkenntnis, dass sein Gegenüber heimlich Monkey Dust konsumiert hat. Nicht der Konsum selbst ist der Bruch, sondern das Schweigen darüber.

Was folgt, ist keine Moralpredigt, sondern ein Nachdenken über Grenzen, Verantwortung und fehlendes Wissen. Monate später erfährt der Autor, dass der Mann gestorben ist. Zu jung. Zu plötzlich. Monkey Dust soll eine Rolle beim Tod gespielt haben – aber abschließend geklärt ist es nicht.

Was ist Monkey Dust? Wirkung, Risiken und fehlende Forschung

Monkey Dust ist kein klar definierter Stoff. Meist handelt es sich um sehr starke synthetische Cathinone, die schnell wirken und ebenso schnell außer Kontrolle geraten können. Menschen berichten von intensiver Lust, Euphorie und Enthemmung – aber auch von Angst, Paranoia, Kontrollverlust und tagelangen Wachphasen. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse gibt es kaum. Gerade das macht die Substanz so tückisch.

Der Text zeigt: In der queeren Community wird über Monkey Dust viel gesprochen – aber oft hinter vorgehaltener Hand. Aus Angst vor Stigma. Aus Unsicherheit. Aus fehlender Aufklärung. Dabei braucht es genau das Gegenteil: ehrliche Gespräche, Wissen, Transparenz und Solidarität. Nicht, um zu verurteilen – sondern um Risiken sichtbar zu machen und Schaden zu minimieren.

Wenn Aufklärung fehlt, wird Monkey Dust unberechenbar

Was Monkey Dust besonders gefährlich macht, ist nicht nur seine starke Wirkung, sondern vor allem das fehlende Wissen darüber. Beratungsstellen wie Sidekicks.Berlin berichten, dass die Substanz schnell zu Kontrollverlust führen kann – über Menge, Dauer und eigene Grenzen. Menschen erzählen von intensiven Wachphasen, Angstzuständen, Paranoia und massiven psychischen Krisen. Gleichzeitig ist kaum gesichert, was langfristig im Körper passiert. Verlässliche Studien fehlen bislang fast vollständig.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Beim Drug-Checking in Berlin wurde Monkey Dust in Proben nachgewiesen, die als andere Substanzen verkauft wurden. Das bedeutet, dass Menschen eine Droge konsumieren können, ohne es zu wissen. Ungewollte Wirkungen, Überdosierungen und gefährliche Wechselwirkungen werden dadurch wahrscheinlicher.

Trotzdem wird in der queeren Community oft nur leise über Monkey Dust gesprochen. Aus Angst vor Stigmatisierung, aus Unsicherheit oder weil Erfahrungen schwer einzuordnen sind. Projekte wie Sidekicks.Berlin oder Checkpoint BLN setzen deshalb auf Aufklärung statt Verurteilung. Eine akzeptierende, nicht moralisierende Haltung ist entscheidend – ohne die realen Risiken auszublenden.

Ehrliche Gespräche, transparente Informationen und solidarische Unterstützung können Leben schützen. Denn solange Wissen fehlt und Konsum unsichtbar bleibt, bleibt Monkey Dust eine Substanz, die schwer einschätzbar ist – und genau das macht sie so gefährlich.


Monkey Dust: Häufige Fragen und Antworten

Monkey Dust taucht zunehmend im Kontext von Chemsex auf, ist aber kaum erforscht und schwer einschätzbar. Hier findest du Antworten auf häufige Fragen zu Wirkung, Risiken und warum Aufklärung so wichtig ist.

Was ist Monkey Dust genau?

Monkey Dust ist kein eindeutig definierter Stoff. Meist handelt es sich um sehr starke synthetische Cathinone, die schnell wirken und mit hohem Risiko verbunden sind. Zusammensetzung und Dosierung können stark variieren.

Warum gilt Monkey Dust als besonders gefährlich?

Die Substanz wirkt oft unberechenbar. Menschen berichten von Kontrollverlust, Angstzuständen, Paranoia, Schlaflosigkeit über mehrere Tage und psychischen Krisen. Verlässliche wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen bislang weitgehend.

Welche Rolle spielt Monkey Dust im Chemsex-Kontext?

Monkey Dust wird teilweise im Rahmen von Chemsex konsumiert, um Lust, Enthemmung oder Ausdauer zu steigern. Besonders riskant wird es, wenn Konsum nicht offen kommuniziert wird oder mehrere Substanzen kombiniert werden.

Warum ist fehlende Aufklärung ein großes Problem?

Unwissen über Wirkung, Dosierung und Risiken erhöht die Gefahr von Überdosierungen und schweren Nebenwirkungen. Zudem wurde Monkey Dust teils in Proben gefunden, die als andere Substanzen verkauft wurden – Konsum kann also auch ungewollt passieren.

Wie kann man Risiken im Umgang mit Monkey Dust reduzieren?

Offene Gespräche, ehrliche Absprachen und fundierte Informationen sind zentral. Eine akzeptierende, nicht verurteilende Haltung hilft, Risiken sichtbar zu machen und Menschen frühzeitig zu unterstützen.

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