Schwul. Trans*. Teil der Szene!

Trans* Männer werden sichtbarer, auch in der schwulen Szene. Doch vom „Es ist ein Mädchen“ bis zum schwulen Coming-Out als trans* Mann und den Gang in die Szene ist es oft ein langer Weg. Welche Erfahrungen machen schwule trans* Männer in der Szene, oder wie sieht Safer Sex für sie aus?

Trans* Coming-Out

Coming-Out ist auch für trans* Menschen eine wichtige Erfahrung. So vielfältig trans* Biografien sind, so vielfältig sind auch die damit verbundenen Coming-Out-Erlebnisse. Mit den folgenden drei Kurzreportagen wollen wir die verschiedenen Perspektiven darstellen: KAy berichtet von seinem inneren trans* Coming-Out, Cis-Mann Till gibt einen Einblick darin, wie er ein trans* Coming-Out erlebt hat und Alexander schildert seine Erfahrungen mit dem äußeren trans* Coming-Out.

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trans* Beratung

Transition

Transition meint die Angleichung von trans* Personen an ihr tatsächliches Geschlecht. Etwas salopp meint es: nach außen sichtbar machen, was nach innen schon lange klar ist. Die Transition ist in der Regel ein jahrelanger Prozess – der für die trans* Person sehr herausfordernd sein kann. Dieser kann in drei typische Ebenen unterteilt werden:
Soziale, medizinische und rechtliche Transition. Wie diese im Einzelnen aussehen, erfährst du in unserem Blogbeitrag.

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Trans* und Safer Sex

Die Körper von trans* Männern sind vielfältig. Der Sex, den sie mit anderen Männern haben, ist es auch. Da gibt es nur wenige Unterschiede zum cis Schwulen. Der Schutz vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten ist für trans* wie cis Schwule daher grundsätzlich gleich: Auf den Seiten zu Safer Sex, Schutz durch Therapie, PEP und PrEP im Wisssenscenter gibt’s alle wichtigen Infos. Folgendes ist zusätzlich gut zu wissen:

  • Aktiv! Passiv! Ficken als trans* Mann

Auch trans* Männer ficken aktiv. Dabei ist es egal, ob der Schwanz hormonell gewachsen (vergrößerte Klitoris) ist, es sich um einen chirurgischen Klitpen (Klitorispenoid) oder eine Phalloplastik handelt oder ob ein Strap-on gekauft wurde: Das Kondom ist dabei die einfachste Möglichkeit, sich vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten zu schützen. Alternativ kann auch ein Femidom benutzt werden. Das Femidom gilt momentan als die sicherste Option für diejenigen, die sich mittels Metaidioplastik (eine Art der Genitalchirurgie) einen Klitorispeniod schaffen lassen.

Es sollte nie das gleiche Kondom vom Anus zum Front Hole (von vielen trans* Männern gewählte Bezeichnung) benutzt werden, da Bakterien des Rektums dort Infektionen verursachen können.

Sollten sich passive trans* Männer über das Front Hole ficken lassen, dann schützt auch hier das Kondom: Vor HIV, anderen Geschlechtskrankheiten oder ungewollter Schwangerschaft. Selbst wenn Testosteron eingenommen wird, können trans* Männer grundsätzlich fruchtbar bleiben (solange Gebärmutter und Eierstöcke nicht entfernt wurden; siehe Hysterektomie mit Adnexektomie).

  • In der Phase der medizinischen Angleichung

Durch die Langzeitbehandlung mit Testosteron vergrößert bzw. verlängert sich die Klitoris bei den meisten trans* Männern beträchtlich. Einige trans* Männer lassen sich die Klitoris zu einem Klitorispenoid aufbauen. Für den Zeitraum des Heilungsprozesses sind Infektionen hier grundsätzlich leichter möglich. Das gilt für alle Infektionen - einschließlich HIV, andere Geschlechtskrankheiten und Pilze. Daher ist es besonders sinnvoll, in dem Bereich auf Verletzungen zu achten.

Auch bei der Entfernung der Brustdrüsen und der Schaffung einer männlichen Brust (Mastektomie) ist es ratsam, während des Heilungsprozesses auf mögliche Verletzungen zu achten, da Bakterien und Viren dort leichter eindringen können.

Trans* Männer können bei einer Testosteronbehandlung erhöhte Leberwerte haben. Falls sie sich für eine PrEP entscheiden oder eine PEP benötigen, ist es sinnvoll, den behandelnden Arzt zu fragen, inwieweit diese Methoden für sie in Frage kommen.

  • Ein abschließendes Wort …

Wenn es um Sex und Sexpraktiken geht, ist es wichtig, einen selbstbestimmten und selbstbewussten Umgang mit der eigenen Sexualität zu finden, Grenzen aufzuzeigen und zu achten und auch mal „Nein“ zu sagen. Dies gilt übrigens für trans* Männer genauso wie für cis Männer.

Die Informationen auf dieser Seite basieren auf 'Transmen: Trans Health Matters', welches von Terrence Higgins Trust publiziert wurde.

Detaillierte Erklärungen zu den hier genannten Begriffen findest Du in unserem trans* Glossar am Ende dieser Seite.

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FAQ

Generell gilt ...

Ein respektvoller Umgang und gute Kommunikation sollten immer ineinanderfließen. Es sind viele Fragen erlaubt, solange sie respektvoll formuliert werden. Gegenüber einem trans* Mann bedeutet dies, bei allen Fragen seine Identität zu achten. Fragen zum „früheren Sein“ sollten nicht gleich beim ersten Austausch gestellt werden. Auch Fragen nach den Genitalien sind ein „No-Go“. Wenn ein trans* Mann auf eine Frage nicht antworten möchte, so sollte dies auch respektiert werden. Nicht jeder trans* Mann möchte ständig Aufklärungsfragen zum Thema beantworten. Im Zweifel hilft es sich zu fragen, ob die Frage wirklich einen Erkenntnisgewinn hat.

  • Wie vielfältig sind die Körper von trans* Männern?

Grundsätzlich sind die Körper von trans* Männern ebenso individuell und unterschiedlich wie die Körper von cis Männern. Jeder kann selbst bestimmen, inwieweit er seinen Körper hormonell und operativ angleichen möchte. Das einzige was zählt ist, dass derjenige sich wohlfühlt. Viele trans* Männer streben eine Angleichung an eine männliche Brust (Mastektomie) an. Es gibt trans* Männer mit einem Penoidaufbau (Nachbildung eines Penisses) oder einem „Klitpen“ (Klitorispenoid). Andere trans* Männer lassen keinerlei geschlechtsangleichenden Maßnahmen im Genitalbereich vornehmen und besitzen noch ein Front Hole (von trans* Männern gewählte Bezeichnung). Packer

  • Wie drücken trans* Männer ihre Männlichkeit aus?

Die Frage wird jeder trans* Mann für sich selbst anders beantworten. Dabei ist es gut, sich freizumachen von den Bildern, die Medien projizieren oder die seit Generationen im sozialen Umfeld vorgelebt werden. Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und nicht zu versuchen irgendwelchen Klischees zu entsprechen bzw. in eine Rolle zu schlüpfen, mit der man sich nicht identifizieren kann.

  • Wie kann es zu einem Date kommen?

Die Möglichkeiten sind für trans* Männer genauso vielfältig wie für schwule cis Männer: vom Dating-Portal über das Café bis hin zum Club – Orte, wo man jemanden treffen kann, gibt es viele. Die viel wichtigere Frage lautet: Wann und wie oute ich mich? Da bietet die Online-Welt andere Möglichkeiten als das reale Leben. Wer mag und bereits selbstbewusst ist, kann sich in einem Dating-Profil als trans* outen. Das kann den Kontakt einerseits erleichtern, andererseits schützt eine solche Offenheit nicht immer vor verbalen Übergriffen. Aber: Im Großen und Ganzen lassen sich Übergriffigkeiten online kaum vermeiden. Das kennen wohl alle User. Eine Möglichkeit dem entgegenzuwirken, kann sein, das eigene Profil so gut wie möglich zu beschreiben, um den Raum für falsche Interpretationen zu verkleinern.

  • Wie und wann oute ich mich als trans*?

„Wie und wann sage ich, dass ich trans* bin?“ - dies ist eine Frage, die sich jeder trans* Mann vor einem Date mit einem cis Mann schon einmal gestellt hat. Eine Standardantwort darauf oder die Pflicht, sich von Anfang an zu outen, gibt es nicht! Den Zeitpunkt bestimmt jeder selbst. Das Trans*-Sein ist nur ein Aspekt des trans* Mannes. Gerade beim Daten geht es doch zunächst um ein erstes Kennenlernen. Wenn es soweit ist, dann ist es am besten, so natürlich wie möglich darüber zu sprechen. Keinesfalls sollte es als Problem dargestellt werden, da es sonst für das Gegenüber tatsächlich zu einem werden kann. Spätestens bevor man mit jemandem intim wird, empfiehlt es sich, mit offenen Karten zu spielen. Die Reaktionen von cis Männern auf ein Trans*-Outing können ganz unterschiedlich sein. Grundsätzlich ist es wahrscheinlich für den cis Mann leichter, wenn er schon vor dem Date von dem Trans*-Aspekt weiß. Zwangsoutings durch Dritte sind in jedem Fall ein echtes „No-Go“!

  • Kann/Muss die schwule Identität beim schwulen cis Mann „wackeln“?

Trans* Männer sind Männer – und wenn ein cis Mann und ein trans* Mann sich verlieben bzw. Sex miteinander haben, dann sind sie genauso schwul wie zwei cis Männer oder zwei trans* Männer, die zusammen kommen. Dabei ist es völlig egal, in welcher Phase der Transition sich jemand befindet - wichtig ist es, den Menschen zu achten und dessen sexuelle und geschlechtliche Identität. Dennoch kommt es bei einigen cis Männern vor, dass ihre schwule Identität ins „Wackeln“ gerät, wenn sie sich für einen trans* Mann interessieren. In dem Fall kann der cis Mann einmal darüber nachdenken: „Warum?“ Oftmals hat es mit seinen eigenen Vorstellungen von Männlichkeit zu tun und weniger mit dem trans* Mann, für den er sich interessiert. Der trans* Mann wird gerne als Projektionsfläche für die Identitätskrisen seines Gegenübers genutzt. In dem Sinne gilt: Männlichkeit und Schwulsein sind vielfältig und hängen nicht zwischen den Beinen.

  • Gibt es beim Sex mit trans* Männern etwas zu beachten?

Verantwortungsvollen und respektvollen Sex zu haben, ist für jeden Menschen wichtig. Dabei können nach Lust und Typ auch Geschlechterrollen eine Bedeutung haben. Es sollte im Vorfeld niemandem eine sexuelle oder geschlechtliche Rolle von außen zugeschrieben werden. Leider passiert dies trans* Männern dennoch oft. So werden viele trans* Männer automatisch als passiv und/oder in der devoten Rolle gesehen. Trans* Männer können aber genauso gut einen hormonell gewachsenen Penoid, einen Aufbau haben oder Dildos nutzen. Das lässt sich am besten beim gemeinsamen Erkunden der Körper herausfinden.

  • Welche Sexpraktiken sind möglich?

Von Kuschelsex, über Oral- und Analverkehr bis hin zu BDSM ist mit trans* Männern alles möglich, was schwuler Sex beinhaltet. Einfach auf Entdeckungstour gehen. Gemacht wird, was gefällt. So einfach ist das.

  • Worauf muss an schwulen Sex-Orten geachtet werden?

Darkroom

Mitunter kann es sein, dass trans* Männer vor einer Transition keinen Zugang zum Darkroom erhalten. Um solche unangenehmen Situationen vor Ort zu vermeiden, empfiehlt es sich im Zweifel vorab beim Betreiber der Location nachzufragen, welche Politik sie im Umgang mit trans* Kunden pflegen. Auch nach der Transition kann es noch Mut erfordern, den Darkroom zu betreten. Wenn man dann erstmal drin ist, kann Blasen zunächst eine Option sein, um sich mit diesem neuen Ort und schwulem Sex vertraut zu machen. So muss man sich nicht gleich als trans* outen. Seine Hand schützend vor den Schritt/den Packer zu legen, kann dabei helfen, unerwünschte Berührungen zu vermeiden und seine trans* Identität nicht sofort offenlegen zu müssen. Dieses „Sich-Verstecken-Müssen“ veranlasst einige trans* Männer jedoch dazu, Darkrooms nicht zu nutzen. Eine offenere Trans*-Welcome-Politik seitens der Clubbetreiber und cis Männer wäre hier wünschenswert.

Cruising an öffentlichen Orten

Was für den Darkroom gilt, gilt grundsätzlich auch für Cruising-Areas – nur ohne Türpolitik. Vielleicht kann Blasen zunächst helfen, sich mit Ort und Situation vertraut zu machen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass man beim Cruisen auf sich allein gelassen ist. Sollte es zu Übergriffen kommen, ist es eher schwierig, Verbündete zu finden. Hier liegt der Vorteil einer Cruising-Bar mit Darkroom.

Schwule Saunen

Vor dem Besuch einer schwulen Sauna empfiehlt es sich, die Politik der Betreiber in Bezug auf trans* Kunden abzuklären, die zum Beispiel Narben am Oberkörper haben oder keinen Penisaufbau. Durch einen Anruf beim Management kann man zwar nicht ausschließen, an intolerante Sauna-Gäste zu geraten, aber immerhin kann man abklären, ob das Sauna-Personal im Hinblick auf trans* Kunden sensibilisiert ist und ggf. Partei für trans* Kunden ergreift, sollte es zu unschönen Auseinandersetzungen mit anderen Gästen kommen.

Glossar

Hier findest Du lnfos zu einigen wichtigen Begriffen zu trans* Themen
 

C
Cis (Cisgender)
Cisgender (lat. cis- „diesseits“ und engl. gender „Geschlecht“), bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Dies trifft auf die meisten Menschen zu.

F
Femidom
Das Femidom ist ein seit dem Jahr 1990 angebotenes Verhütungsmittel, das zugleich einen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen bietet.
Ein Femidom ist 17 bis 18 cm lang und besteht aus dünnem, reißfesten Kunststoff (Polyethylen oder Polyurethan, in neueren Produkten auch Nitrilkautschuk). Es ist mit zwei Ringen ausgestattet, von denen der äußere außerhalb der Scheide vor den großen Schamlippen liegt und der innere wie ein Pessar (Diaphragma) in die Scheide eingeführt wird.

Front Hole
Eine von vielen trans* Männern gewählte Bezeichnung für das nicht operativ angeglichene  Geschlechtsorgan.

G
Geschlechtsangleichung (s.a. Transition)
Der medizinische, rechtliche und soziale Prozess, die Geschlechtsidentität eines Menschen, die sich vom bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht unterscheidet, äußerlich und körperlich zum Ausdruck zu bringen und anzunähern.
„Geschlechtsumwandlung“ klingt nach „Hokuspokus“, Geschlechtsangleichung trifft es wesentlich besser und ist respektvoller.

H
Hysterektomie mit Adnexektomie
Hierunter wird die Entfernung der inneren weiblichen Organe - also Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter - verstanden. Ein derartiger Eingriff wird vor allem wegen des erhöhten Krebsrisikos durch die Hormonbehandlung empfohlen. Die Hysterektomie erfolgt entweder durch Bauchschnitt oder durch die Vagina, sehr selten endoskopisch. Sie ist heutzutage ein Standard-Eingriff.

K
Klitorispenoid/Metaidoioplastik
Die durch die Hormontherapie vergrößerte Klitoris wird teilweise aus ihrem Hautmantel freigeschnitten und eine Harnröhre aus den kleinen Schamlippen geformt.
Das Ergebnis sieht in der Regel authentisch aus und die Sensibilität bleibt weitestgehend erhalten. Mit der richtigen Technik ist Geschlechtsverkehr möglich. Dafür ist die Metaidoioplastik eine relativ komplikationsreiche Methode, auch wenn kein Gewebe von anderen Körperstellen transplantiert wird.

M
Mastektomie
Unter der für trans* Männer verwendeten Form der Mastektomie versteht man die Entfernung der Brustdrüse mit Erhaltung der Mamille und mindestens einem Teil der Haut, so dass eine flache, männliche Brust zurückbleibt.

P
Packer
Ein Packer ist ein Penisprothese. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Es gibt den einfachen Packer, der lediglich zum Ausbeulen der Hose dient, den Packer mit Pinkelhilfen-Funktion sowie einen All-in-One Packer, mit dem es auch möglich ist, im Stehen zu pinkeln und Geschlechtsverkehr zu haben.

Passing
Wahrnehmung von anderen, wie gut die geschlechtliche Rollenerwartung erfüllt wird.

Penoidaufbau/Phalloplastik
Ein Penoid oder Neophallus ist ein chirurgisch aufgebauter Penoid. Diesen lassen sich viele trans* Männer aufbauen.  Wie alle Operationen ist auch der Einsatz einer Versteifunsgsprothese mit Risiken und möglichen Nebenwirkungen verbunden. Außerdem haben die Versteifungsprothesen nur eine begrenzte Lebensdauer und müssen ggf. nach einiger Zeit erneuert werden.

T
Trans* Mann/FTM (female to male)
Trans* Männer leben im selbst gewählten männlichen Geschlecht (bei vormals zugewiesenem weiblichen Geschlecht). Je nach eigener Perspektive und/oder Verortung im Spektrum von transsexuell, transgender, trans* etc. verstehen sich trans* Männer z.T. auch als trans* Männlichkeiten, Frau-zu-Mann-Transsexuelle (FzM – bzw. aus dem Englischen FtM oder F2M für female to male), Frau-zu-Mann-Transidenten. Trans* Mann wird im deutschsprachigen Raum auch als weit gefasster Begriff verwendet für all  diejenigen  Menschen, die sich mit ihrem ehemals weiblichen Geburtsgeschlecht nicht oder nur teilweise identifizieren können. (angelehnt an Transintersektionalität.org)

Transition (s.a. Geschlechtsangleichung)
Transition beschreibt den (medizinischen, rechtlichen, sozialen, körperlichen) Prozess, die Geschlechtsidentität eines Menschen, die sich vom bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht unterscheidet, äußerlich und körperlich zum Ausdruck zu bringen und anzunähern.

Transident
Transident verzichtet auf den missverständlichen Aspekt „-sexuell“ in „transsexuell“ und betont stattdessen den geschlechtlichen Identitätsaspekt. So definieren sich manche trans* Menschen als transidentisch oder transident. (angelehnt an Transintersektionalität.org)

Transgeschlechtlichkeit
Transgeschlechtlichkeit bedeutet, dass sich Personen nicht (nur) mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren.  Manche verstehen sich auch als "weder Frau noch Mann" oder lehnen solche Kategorien ganz ab

Trans*
Trans * ist als Oberbegriff für transgender, transsexuell, transident etc. zu verstehen und schließt alle Menschen ein, die sich nicht (nur) mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Das "*" steht für eine Vielzahl an Geschlechtsidentitäten, also für mehr als nur „Frau“ und „Mann“ und stellt das heteronormative Zweigeschlechtersystem in Frage.

Transsexualität, transsexuell
Der Begriff Transsexualität wird in der Regel im medizinischen Bereich verwendet . Sich selbst bezeichnen vor allem Menschen als transsexuell, die sich als eindeutig dem „Gegengeschlecht“ angehörend erleben. Andere lehnen den Begriff wegen seiner Geschichte als medizinische Fremdbezeichnung und psychiatrische Diagnose oder wegen seiner irreführenden Ähnlichkeit mit Kategorien sexueller Orientierung ab. (angelehnt an TransInterQueer.org)

TSG/Transsexuellengesetz
Vornamens- und Personenstandsänderung (Geschlechtseintrag) bedürfen in Deutschland eines gerichtlichen Verfahrens. Seit 1981 gibt es das Transsexuellengesetz, welches die juristische Grundlage hierfür bildet. Verfahren  bedürfen der amtsrichterlichen Entscheidung. Für die Vornamens- und Personenstandsänderung werden mehrere unabhängige Gutachten benötigt. Die Gutachter_innen bestimmt in der Regel das Gericht.

Danksagung

Gemeinsam mit trans* Menschen (die sich als Einzelaktivist eingebracht haben und sich u.a. bei TransInterQueer, TransMann e.V., Trans*Tagung München, TransIdent Münster, Hein & Fiete, Mancheck Berlin engagieren) haben wir diese Seite entwickelt. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Beteiligten für ihr großartiges Engegement bedanken. Mit Hilfe dieser Unterstützung konnten wir als erste überregionale Kampagne in Deutschland zum Thema informieren und sensibilisieren.