Frische HIV-Infektion

Bereits wenige Tage nach einer Ansteckung mit HIV vermehren sich die Viren rasant. Das Risiko einer HIV-Übertragung beim ungeschützten Sex ist dann sehr hoch. Meistens, aber nicht immer reagiert der Körper auch mit Krankheitszeichen wie bei einer Grippe oder Erkältung oder einem Hautausschlag an Rücken, Brustkorb oder Bauch.

Wenn du dich einige Tage bis wenige Wochen nach einem HIV-Risikokontakt (zum Beispiel Analverkehr ohne Kondom) plötzlich ziemlich vergrippt fühlst, Hautausschlag am Rücken, Bauch oder Brustkorb bekommst oder wenn die Lymphknoten anschwellen, könnten das Zeichen für eine frische HIV-Infektion (auch Primoinfektion) sein. Solche Symptome treten allerdings nicht immer auf oder werden nicht immer bemerkt, und in der Regel kommen sie nicht alle zusammen vor.

Symptome, die auf eine frische HIV-Infektion hindeuten können:
  • Fieber über mehrere Tage
  • Schlappheit
  • Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Hautausschlag an Rücken, Brustkorb oder Bauch
  • starker Nachtschweiß
  • schmerzende Mandeln, geschwollene Lymphknoten
  • wunde Stellen im Mund

Solche Symptome machen spürbar, wie sich HIV im Körper breit macht. Bereits wenige Tage nach einer Ansteckung vermehrt sich HIV nämlich rasant. In den Schleimhäuten und Körperflüssigkeiten, die beim Sex zwischen Männern beteiligt sind (Schleimhäute am Penis und im Enddarm, Blut, Sperma), ist die Virusmenge dann sehr hoch. Dadurch ist dann auch das Risiko einer HIV-Übertragung beim ungeschützten Sex besonders groß. Schon bald nach der Ansteckung erkennt das Immunsystem die HI-Viren aber als Eindringlinge und setzt ihnen körpereigene Abwehrzellen und Antikörper entgegen.

Antikörper-Bildung in den ersten Wochen

Die Virusmenge in den Körperflüssigkeiten und Schleimhäuten nimmt dann wieder ab (ohne Medikamente besteht dann aber immer noch ein hohes Übertragungsrisiko). Bis genügend Antikörper für einen Nachweis mit dem HIV-Antikörpertest gebildet sind, dauert es bei den meisten Menschen drei bis sechs, manchmal aber auch bis zu zwölf Wochen nach der Ansteckung. Bei Verdacht auf eine akute Infektion kann der Arzt aber auch andere Tests durchführen, die das Virus oder Virusbestandteile direkt nachweisen und deshalb früher eingesetzt werden können.

Antikörper-Bildung in den ersten WochenAntikörper-Bildung in den ersten Wochen

Da HIV-Symptome aber nicht immer auftreten oder nicht immer bemerkt werden, wissen viele Menschen mit HIV gar nicht, dass sie infiziert sind. Nach einer Ansteckung kann es einem nämlich monatelang oder jahrelang gut gehen, obwohl die Viren unbemerkt den Körper und das Immunsystem schädigen.

Ob man infiziert ist, kann man nur mit einem HIV-Test herausfinden. Wird eine Infektion festgestellt, hat man bei rechtzeitigem Start einer HIV-Therapie und bei konsequenter Fortführung gute Chancen auf eine fast normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität.

Wir empfehlen daher jedem, der sexuell aktiv ist, sich mindestens einmal jährlich auf HIV und auch auf andere sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen.