Chems, Pillen & Co.

Ein Gin Tonic zum Flirt, eine Nase Poppers vor dem Fick und Ketamin zum Fisten – Drogen gehören für manche schwule Männer zum Leben. Wer sie nutzt, sollte unbedingt auf seine psychische Gesundheit achten.

Einfach nur Sex haben? Klar geht das! Heute gibt es allerdings für alle Vorlieben das passende „Gleitmittel“. Entspannt ficken? Eine Nase Poppers entspannt sofort! Ausgiebige Fisting-Session? Ketamin reduziert das Schmerzempfinden! Okay, ganz so stumpfsinnig läuft ein schwules Wochenende nicht ab. Aber immer wieder stößt man in der Szene auf chemische Zusatzstoffe, kurz „Chems“ genannt. Auch Alkohol spielt eine wichtige Rolle, wenn Männer zueinanderfinden. Berauscht lässt es sich leichter flirten. Alkohol und andere Drogen bauen Hemmungen ab und dienen deshalb als „soziale Schmiermittel“.

Erfahrungen mit Rausch haben viele, ganz gleich, ob hetero, bi, schwul oder trans*. Manche nutzen Drogen aber regelmäßig, um beispielsweise schlechte Gefühle wie Angst oder Einsamkeit wegzudröhnen. Häufiger Konsum von Alkohol oder Chems können ein Zeichen sein, dass deine Psyche leidet. Schwer zu sagen, wo genau die Grenze zwischen „geil“ und „gesundheitsschädlich“ liegt. Hier einige Empfehlungen, die du beherzigen solltest:

  • Sprich mit Freunden. Hör auf sie, wenn sie sagen, dass sich dein Verhalten oder deine gesamte Persönlichkeit verändert hat.
  • Wenn du dich zurückziehst oder Hobbys aufgibst, solltest du Hilfe suchen.
  • Zögere nicht, einen Notarzt zu rufen, wenn du auf einem „Trip“ bist.
  • Informier dich genau, wie chemische Substanzen wirken, und such dir Experten, mit denen du über deinen Konsum sprechen kannst.

Weitere Informationen zu „Safer Use“, dem „sichereren Gebrauch von Drogen“, findest du unter iwwit.de/themen/drogen. Bei der anonymen Sucht & Drogen Hotline 01805-31 30 31 kannst du rund um die Uhr anrufen und Fragen zu deinem Drogengebrauch stellen. Außerdem nennt man dir dort Anlaufstellen in deiner Region. In vielen Städten gibt es Suchtberatungsangebote speziell für schwule Männer. Frag danach!