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Leben mit HIV positiv

HlV-positiv - und nun?

  1. Leben mit HIV – anders als viele (immer noch) glauben
     
  2. Wer HIV hat, kann ein fast „normales“ Leben führen, aber …
     
  3. Selbstverständlich positiv!?
     
  4. Erste Schritte ins "positive" Leben: Das Buddy-Projekt
  1. Leben mit HIV – anders als viele (immer noch) glauben
    Nicht aus der gleichen Tasse trinken? HIV-Positive sind doch alles Schlampen? Mit HIV wird man nicht alt? Diesen Vorurteilen und Mythen begegnet man oftmals auch noch heute. Doch mit der Realität hat das wenig zu tun. Wir wollen zeigen, was das Leben mit HIV heute bedeutet. Denn ein gutes und langes Leben mit HIV ist möglich.
  2. Wer HIV hat, kann ein fast „normales“ Leben führen, aber …
    … natürlich hat es Vorteile, HIV-negativ zu bleiben. Die Infektion hat zwar – zu Recht – ihren Schrecken verloren und wird als chronische Krankheit angesehen. Eine HIV-Therapie bedeutet aber auch, ein Leben lang Medikamente zu nehmen und regelmäßige Untersuchungen zu haben. Auch erfahren viele HIV-Positive noch immer Diskriminierung und Ausgrenzung im Leben.
  3. Selbstverständlich positiv!?
    „Mit HIV komm ich klar. Mit Ablehnung nicht.“ Dieses Statement der Welt-AIDS-Tags-Kampagne 2016 bringt die heutigen Herausforderungen im Alltag mit HIV auf den Punkt: Immer noch erfahren zu viele HIV-Positive Ausgrenzung, sie werden beleidigt oder müssen sich mit Vorurteilen herumschlagen. Nicht zuletzt deshalb haben wir diese Seite umgesetzt. Wenn wir es schaffen, die Stigmatisierung abzubauen, können HIV-Positive auch „selbstverständlich positiv“ leben.
  4. Erste Schritte ins "positive" Leben: Das Buddy-Projekt
    Die ersten Reaktionen nach einer HIV-Diagnose sind vielfältig und oftmals wird sich die Frage gestellt: „Wie geht’s weiter?“ Dann ist es gut, jemanden zu kennen, mit dem man offen über alles sprechen kann – und der zudem genau weiß, wovon man spricht.
    Das „Projekt Sprungbrett“ der Deutschen AIDS-Hilfe hilft weiter: Unter www.sprungbrett.hiv können sich neu diagnostizierte HIV-Positive bundesweit einen Buddy suchen, d.h. einen Menschen, der schon länger mit der Infektion lebt und sie bei den ersten Schritten ins „positive“ Leben begleiten kann.
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Kommunikation ist (fast) alles: Sex als HlV-Positiver

  1. … mit einem HIV-Positiven:
  2. … mit einem HIV-Negativen:

Wenn’s ums Ficken geht, ist eine offene Kommunikation wichtig – unabhängig davon, ob jemand HIV-positiv oder HIV-negativ ist.

Wer als HIV-Positiver Sex mit einem anderen HIV-Positiven hat, kann nach Absprache auf das Kondom verzichten. Man spricht dann von Serosorting: das heißt, man sucht sich seinen (Sex-)Partner nach dem gleichen HIV-Status. Unter HIV-Positiven ist dies eine mögliche Strategie, da ja kein HIV-Infektionsrisiko mehr besteht.

Wer in diesem Fall auf das Gummi verzichtet, riskiert in bestimmten Situationen die Möglichkeit einer Infektion mit anderen Geschlechtskrankheiten. Selbst wenn sie behandelbar sind, könnten diese Infektionen stärker verlaufen und Auswirkungen auf eine laufende HIV-Therapie haben.

Kondom und Schutz durch Therapie sind die gängigsten Safer Sex-Methoden, wenn ein HIV-Positiver Sex mit einem HIV-Negativen hat, oder man den Status des anderen nicht kennt.

Das Kondom schützt den Negativen vor HIV und beide Partner vor der Infektion mit anderen Geschlechtskrankheiten.

Schutz durch Therapie kommt bei einer erfolgreichen HIV-Therapie in Frage. Diese sorgt dafür, dass das HI-Virus im Blut des HIV-Positiven nicht mehr nachweisbar und eine Übertragung sehr unwahrscheinlich ist. Man sagt dann, dass die „Viruslast unter der Nachweisgrenze ist“. Schutz durch Therapie schützt vergleichbar sicher vor HIV wie ein Kondom.

Wer in diesem Fall auf das Gummi verzichtet, riskiert möglicherweise die Infektion mit anderen Geschlechtskrankheiten. Diese sind zwar behandelbar, könnten aber beim HIV-Positiven stärker verlaufen und Auswirkungen auf eine laufende HIV-Therapie haben.

Rund 85.000

Menschen mit HIV leben nach Berechnungen des Robert Koch-Instituts in Deutschland.

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Vlad Beziehung HIV positiv negativ

Mein HlV-Coming-out: eine Mutmach-Geschichte

„Ich fühle mich stark, wenn mein Freund bei mir ist“
Vlad hat HIV, sein Freund Stephan ist negativ. Was bedeutet das für ihre Beziehung? Wir haben mit Vlad gesprochen und seinen Bericht aufgeschrieben.

Lest hier Vlads Geschichte!

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Die HlV-Therapie: eine normale Sache

  1. Die Behandlung
  2. Wie funktioniert´s?
  3. Nebenwirkungen

Menschen mit HIV können heute dank der Behandlung mit HIV-Medikamenten von einer fast normalen Lebenserwartung ausgehen. Es ist dabei wichtig, rechtzeitig mit der Therapie (s.u.) zu beginnen. Die Medikamente, die dauerhaft und regelmäßig eingenommen werden müssen, können die Vermehrung von HIV im Körper verhindern. Das Virus schädigt den Körper dann kaum noch. Ganz aus dem Körper entfernen lässt sich HIV allerdings nicht. Eine Heilung ist also nicht möglich.

Viele Menschen mit HIV führen heute dank der HIV-Medikamente ein Leben führen wie alle anderen auch. Die meisten Menschen mit HIV gehen einer Arbeit nach und meistern den beruflichen Alltag  ohne große Einschränkung.

Bei einer HIV-Therapie werden immer mehrere Medikamente gleichzeitig verwendet, die an verschiedenen Punkten ansetzen. So wird sichergestellt, dass HIV sich nicht weiter vermehren kann. Eine solche Behandlung nennt man Kombinationstherapie (oder kürzer: Kombi-Therapie).

HIV vermehrt sich im Körper, indem es in bestimmte Zellen eindringt und darin das Kommando übernimmt. Die infizierten Zellen produzieren dann neue HI-Viren.

Die Medikamente verhindern diese Vermehrung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Vermehrungsprozess zu stoppen:

  1. Manche Medikamente verhindern, dass das Virus in die Zellen eindringt.
  2. Andere hindern es daran, in der Zelle das Kommando zu übernehmen.
  3. Und wieder andere verhindern, dass eine infizierte Zelle neue Viren freisetzt.

Es kann passieren, dass eine HIV-Therapie im Laufe der Zeit nicht mehr richtig wirkt. Dann müssen neue Medikamente zum Einsatz kommen und die Kombi-Therapie wird umgestellt.

Wie die meisten Medikamente können auch Medikamente gegen HIV unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Häufige Nebenwirkungen sind zum Beispiel Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen. Oft treten solche Beschwerden nur zu Beginn einer Kombinationstherapie auf und gehen vorbei, wenn der Körper sich an die Medikamente gewöhnt hat. Man kann diese Nebenwirkungen mit anderen Medikamenten lindern.

80%

der HIV-Positiven erhalten eine HIV-Therapie.
(lt. Robert Koch-Institut)

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Ärzte & Therapie: Deine Wahl

Grundsätzlich gilt in Deutschland die freie Arztwahl. Was banal klingt, ist total wichtig: Du hast es in der Hand, dir die medizinische Versorgung zu suchen, die du willst, und die dir gut tut. Das betrifft nicht nur HIV. Hier ein paar Tipps, die dir bei beim Suchen und Finden helfen können:

  1. Fachlichkeit, Vertrauen und Wertschätzung
     
  2. Finde „deine“ HIV-Therapie
     
  3. Andere Beschwerden – andere Ärzte: Gleiches Vorgehen
  1. Fachlichkeit, Vertrauen und Wertschätzung

    >> Der Arzt oder die Ärztin deiner Wahl sollte sich natürlich medizinisch mit dem Thema HIV auskennen.
    >> Darüber hinaus ist es sinnvoll, ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis aufzubauen. Denn Mediziner_innen betreuen ihre Patienten in der Regel über einen langen Zeitraum.
    >> Gut ist es, wenn man offen über viele Lebensfelder sprechen kann. Wenn du also mit deinem Arzt offen über dein körperliches Befinden und über Ängste, tolle Erlebnisse oder auch über Sex sprechen kannst, wirst du - im wahrsten Sinne - gut behandelt.

    >> Mit deiner HIV-Infektion wirst du in einer HIV-Schwerpunktpraxis in der Regel gut behandelt: Praxen, auch in deiner Nähe, findest du unter www.dagnae.de/suche . Das ist die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V.

  2. Finde „deine“ HIV-Therapie
    >> Besprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin alles Wichtige (Therapie-Formen, Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen) in Ruhe und vor Beginn der HIV-Therapie
    >> Die HIV-Medikamente werden immer zu einem klar festgelegten Termin eingenommen.
    >> Zu Beginn einer HIV-Behandlung kann es zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Kopfschmerzen oder Übelkeit kommen.
    >> Sollten diese nach ein paar Wochen nicht verschwinden, sag deiner Ärztin Bescheid.
    >> Überlegt gemeinsam, ob die Medikamenten-Kombination umgestellt werden kann. In der Regel gibt es mehr als eine Variante der Kombi-Therapie. Auf diese Weise können Nebenwirkungen (oder Resistenzen) reduziert werden, und du kannst deinen Alltag wieder meistern.

  3. Andere Beschwerden – andere Ärzte: Gleiches Vorgehen
    >> Wenn du einen Termin beim Zahnarzt brauchst oder beim Urologen oder einer Therapeutin, gilt auch: Eine gute medizinische Betreuung ist gegeben, wenn der Arzt oder die Ärztin neben Fachlichkeit auch mit Wertschätzung überzeugt.
    >> Stelle dir bei deiner Suche nach der passenden medizinischen „Rundum-Betreuung“ auch die folgenden Fragen:
       - Ist der Umgang in der Praxis freundlich und respektvoll?
       - Nimmt der Arzt meine Anliegen ernst?
       - Respektiert die Praxis meine Persönlichkeit und Intimsphäre?
       - Gibt es verständliche und neutrale Aufklärung, Information und Beratung?
       - Bezieht die Ärztin meine Wünsche als Patient in alle medizinisch wichtigen Entscheidungen ein?
       - Kooperiert die Praxis mit anderen Mediziner_innen?

    Ein letzter Punkt sollte dir bei der Suche ebenfalls helfen: Achte auf dein Bauchgefühl.

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Leben mit HlV: ein paar Fakten

"Leben mit HIV bedeutet für mich ..." In der CSD-Saison 2016 haben wir euch gebeten, diesen Satz mit euren Vorstellungen zu ergänzen. Dabei hat sich gezeigt, dass es immer noch viele Vorurteile und falsche Vorstellungen zu diesem Thema gibt. 

Holger, Florian Prakash, René und Vlad sind HIV-positiv. Sie erzählen im Clip, wie das Leben mit HIV heute wirklich ist.